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Hanau und 13 weitere Kommunen : Zwei alte Bekannte unter vertauschten Vorzeichen

Kandidatin der CDU: Katja Leikert Bild: Rainer Wohlfahrt

Vor vier Jahren schlug die CDU-Bewerberin im Wahlkreis Hanau überraschend den Favoriten von der SPD. Jetzt wird sie als Siegerin erwartet, doch beide werden wohl wieder in den Bundestag einziehen.

          Die Kandidaten von CDU und SPD dominieren auch in Hanau und den umliegenden Kommunen die großen Plakate. Neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Herausforderer Martin Schulz (SPD) lächeln die CDU-Bundestagsabgeordnete Katja Leikert und ihr SPD-Kollege Sascha Raabe in überdimensionaler Größe in die Kamera. Ganz so wie vor vier Jahren, als sie sich erstmals im Bundestagswahlkampf gegenüberstanden. Beide erscheinen, als sei die Zeit an ihnen spurlos vorübergegangen. Das können Fotos heutzutage, doch daran, dass die Vorzeichen zwischen den beiden gewechselt haben, ändern sie natürlich nichts. Denn anders als im Jahr 2013 gilt Leikert jetzt als Favoritin für den Stimmensieg im Bundestagswahlkreis 180, dem neben Hanau und Maintal, den beiden größten Städten im Main-Kinzig-Kreis, auch Bruchköbel, Erlensee, Großkrotzenburg, Hammersbach, Hasselroth, Langenselbold, Neuberg, Nidderau, Niederdorfelden, Rodenbach, Ronneburg und Schöneck angehören.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Quasi unter den Fittichen des heutigen CDU-Generalsekretärs Peter Tauber war Leikert zur aktiven Politik gekommen. In die CDU trat die promovierte Politikwissenschaftlerin und zweifache Mutter im Jahr 2012 ein, um nur wenig später in den Wahlkampf gegen Sascha Raabe zu ziehen. Der Bundestagsabgeordnete Tauber trat damals nicht mehr in Hanau an, sondern in dem neu gegründeten Wahlkreis 175 mit der Kreisstadt Gelnhausen, den Ostkreiskommunen des Main-Kinzig-Kreises, einigen Orten der Wetterau sowie Schotten im Vogelsbergkreis. So kam der heute 42 Jahre alten Katja Leikert, die mit ihrer Familie in Bruchköbel wohnt, der urbanere Wahlkreis Hanau zu. Taubers Rechnung ging zur Überraschung vieler auf. Die junge Frau kam gut an bei den Wählern, und es gelang der Seiteneinsteigerin, als die sie sich selbst empfand, den Politprofi Raabe zu schlagen und das Mandat mit 44 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis 180 zu gewinnen.

          Zieht Raabe zum fünften Mal in den Bundestag ein?

          Ihr Bekanntheitsgrad ist inzwischen gestiegen und wohl auch die Beliebtheit, wie sehr, das wird sich am Wahlabend des 24. Septembers zeigen. Allgemein werden ihr jedenfalls gute Chancen eingeräumt, den Erfolg vom September 2013 zu wiederholen. Auf der hessischen CDU-Landesliste rangiert sie zudem auf Platz sechs. Mit einer Zustimmungsquote von 92 Prozent bestimmte der CDU-Kreisverband Main-Kinzig Katja Leikert im vergangenen Oktober abermals zur Bundestagskandidatin, was als ein sehr gutes Ergebnis zu werten ist.

          Es ist auch ein Beleg dafür, dass es Leikert gelungen ist, sich aus den innerparteilichen Querelen der Main-Kinzig-CDU und den Auseinandersetzungen um Peter Tauber in der sogenannten Kaninchenjagdaffäre weitgehend herauszuhalten. Im Kreis ist Leikert unter anderem als Vorsitzende der Frauenunion aktiv. Für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion engagiert sie sich im Ausschuss für Gesundheit, wo sie sich unter anderem für die Themen Kindergesundheit und Organspende einsetzt. Außerdem ist sie im CDU-Bundesfachausschuss für Gesundheit und Pflege vertreten. In der Familienpolitik legt sie den Schwerpunkt auf eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege.

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