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Veröffentlicht: 14.01.2013, 23:22 Uhr

Protest gegen Fluglärm Wutbürger entdecken die Frankfurter SPD

Frankfurter Fluglärmgegner treten in Scharen dem Sachsenhäuser Ortsverein der SPD bei. Darunter sind Zahnärzte, Immobilienmakler und Anwälte.

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© Wohlfahrt, Rainer Petra Tursky-Hartmann sieht sich in der SPD von Frankfurt im Rennen um die Landtagskandidatur ungeahnter Konkurrenz von Fluglärmgegnern aus Sachsenhausen gegenüber

Die Frankfurter SPD versteht sich gerne als Partei der kleinen Leute. Nun entdecken im Frankfurter Süden plötzlich Zahnärzte, Immobilienmakler und Anwälte, dass diese SPD auch die Partei ihres Herzens ist. Etwa 40 gutsituierte Wutbürger haben in den vergangenen Wochen einen Antrag auf Aufnahme in die SPD und speziell in den Ortsverein Sachsenhausen gestellt. Sie alle fühlen sich vom Fluglärm über Frankfurts Süden stark belästigt und fordern die Stilllegung der neuen Landebahn.

Hans Riebsamen Folgen:

Ihr Held ist der Genosse Ralf Heider, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Ortsbeirat Sachsenhausen, Oberrad und Niederrad. Er engagiert sich in den Bürgerinitiativen gegen Fluglärm und tritt für die Schließung der neuen Nordwest-Landebahn des Frankfurter Flughafens ein. Diese Position, so wünschen es seine Unterstützer, soll Heider nach der Landtagswahl im Landtag vertreten. Doch zuvor kommt es für ihn darauf an, überhaupt SPD-Kandidat im Frankfurter Süden zu werden.

Gegenkandidat für Tursky-Hartmann

Der 50 Jahre alte Heider kandidiert gegen die zwei Jahre ältere Petra Tursky-Hartmann, die schon zweimal SPD-Bewerberin im Wahlkreis 37 war und beide Male gegen Michael Boddenberg von der CDU verloren hat. Tursky-Hartmann tritt ebenfalls für eine Verminderung des Fluglärms ein, hält aber eine Stilllegung der Landebahn für unrealistisch. Vielmehr streitet sie wie Frankfurts SPD-Oberbürgermeister Peter Feldmann für eine Ausweitung des Nachtflugverbots.

Bestimmt wird der offizielle SPD-Kandidat im südlichen Wahlkreis durch eine Wahlkreisdelegierten-Konferenz am 4. Februar. Während fast alle Frankfurter Ortsvereine ihre alten Delegierten zu den jeweiligen Konferenzen entsenden, haben die Anhänger Tursky-Hartmanns durchgesetzt, dass im Ortsverein Sachsenhausen am Samstag die Delegierten von den Parteimitgliedern neu gewählt werden. Tursky-Hartmann hoffte darauf, die Mehrheitsverhältnisse dabei zu ihren Gunsten verändern zu können. Daraufhin forderte ihr Konkurrent Heider Landebahn-Gegner auf, in den Sachsenhäuser SPD-Ortsverein einzutreten, um dort für Delegierte zu stimmen, die ihn unterstützten.

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Etwa 320 Mitglieder zählte der Sachsenhäuser Ortsverein bisher. Ungefähr die Hälfte sei für Tursky-Hartmann, die andere Hälfte für Heider, heißt es. Die 40 neuen Mitglieder könnten durchaus zugunsten von Heider den Ausschlag geben. Dieser weist den Vorwurf, die Fluglärmgegner unterwanderten die SPD, mit dem Argument zurück, der Sachsenhäuser Ortsverein habe ja schon längst mit Mehrheit einen Antrag auf Stilllegung der Landebahn gutgeheißen. Die neuen Mitglieder träten also in einen Ortsverein ein, der ihre Ziele offiziell verfolge. Über den Zuwachs solle sich die SPD einfach freuen.

Quelle: F.A.Z.

 

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