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Idstein : Neues Konzept für Jazz

  • Aktualisiert am

Ein 21. Hessen-Jazz Festival in Idstein wird es in diesem Juli nicht mehr geben, dafür erstmals ein "Idstein Jazz Festival": Die Namensänderung ist mehr als nur Kosmetik. Nach zwanzigJahren Zusammenarbeit hat sich die Stadt von Initiator und künstlerischem Leiter Peter Turzcak getrennt.

          Ein 21. Hessen-Jazz Festival in Idstein wird es in diesem Juli nicht mehr geben, dafür erstmals ein "Idstein Jazz Festival": Die Namensänderung ist mehr als nur Kosmetik. Nach zwanzigJahren Zusammenarbeit hat sich die Stadt von Initiator und künstlerischem Leiter Peter Turzcak getrennt.

          Der Vorsitzende des veranstaltenden Idsteiner Verkehrsvereins, der frühere Bürgermeister Hermann Müller (CDU), sprach von "Reibungsverlusten und Abnutzungserscheinungen" nach zwanzig Jahren enger Kooperation. Am Ende habe die "Chemie" nicht mehr gestimmt, und die "Harmonie" sei nicht mehr gegeben gewesen: "Unsere Beziehung hat sich abgenutzt."

          Ganz ohne Reibungen ging die Trennung einer langjährigen "Ehe" zwischen der Stadt und Turczak aber nicht ab. Turczak machte die Rechte an Namen und Signet des Hessen-Jazz Festivals geltend und ließ erkennen, daß er das Festival möglicherweise auch an eine andere Stadt vergeben könne.

          Von einem "Gegenfestival" weiß Müller in diesem Jahr allerdings nichts. An der Ausschreibung der Stadt im vergangenen Herbst hätten sich "fünf bis sechs" Bewerber beteiligt, berichtet Müller. Der ebenfalls eingeladene Turczak sei nicht darunter gewesen. Aus dem noch nicht beendeten Streit um Namen und Rechte und aus der Überzeugung, daß eine neue Werbelinie ohnehin nötig sei, machte der Verkehrsverein eine Tugend und benannte das Musikereignis in "Idstein Jazz Festival" um.

          Den Zuschlag als künstlerischer Leiter erhielt der 46 Jahre alte, in Idstein aufgewachsene Musiker Frank Reichert, der das Festival nun gemeinsam mit dem Musiker Sven Hack organisieren wird. Wie gewohnt, werden sich auf den zwölf Freiluftbühnen in der historischen Fachwerk-Altstadt von Idstein rund 60 Jazzgruppen unterschiedlicher Stilrichtungen abwechseln.

          Ausdruck der Veränderung sind nicht nur das neue Logo und der neue Name, sondern auch der Verzicht auf die in den vergangenen Jahren schwach besuchten Eröffnungskonzerte in der Stadthalle und das Gospel-Abschlußkonzert in der Unionskirche. Statt dessen wird das Konzert auf den Sonntag abend ausgedehnt.

          Müller ist wichtig, daß die Qualität weiter stimmt und daß das Festival sowohl anerkannte Bands nach Idstein holt als auch Neulingen eine Chance gibt. Reichert kündigte eine Mischung aus "alten und jungen, großen und kleinen, regionalen und überregionalen" Jazzbands an. Etwa die Hälfte der diesmal aus einem großen Pool von Bewerbungen berücksichtigten Gruppen war in den vergangenen Jahren schon einmal Gast des Festivals.

          Eröffnet wird das Festival am Freitag, 22. Juli, um 20 Uhr. Auf vier Bühnen endet das Konzert am Sonntag, 24. Juli, gegen 20 Uhr. Zum Rahmenprogramm gehören wieder Ausstellungen, ein Workshop "Saxophon-Masterclass" und diverse Angebote für Kinder, damit die Jazzfans, von denen der Großteil laut einer Umfrage zwischen 40 und 60 Jahre alt ist, in Ruhe von Bühne zu Bühne flanieren können. Nur etwa zehn Prozent der Jazzfans sind unter 40 Jahre alt.

          Insgesamt werden wieder rund 20000 Besucher erhofft, um den Festival-Etat von rund 170000Euro bestreiten zu können. Die Stadt ist aber nicht nur auf festivalfreundliches Wetter, sondern auch auf Sponsoren angewiesen, um das Großereignis für Idstein dauerhaft erhalten zu können. obo.

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