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Parteitag der Hessen-CDU : Gutes Ergebnis und leise Zweifel

Soll vorangehen: Volker Bouffier (vorne), umringt von Franz Josef Jung, Michael Meister und Eva Kühne-Hörmann (v.l.) Bild: dpa

Auf dem Landesparteitag der hessischen CDU Hessen lobt der Ministerpräsident die eigene Mannschaft und wird zum Spitzenkandidaten gewählt.

          Umfragewerte hin, Umfragewerte her. Die Zahlen, die für Volker Bouffier in diesen Tagen zählen, sind andere. Am Rande des Landesparteitags der CDU in Alsfeld spricht der Ministerpräsident, wie dieser Tage und Wochen auch sonst gerne und oft, von reduzierter Neuverschuldung. Von einer Rekordaufklärungsquote bei Straftaten, von mehr Erwerbstätigen und mehr Polizeibeamten denn je in Hessen, von 2500 zusätzlichen Lehrerstellen, einer Unterrichtsversorgung von mehr als 100 Prozent und davon, dass noch nie so viel Geld für Bildung und Wissenschaft ausgegeben worden sei, noch nie so wenige Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen hätten wie heute. „Hessen ist spitze“, sagt er. Diesen Spitzenplatz gelte es zu verteidigen gegen die mit den derzeit so hohen Popularitätswerten, gegen „rot-grüne Politabenteurer“.

          Ralf Euler

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Der hessische CDU-Generalsekretär Peter Beuth muss schon von Amts wegen selbst ernüchternde Umfrageergebnisse als ermutigend ansehen. „Die Richtung stimmt“, gibt er als Parole aus, obwohl der derzeitige Koalitionspartner in Hessen, die FDP, um den Wiedereinzug in den Landtag bangen muss. Beuths Rechnung geht anders: Zwar liege in der jüngsten Befragung das rot-grüne Lager in Hessen noch mit 46 zu 43 Prozent vor der schwarz-gelben Regierungskoalition, aber vor 16 Monaten habe der Abstand noch 16 Prozentpunkte betragen. „Wir schließen auf“, machte der General den Delegierten beim Parteitag am Samstag Mut. „Wir schaffen das, wir werden den Rückstand noch aufholen.“ Der Beifall der knapp 300 Delegierten fällt mäßig aus.

          Volker Bouffier brennt für die Politik

          Bouffier übernimmt die Aufgabe, den Parteitag auf einen bevorstehenden Lagerwahlkampf einzuschwören, für Kampfesmut und Zuversicht zu sorgen. „Burning Heart“, die Hymne aus dem Achtziger-Jahre-Boxfilm „Rocky IV“, Untertitel „Der Kampf des Jahrhunderts“, schmettert aus den Lautsprechern, als der Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzende am Vormittag mit seiner Frau Ursula in die Hessenhalle in Alsfeld einzieht. Mit kühlem Kopf, aber brennendem Herzen wolle er für die CDU und für Hessen fighten, sagt Bouffier.

          Und doch, da ist bei allem zur Schau gestellten Optimismus auch die latente, sich schleichend verfestigende Befürchtung, es könne einer Mehrheit der Hessen derart gutgehen, dass sie glaube, sich mal wieder eine rot-grüne Regierung leisten zu können. Nach fast 15 Jahren unter den CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch und Volker Bouffier spürt mancher in der Union jetzt so etwas wie Wechselstimmung im Land. Die Erfolge, die doch unbestreitbar seien, so heißt es, würden wohl zunehmend als selbstverständlich angesehen. „Mit der Vergangenheit lässt sich keine Wahl mehr gewinnen.“

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