http://www.faz.net/-gzg-8w2hj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren

Veröffentlicht: 20.03.2017, 14:24 Uhr

Malteser Hospizhelfer Papierschiffchen zum Abschied

Malteser Hospizhelfer sprechen über ihre Arbeit

von Christoph Brügmann und Chiara Burchert
© dpa „Eine Begleitung ist so individuell wie der Mensch selbst“: Mitarbeiterin eines Hospizes hält die Hand einer todkranken Bewohnerin (Symbolbild)

Sie begleiten schwerkranke Menschen auf ihrem letzten Weg, und weitere Helfer werden gesucht: 25 Freiwillige haben in den vergangenen zwei Jahren die Ausbildung zum Malteser Hospizhelfer durchlaufen. Ihr Ziel ist es, die Lebensqualität der Sterbenskranken und ihrer Angehörigen zu erhöhen.

Begleitungen, wie die Malteser die Hospizdienste nennen, gestalten sich nie gleich. Die Anzahl der Besuche variiert von Patient zu Patient. „Eine Begleitung ist so individuell wie der Mensch selbst“, sagt die Stadtbeauftragte der Malteser, Annette Lehmann. Die Malteser bieten ihre Hilfe sowohl in Pflegeheimen als auch in der häuslichen Betreuung an.

„Häufig als Todesengel wahrgenommen“

Die ersten Minuten einer Begleitung seien oft schwierig, sagt Rosemarie Houda. Die ehrenamtliche Hospizhelferin ist seit Mai 2016 bei den Maltesern aktiv und hat bereits fünf Begleitungen abgeschlossen. „Wenn man in das Zimmer kommt, wird man häufig als Todesengel wahrgenommen“, sagt Houda. Es gebe aber auch Fälle, in denen sie freudig begrüßt werde. Eine Erfahrung, die auch Anke Hens bereits gemacht hat. Von ihrer ersten Begleitung blieb ihr vor allem die Dankbarkeit des Patienten im Gedächtnis. Sie war in der kurzen Zeit der Betreuung vor allem eine Unterstützung für die Ehefrau des Mannes, damit diese etwas mehr Zeit für sich selbst hatte. Auch auf Hens hatte die erste Begleitung Auswirkungen: „Es hat mir die Angst vor dem Sterben nicht genommen, aber sie ist kleiner geworden.“

Mehr zum Thema

Um den Herausforderungen des Hospizdienstes gewachsen zu sein, erhalten die Freiwilligen eine Ausbildung. Einmal in der Woche lernen die Ehrenamtlichen, Grenzen zu setzen, zuzuhören und das Erlebte zu verarbeiten. Martin Alsheimer war früher Betriebswirt und ist nun Rentner. Auch er beendet die Ausbildung und ist seit Mai vergangenen Jahres ausgebildeter Wegbegleiter. Für ihn ist es wichtig, offen mit dem Sterbeprozess umzugehen. „Der Tod wird tabuisiert, aber wir wollen das Thema in die Gesellschaft zurückbringen“, sagt Alsheimer. Um den Tod eines Patienten zu verarbeiten, gibt es, außer persönlichen Ritualen der Wegbegleiter, eine gemeinsame Tradition: Papierschiffchen, eines für jeden Verstorbenen, symbolisieren den Übergang vom Diesseits ins Jenseits. Sie werden in den Räumen der Malteser aufgehängt.

Streithähne der Lüfte

Von Jochen Remmert

Wegen des Strategiewechsels der Fraport hin zu mehr Low-Cost-Fliegerei streiten der Flughafenbetreiber und die Lufthansa immer weiter. Über kurz oder lang wird der Luftfahrtstandort Frankfurt Schaden nehmen. Mehr 10 13

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen

Zur Homepage