16.01.2013 · Mit dem klassischen Mantel machen Pelzhändler heute nicht mehr den großen Umsatz. Sie setzen auf kombinierte Kleidungsstücke und Accessoires. Und die Geschäfte laufen gut - trotz der Kritik von Tierschützern.
Von Laura-Julie WeißkopfRichtlinien für Lesermeinungen
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Sie verwenden hier, ob bewusst oder unbewusst sei dahingestellt,die
altbekannten Abwehrstrategien, die gegen den Tierschutz vorgebracht
werden. Sie versuchen ein Leid durch ein anderes zu relativieren und
stecken meine Aussage voreilig und argumentativ fragwürdig in eine
"ökoterroristische Schublade".
Aus Ihrer Antwort entnehme ich, dass Pelztiere in China gut gehalten
werden, da anderweitig niemand mehr ihr Fell kaufen würde. Da
beißt sich Ihre Argumentation in den Schwanz. Informieren Sie sich
bitte auf Videoportalen über Qualzuchten der Pelztiere,
darüber, dass diese teilweise bei lebendigem Leib gehäutet
oder durch Stromstösse brutal getötet werden. Pelzgewinnung
steht moralisch auf einer der untersten Ebenen, weil hier die Qual
für das Tier und der Nutzen für den Menschen nicht weiter
auseinander liegen könnte. Weiterhin besteht moralisch ein
großer Unterschied zwischen einer Qualzucht und dem durch
Windräder verursachten Vogelsterben, das ich damit sicher nicht
billigen möchte.
Selbstbewusstsein und Aufklärung werden mit fehlender Moral und Verdrängung verwechselt
Die Auslagerung der schmutzigen Seiten des Geschäfts trifft wohl
eher das Thema: Die Pelzproduktion wird nicht nur wegen der niedrigen
Lohnkosten nach China oder Tschechien abgegeben! Katastrophale
Tierschutzbedingungen und die daraus resultierende Möglichkeit die
Tiere noch unkontrollierter ausbeuten zu können, sind wohl das
eigentliche Motiv.
Die Tendenzen sehen in der Massentierhaltung nicht anders aus.
Unternehmen expandieren nicht selten in Länder, welche die
Messlatte beim Tierschutz ganz nach unten legen. Die Regierung greift
bei der Absicherung solcher Geschäfte auch gerne unter die Arme:
Beispielsweise wird der Export von Käfighaltungssystemen, die
bereits in der EU verboten sind, mit Hermesbürgschaften in
Millionenhöhe abgesichert.
Eine echte Win-Win-Situation für Wirtschaft und Kunden: Unternehmen
fahren höhere Gewinne ein, der Kunde kann sein Schnitzel und seine
Nerzjacke wieder genießen: Aus den Augen, aus dem Sinn.