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Glauberg : Eine Heimstatt für die Wetterauer Kelten

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Star der Ausstellung: Der Keltenfürst vom Glauberg im frisch eröffneten Museum - im Hintergrund der hessische Ministerpräsident Bouffier Bild: dapd

Wo vor 2500 Jahren Kelten lebten, kann künftig auf ihren Spuren gewandelt werden. Nach zwei Jahren Bauzeit öffnet das neue Museum „Die Keltenwelt am Glauberg“ seine Pforten.

          Vor 2500 Jahren keltische Siedlung, heute Museumsstandort: In der Wetterau-Gemeinde Glauburg ist am Donnerstag die „Keltenwelt am Glauberg“ eröffnet worden. Das Museum soll Leben und Kultur der Kelten vermitteln - auf historischem Grund. Es steht dort, wo die antike Volksgruppe um das 5. Jahrhundert vor Christus ein Zentrum hatte. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte beim Festakt vor rund 450 Gästen, die „Keltenwelt“ sei ein „Meilenstein“ für die Museumslandschaft und stärke die Region.

          Das Museum präsentiert mit verschiedenen Medien die Geschichte der Kelten von ihren Anfängen über die Glauberger Zeit bis hin zu ihrer heutigen Bedeutung etwa in Literatur oder Musik. Im Mittelpunkt stehen Funde aus Herrschergräbern, die in den neunziger Jahren auf dem Glauberg entdeckt wurden. Berühmtestes Stück: Der „Keltenfürst vom Glauberg“, eine mannshohe Steinstatue eines Herrschers aus dem 5. Jahrhundert vor Christus.

          Relikte an ihrem Fundort gezeigt

          Bouffier zufolge flossen seit den Grabungen etwa 17 Millionen Euro in das Projekt. Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) sprach von einem „mutigen“ Vorhaben. Beide betonten, es sei richtig gewesen, die Relikte an ihrem Fundort zu zeigen - gemäß dem Konzept eines dezentralen archäologischen Landesmuseums. Kühne-Hörmann zeichnete zudem Landesarchäologen Egon Schallmayer für Verdienste um das kulturelle Leben in Hessen mit der Goethe-Plakette aus.

          Ausguck: Das Kelten-Museum weist eine breite Glasfront auf

          Die Nähe zum Originalschauplatz ist laut „Keltenwelt“-Leiterin Katharina von Kurzynski wichtig, „weil man diesen Ort und die Funde nur versteht, wenn man weiß, wie es hier aussieht“. Deshalb ermögliche auch das Gebäude den Blick aufs ehemaliges Keltenland.

          Nutzfläche von 1300 Quadratmetern

          Der prämierte, kubusartige Neubau ist halb in einen Hang gebaut und richtet sich mit großen Panoramafenstern zu einem rekonstruierten Grabhügel aus. Er hat eine Nutzfläche von 1300 Quadratmetern, zwei Ebenen sowie eine Aussichtsterrasse. Das Land investierte in die „Keltenwelt“, zu der auch ein 30 Hektar großer archäologischer Park und ein Forschungszentrum gehören, fast neun Millionen Euro. Der Grundstein wurde 2008 gelegt.

          Zur Ausstellung gehören zahlreiche Relikte keltischen Kult- und Alltagslebens - darunter Keramiken, Schmuck und Waffen - sowie Schautafeln, multimediale Installationen, Mitmachangebote wie Spiele und ein Comic. Ziel sei, die Besucher zum Mitdenken, Mitmachen und Miträtseln anzuregen, erläuterte von Kurzynski.

          Panne: Neonazis bewachten den Keltenfürsten

          Bei der feierlichen Eröffnung des neuen Kelten-Museums kam es zu einer peinlichen Panne: Um die ausgestellten Schätze in der „Keltenwelt“ auf dem Glauberg zu sichern, sollen zwei Mitglieder der rechtsextremen NPD als Wachmänner eingesetzt worden sein. Das teilte das Wissenschaftsministerium am Donnerstagnachmittag mit. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung auf ihrem Online-Portal berichtet, die beiden einschlägig bekannten Männer hätten die zentrale Statue des Keltenfürsten bewacht - im Auftrag des Landes. Einer der Beiden sei Beisitzer im NPD-Landesvorstand, der andere arbeite für die NPD im Wetterau-Kreis. Die heidnischen Kelten werden von zahlreichen Neonazis verehrt.

          Die Männer seien bei einem privaten Sicherheitsdienst beschäftigt, bestätigte Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) in Wiesbaden. Sie seien unmittelbar und noch während der Eröffnungsveranstaltung von ihrem Posten abgezogen worden. „Kultur- und Kunstgüter dürfen in Hessen nicht von Neonazis bewacht werden“, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Die Museumsleitung will beiden Hausverbot erteilen. (dpa)

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