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Protest gegen Terminal 3 : Mehr Bäume und weniger Asphalt

  • -Aktualisiert am

Schon unter schwereren Bedingungen protestiert: Die Umweltaktivisten von Robin Wood trotzen unter den Dächern ihres Zelts dem Regen. Bild: Cornelia Sick

Aktivisten der Umweltschutzorganisation Robin Wood protestieren in ihrem Camp im Treburer Oberwald gegen den Bau von Terminal 3. Ein Unterhaltungsprogramm am Wochenende soll für die nötige Aufmerksamkeit sorgen.

          „Noch mehr Flughafen braucht hier kein Mensch“ – die Ansage auf dem Banner ist deutlich. Es prangt gut sichtbar an einem der weißen Pavillons, die von der Umweltschutzorganisation Robin Wood im Treburer Oberwald in Zeppelinheim aufgestellt worden sind. Noch bis Sonntag treffen sich die Umweltschützer hier, um gegen den Bau des dritten Terminals am Frankfurter Flughafen zu protestieren, das 2022 seinen Betrieb aufnehmen soll. Unterstützt werden die Aktivisten dabei vom Bündnis der Bürgerinitiativen, zu dem sich über 80 Initiativen aus dem Rhein-Main-Gebiet zusammengeschlossen haben.

          „Bei dem Camp handelt es sich im Wesentlichen um einen symbolischen Akt“, sagt Michael Flörsheimer aus Rüsselsheim, einer der fünf Sprecher des Bündnisses. Die Demonstranten wollen damit ein Zeichen gegen den ersten Spatenstich zum Bau des Terminals setzen, der für Oktober geplant ist. Den Standort im Treburer Oberwald haben die Aktivisten gewählt, weil dort den Planungen des Flughafenbetreibers Fraport AG zufolge ein Autobahnanschluss für das neue Terminal entsteht. Laut Robin Wood müssen dafür etwa sechs Hektar Mischwald gerodet werden.

          „Mehr Flugverkehr kann die Region nicht verkraften“

          Etwa 15 Aktivisten halfen am Donnerstag mit, das Lager, das an einem Waldweg zwischen Zeppelinheim und Walldorf liegt, aufzubauen. Die Demonstranten haben ihre Zelte unter dem schützenden Blätterdach der Bäume errichtet. Sie kampieren nicht nur auf dem Boden: Eine Plattform hoch oben in einem Wipfel soll eine Baumbesetzung symbolisieren. Auch Peter Schwarz hat die Nacht zum Freitag im Wald verbracht und dem Regen getrotzt, der Donnerstagabend einsetzte. Er rechnet für das Wochenende mit bis zu 100 Teilnehmern, die das Camp, das am Freitagmittag noch so beschaulich anmutet, mit Leben füllen sollen.

          Die Ausbaugegner machen ihrem Unmut mit der Parole „Rückbau statt Ausbau“ Luft. Sie nutzen die Gelegenheit, nicht nur die Rodung des Waldes als Folge der Flughafenerweiterung zu kritisieren, die es zu verhindern gelte. Der zunehmende Fluglärm und der Anstieg der Treibhausgas-Emissionen durch den Luftverkehr hätten langfristige Folgen. „Eine weitere Zunahme des Flugverkehrs kann die Rhein-Main-Region nicht verkraften“, sagt Schwarz.

          Mit Wochenendprogramm zu mehr Aufmerksamkeit

          Nicht nur wegen des geplanten Autobahnanschlusses, sondern auch für die Erweiterung der Kiesgrube der Firma Sehring in Langen am Waldsee muss ein Teil des Waldes weichen. Laut Schwarz werden rund 60 Hektar gerodet, damit in Zukunft mehr Kies abgebaut werden kann. Das gewonnene Material würde unter anderem an der Baustelle des Terminals 3 eingesetzt. Die Umweltschützer protestierten dagegen am Freitag mit einer waghalsigen Aktion. Zwei Kletterer spannten Seile zwischen die Bäume vor der Einfahrt der Firma Sehring. Daran befestigten sie ein Transparent mit der Aufschrift „Wir kennen kein Pardon bei Wald für Beton“.

          Klettern gehört zum Handwerk: Waghalsige Aktionen sollen das Erkennungszeichen von Robin Wood sein.
          Klettern gehört zum Handwerk: Waghalsige Aktionen sollen das Erkennungszeichen von Robin Wood sein. : Bild: Cornelia Sick

          Um mit ihrem Appell auch die Öffentlichkeit zu erreichen, haben die Aktivisten ein Programm für das Wochenende zusammengestellt. Heute laden sie unter anderem zu einem „Schnupperklettern“, Informationsveranstaltungen und einem Liederabend in das Camp ein. Am Sonntag werden Interessierte nicht nur mit weiteren Informationen, sondern auch mit Kaffee und Kuchen versorgt.

          Quelle: F.A.Z.

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