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Frankfurter Buchmesse : Das rechte Lager

Götz Kubitschek, der bisherige Leiter des rechten Antaios Verlages, auf der Frankfurter Buchmesse. Bild: dpa

Ein erster Rundgang über die Messe bietet einen überraschenden Anblick: Der neue Antaios-Verleger ist doch gekommen. Und er hat einen guten Platz bekommen.

          Überraschung. Er ist es. Der Leibhaftige. Dabei hatten sogar manche damit gerechnet, dass er erscheinen würde. Trotz nicht vorhandener Anmeldung. Für einen Coup ist er immer gut. Götz Kubitschek sitzt in der Halle, und seine Frau Elke Kositza auch. Sie sind zu Gast am Stand des Loci-Verlags, von dem bislang noch niemand gehört hat. Wie zu erfahren war, wurde er erst vor fünf Monaten gegründet.

          Michael Hierholzer

          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          Und hat just vor ein paar Tagen den Antaios-Verlag übernommen, der im vorigen Jahr auf der Frankfurter Buchmesse für ziemlich viel Aufregung gesorgt hatte: Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels demonstrierte ebenso gegen ihn und die Anwesenheit anderer rechter Verlage wie der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann. Es kam zu einigen unschönen Szenen zwischen AfD-Anhängern samt noch radikaleren Volksgenossen und der Antifa. Götz Kubitschek aber, einer der Wortführer des Milieus zwischen Thüringen-AfD, Pegida, Identitären und versprengten Rechtsintellektuellen, fühlte sich und die Seinen von der Messespitze schlecht behandelt, weil sie nach 40 Minuten Tumulten eine Antaios-Veranstaltung für beendet erklärt hatte.

          Gar nicht gefallen hat dem Verleger aus Schnellroda, der derzeit ohne Verlag dasteht, auch die Politik der Leipziger Buchmesse, auf der sein Stand einigermaßen isoliert war. Der ganz große PR-Eklat blieb aus. Von Leipzig lernen hieß für die Frankfurter Buchmesse siegen lernen: Sie verfrachtete die beiden Messeteilnehmer aus dem rechten Spektrum, die sich angemeldet hatten, die „Junge Freiheit“ und den Manuscriptum-Verlag, in eine entfernte Ecke der Halle 4. Aus Sicherheitsgründen, wie es hieß. Dort wäre auch der Platz für den Antaios-Verlag gewesen. „Ich hatte keinen Bock auf den Katzentisch“, sagt Kubitschek. „Entweder, man lässt viel mit sich machen, oder man macht viel mit den anderen.“ Der Loci-Verlag, der von einem Zahnarzt im badischen Rheinau in dessen Praxis geführt werde, beabsichtige in den kommenden Messetagen, Titel aus dem Antaios-Programm vorzustellen. Die Loci-Koje ist bescheiden. Aber sie ist mittendrin in der Messehalle. Und in unmittelbarer Nähe zum Stand der linken „taz“.

          Sackgasse für „Junge Freiheit“

          Der „Jungen Freiheit“ behagt es keineswegs, dass man sie „in eine Sackgasse abgeschoben“ hat, wie ein Sprecher der Wochenzeitung sagt. Man werde sich juristische Schritte gegen die Messe vorbehalten und womöglich auf Schadenersatz klagen. Zwar sei der Stand so groß wie bestellt und sei auch gut einsehbar. Es komme nur niemand vorbei, der nicht beabsichtige, ihn aufzusuchen.

          Der unbeschwerte erste Rundgang, den wir vorhatten, hat eine unerwartete Wendung genommen. Und da hat es etwas Erholsames, an einem Gemeinschaftsstand das Koch-Paar Martina und Moritz, so stehen sie auf dem Titel des Werks „Das beste aus 30 Jahren“, von einfachen, aber köstlichen Gerichten reden zu hören. Und dazu Sekt gereicht zu bekommen. Oder an einem kleinen Stand von einer Saga mit einer „Elbin, einem Dämon und der Musik des 21. Jahrhunderts“ zu erfahren. Und dann die „Edition Wannenbuch“. Mit wasserfesten Büchern für nasse Stunden zu Hause. Wie „Sonnengruß im Badeschaum“, „Ein Einhorn taucht unter“ oder „Und ewig jagt der Hai“. Natürlich haben wir uns auch bei den literarischen Verlagen umgesehen. Es gibt sie noch in reicher Zahl und epischer Standgröße. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

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