Der schmächtige Sozialdemokrat wurde lange Zeit unterschätzt: Kaum einer hätte Peter Feldmann zugetraut, dass er sich in der eigenen Partei gegen den bekannteren Michael Paris und dann noch in der Frankfurter Oberbürgermeister-Stichwahl gegen Innenminister Boris Rhein (CDU) durchsetzt. Viele finden den 53 Jahre alten Mann mit dem silbergrauen Kurzhaarschnitt, der gern Dreiteiler trägt, eher blass oder umständlich. Der neue Rathauschef in Hessens größter Stadt blieb jedoch bislang unbeirrbar auf Kurs. Nun kann der SPD-Mann zeigen, ob er ein politisches Schwergewicht ist. Am Donnerstag wird er in sein Amt eingeführt.
Feldmann, der zuletzt bei der Arbeiterwohlfahrt angestellt war und davor ein Altenhilfezentrum leitete, tritt immer beherrscht auf - auch als ihn die CDU im Wahlkampf persönlich angriff. Er hielt sich auch an die Ankündigung, sich in den Monaten zwischen Direktwahl und Amtsantritt nicht politisch zu äußern und der noch amtierende Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) das Feld zu überlassen.
Mit Bonames verbunden
Der Politologe und Sozialbetriebswirt gibt sich bodenständig und modern, heimatverbunden und international. Mit bürgernahem Auftreten und sozialpolitischen Themen punktete er im Wahlkampf. Feldmann suchte unermüdlich das Gespräch mit den Wählern - hörte zu und redete unbeirrbar, bis seine strapazierte Stimme kaum noch zu verstehen war.
Feldmann, der aus einer weltlich orientierten jüdischen Familie stammt, betont seine Bodenständigkeit und seine Weltoffenheit. Er hebt einerseits seine Verbundenheit mit dem wenig attraktiven Frankfurter Stadtteil Bonames im Norden Frankfurts hervor. Dort wuchs er in einem Haus mit vielen Wohnungen auf und leitete später das Jugendhaus im Stadtteil. Gleichzeitig weist Feldmann auch immer wieder auf das besonders große internationale Potenzial Frankfurts hin und will dieses besser mit und für die Stadt nutzen als seine Vorgängerin.
Noch kurz vor dem Beginn des Oberbürgermeister-Wahlkampfs reiste der Sozialdemokrat nach Pakistan, wo seine Lebensgefährtin für die Uno arbeitet. Später trennte sich das Paar, sorgt aber auch künftig gemeinsam für die kleine Tochter, die immer mal wieder bei ihrem Vater wohnen und ihn auf manchen Terminen als OB begleiten wird.
endlich wieder jemand mit Visionen und klaren Vorstellungen
Stefan Grün (klarsehend)
- 26.06.2012, 18:38 Uhr
Zum Glück ...
Closed via SSO (KlausTheo)
- 25.06.2012, 15:51 Uhr

