Home
http://www.faz.net/-gzg-6ypqm
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Radio-Festival „hr3@night“ Von gemütlich bis experimentell

Beim Radio-Festival „hr3@night“ steigt die Stimmung im Lauf des Abends.

© Schmitt, Felix Vergrößern Bewegen die Massen: Söhne Mannheims.

Der Saal ist schon gut gefüllt, aber auch nicht zu voll, als Xavier Naidoo die ersten Worte ins Mikrofon spricht. Samstagabend, halb neun, die Söhne Mannheims und die Big Band des Hessischen Rundfunks eröffnen „hr3@night“ im Congress Center am Messegelände. Handys werden gezückt, Fotos und Videos gemacht. Zu Beginn der langen Nacht ist die Atmosphäre gemütlich-familiär. Besucher trippeln im Takt der Musik, hinten im Saal tanzen einige Frauen. Erminia und Kerstin, beide 41 Jahre alt, finden es sogar gut, dass sie Platz haben, um das Konzert genießen können.

Vielleicht hat der Raum zur Entfaltung auch darin seinen Grund, dass der HR den Besuchern des Radio-Festivals am Samstagabend die Qual der Wahl gelassen hat. 50 Künstler auf 20 Bühnen in der Stadt, es galt sich zu entscheiden. Jeden Auftritt zu sehen war ausgeschlossen, viele Darbietungen fingen zur gleichen Zeit an. Damit sie dennoch möglichst viel mitbekamen, brachten Busse die Besucher unentgeltlich durch die Stadt zu den Veranstaltungsorten. Wer mochte, konnte außer den Konzerten namhafter Künstler aus der Pop- und Soul-Szene noch A-capella-Musik hören oder die Auftritte von Comedians erleben. Der HR schätzte, es seien 19.000 unterwegs gewesen.

Über den Dächern der Stadt

Fast eineinhalb Stunden dauert der erste Auftritt der Söhne Mannheims, um halb zwölf werden sie an diesem Abend noch einmal auf der Bühne stehen. Diesmal ist der Andrang wesentlich größer, vor der Halle hat sich schon eine Stunde vorher eine Schlange gebildet. Daniela aber geht nach dem ersten Konzert direkt zur Bushaltestelle. Zu Rea Garvey ins Palais am Zoo wolle sie jetzt, sagt sie. Kurz vor 23 Uhr, Einkaufscenter „MyZeil“, die Geschäfte sind noch geöffnet. Ganz oben im Gebäude legt Matthias Vogt elektronische Tanzmusik auf. Zum dritten Mal an diesem Abend tritt er gemeinsam mit den Musikern der Kammerphilharmonie Frankfurt auf. „Klassik meets DJ“ heißt das Experiment, dem die Besucher auf Sofas und Stühlen lauschen - für viele eine völlig neue und gewöhnungsbedürftige Kombination zweier Stilrichtungen. Von der Zeil bis zur Jugendkulturkirche St. Peter sind es fünf Minuten zu Fuß. Chart-Stürmer Tim Bendzko steht dort für halb zwölf auf dem Plan. Der Echo-Gewinner kommt zwar 45 Minuten zu spät, verbreitet dann aber schnell gute Laune. Das steckt an. Live ist seine Musik zudem flotter und rockiger als im Radio. Er schlenkert mit den Armen und ist ständig in Bewegung. Zwei weibliche Fans, die es nicht rechtzeitig geschafft haben, wolen wissen, ob er schon die Welt gerettet habe. Bendzko beantwortet ihre Frage, indem er kurz danach seinen Hit singt. Die Frauen sind vor Begeisterung hin und weg.

Weiter zum „Club 101“, es ist mittlerweile ein Uhr. Vor der Drehtür am Japan Center warten vorwiegend junge Menschen geduldig auf Einlass. Mit dem Aufzug geht es in den 25. Stock. Türen auf, Musik an, hier ist Disco. Marlon Roudette im Palais Frankfurt und Aura Dione im Sendesaal des Hessischen Rundfunks habe er gesehen, sagt Dennis. Jetzt lasse er es mit seinen Kumpels über den Dächern der Stadt noch einmal „richtig krachen“.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Frankfurter Polizei vor großer Herausforderung

Von Katharina Iskandar

Derzeit nur schwer zu glauben, dass Frankfurt ein eher friedlicher Ort ist. Denn die Zahl der Morde und anderer Verbrechen, die sich zuletzt ereignet haben, vermittelt den Eindruck, Frankfurt sei zum „deutschen Chicago“ verkommen. Mehr 5 3