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Pelzhändler Ein Nerzjäckchen zum Abitur

 ·  Mit dem klassischen Mantel machen Pelzhändler heute nicht mehr den großen Umsatz. Sie setzen auf kombinierte Kleidungsstücke und Accessoires. Und die Geschäfte laufen gut - trotz der Kritik von Tierschützern.

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Goetz Solmos

Sehr geehrte Frau Wild,

Sie verwenden hier, ob bewusst oder unbewusst sei dahingestellt,die altbekannten Abwehrstrategien, die gegen den Tierschutz vorgebracht werden. Sie versuchen ein Leid durch ein anderes zu relativieren und stecken meine Aussage voreilig und argumentativ fragwürdig in eine "ökoterroristische Schublade".
Aus Ihrer Antwort entnehme ich, dass Pelztiere in China gut gehalten werden, da anderweitig niemand mehr ihr Fell kaufen würde. Da beißt sich Ihre Argumentation in den Schwanz. Informieren Sie sich bitte auf Videoportalen über Qualzuchten der Pelztiere, darüber, dass diese teilweise bei lebendigem Leib gehäutet oder durch Stromstösse brutal getötet werden. Pelzgewinnung steht moralisch auf einer der untersten Ebenen, weil hier die Qual für das Tier und der Nutzen für den Menschen nicht weiter auseinander liegen könnte. Weiterhin besteht moralisch ein großer Unterschied zwischen einer Qualzucht und dem durch Windräder verursachten Vogelsterben, das ich damit sicher nicht billigen möchte.

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Goetz Solmos

Selbstbewusstsein und Aufklärung werden mit fehlender Moral und Verdrängung verwechselt

Die Auslagerung der schmutzigen Seiten des Geschäfts trifft wohl eher das Thema: Die Pelzproduktion wird nicht nur wegen der niedrigen Lohnkosten nach China oder Tschechien abgegeben! Katastrophale Tierschutzbedingungen und die daraus resultierende Möglichkeit die Tiere noch unkontrollierter ausbeuten zu können, sind wohl das eigentliche Motiv.
Die Tendenzen sehen in der Massentierhaltung nicht anders aus. Unternehmen expandieren nicht selten in Länder, welche die Messlatte beim Tierschutz ganz nach unten legen. Die Regierung greift bei der Absicherung solcher Geschäfte auch gerne unter die Arme: Beispielsweise wird der Export von Käfighaltungssystemen, die bereits in der EU verboten sind, mit Hermesbürgschaften in Millionenhöhe abgesichert.
Eine echte Win-Win-Situation für Wirtschaft und Kunden: Unternehmen fahren höhere Gewinne ein, der Kunde kann sein Schnitzel und seine Nerzjacke wieder genießen: Aus den Augen, aus dem Sinn.

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16.01.2013, 18:27 Uhr

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