15.02.2012 · Wochenlang gab der Tod eines seltenen Wildpferds in Hanau Rätsel auf. Nun scheint die Ursache aber klar: Laut Gutachten hat sich die Stute offenbar überfressen - an Eicheln.
Rätselhafter Pferdetod in Hanau aufgeklärt: Das Wildpferd Adina futterte sich vermutlich an Eicheln zu Tode. Als vor wenigen Monaten eines der beliebten Przewalski-Pferde im Alter von erst zwei Jahren starb, rätselten die Experten über die Ursache. Die Untersuchung ist nun abgeschlossen. Die Stute sei vermutlich an übermäßigem Genuss von Eicheln gestorben, teilte die Stadt Hanau mit. Das gehe aus dem Bericht des Hessischen Landeslabors in Gießen hervor.
Eicheln stellen der Mitteilung zufolge nur im frischen, grünen Zustand eine Gefahr für Pferde dar, weil sie viel Gerbsäure enthalten. Im Normalfall würden Pferde deshalb nur wenige Eicheln verzehren. Es sei ungewöhnlich, dass Adina so viele der Baumfrüchte gefressen habe. Künftig sollen die Pferde während des Eichelwurfs von Eichen auf eine andere Koppel gebracht werden, wo sie keine der Früchte fressen können. Braune Eicheln stellen nach Meinung von Experten kein Problem für die Tiere dar.
Przewalski-Pferde, etwa so groß wie Ponys, sind die einzige Unterart des Wildpferds, die in ihrer Urform bis heute überlebt hat. Die Wildpferde sind nach ihrem Entdecker benannt, einem russischen Oberst und Expeditionsreisenden. Sie galten seit 1970 in freier Wildbahn als fast ausgestorben. Heute beträgt der Bestand durch Zucht wieder weltweit 1600 Tiere.
Die Pferde grasen in Hanau auf einem ehemaligen Trainingsgelände des US-Militärs. Die ersten von ihnen wurden im September 2009 aus süddeutschen Zoos zum Hanauer „Campo Pond“ gebracht. Sie fungieren auch als Landschaftsgärtner und bewahren das Gebiet vor dem Verwildern.