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Vereitelter Anschlag : Bombe aus Oberursel war mit Nägeln gefüllt

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Unter der Lupe: Beamte des Spezialeinsatzkommandos und des Landeskriminalamts untersuchen die Wohnung des festgenommenen Ehepaares, das einen Anschlag geplant haben soll. Bild: Helmut Fricke

Die Hinweise werden immer klarer: Frankfurt dürfte durch die Festnahme des Oberurseler Islamistenpaares einem größeren Terroranschlag entgangen sein. Die bei dem Ehepaar gefundene Bombe war mit Nägeln gefüllt.

          Es scheint, dass die Festnahme des mutmaßlichen Islamistenpaares aus Oberursel einen größeren Bombenangriff verhindert haben könnte. Jetzt bestätigte die Staatsanwaltschaft Frankfurt die Informationen des Magazins „Der Spiegel“: Die bei dem Ehepaar gefundene Bombe war mit Nägeln gefüllt. Bei einer Explosion hätten sich dadurch Reichweite und Durchschlagskraft erhöht.

          In der Wohnung des Paares in einem Oberurseler Neubaugebiet hatte die Polizei die Rohrbombe entdeckt, außerdem Waffen, Munition, Chemikalien und 24.000 Euro. Womöglich wurde mit dem Zugriff ein Anschlag auf das für den 1. Mai geplante Radrennen „Rund um den Finanzplatz Frankfurt-Eschborn“ vereitelt, das dann sicherheitshalber abgesagt wurde.

          Der Vater des Verdächtigen sagte dem „Spiegel“, sein Sohn habe ihn aufgefordert, häufiger in die Moschee zu gehen. Der Kontakt sei in den vergangenen Jahren immer weniger geworden. Er könne sich nicht erklären, warum sein Sohn eine Bombe gebaut haben könnte. „Er hat eine glückliche Familie, glückliche Kinder, er ist normal in die Moschee gegangen. Warum soll er das Glück seiner Familie aufs Spiel setzen?“

          Die Ermittlungen laufen unterdessen weiter. Der 35 Jahre alte Deutschtürke und seine 34 Jahre alte türkische Ehefrau sitzen seit gut einer Woche unter Terrorverdacht in U-Haft.

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