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Palmengarten : Hausschwamm verzögert die Sanierung

Baustelle: Das Gesellschaftshaus im Palmengarten wird noch saniert. Bild: Fricke, Helmut

Es dauert länger als geplant. Ursprünglich sollte das Gesellschaftshaus im Frankfurter Palmengarten noch in diesem Jahr wiedereröffnet werden. Doch die Sanierung ist komplizierter als gedacht.

          Es dauert länger als geplant. Ursprünglich sollte das Gesellschaftshaus im Frankfurter Palmengarten noch in diesem Jahr wiedereröffnet werden. Doch Hausschwamm und andere unvorhergesehene Schäden an den alten Gemäuern haben die Sanierung komplizierter gemacht als angenommen. Doch nun gehen die Arbeiten in die Endrunde. Im Sommer oder Frühherbst, so hofft der künftige Geschäftsführer Robert Mangold, könnten die Bauleute ihm das Gebäude übergeben. Wer für seine Weihnachtsfeier im nächsten Jahr einen repräsentativen Raum und eine niveauvolle Bewirtung sucht, kann sich dann an Mangold und seine Mitarbeiter wenden.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Noch sind die Säulen im Festsaal allerdings von schützenden Planen umgeben, noch ist das Parkett lediglich zu einem Drittel verlegt, und noch warten die Türen auf der Balustrade auf ihren Einbaus. Angesichts der restaurierten Deckengemälde, der Wandvertäfelung und des endlich wieder großzügig gestalteten Eingangs zum Palmenhauses ist aber schon jetzt zu erkennen, dass hier einer der schönsten Säle der Stadt im Werden ist.

          Ein behutsamer Umbauplan

          Das 1871 nach den Plänen des Architekten Friedrich Kayser im klassizistischen Stil errichtete und 1878 nach einem Brand von Friedrich Thiersch wiederaufgebaute und neu ausgestattete Gebäude war lange Zeit die erste Adresse für Feiern in Frankfurt gewesen. Doch Martin Elsaesser fügte 1928 auf der Südseite Richtung Bockenheimer einen Anbau im Bauhaus-Stil hinzu, und nach dem Krieg verlor der Festsaal durch Einbauten und Abdeckungen einen großen Teil seiner ursprünglichen Pracht.

          Im Auftrag der Stadt hat der englische Architekt David Chipperfield dann vor einigen Jahren einen behutsamen Umbauplan entwickelt, der die alte Schönheit des Saals wiedererwecken und sie mit einer technischen Modernisierung verbinden soll. 40MillionenEuro hat die Stadt ursprünglich für diese Grundsanierung eingeplant, doch der Betrag dürfte zu niedrig gewesen sein - zu groß waren die Schäden, zu lange hatte man zu wenig in die Substanz des Baus investiert.

          Vorerst arbeiten im Gesellschaftshaus aber nicht Köche und Kellner, sondern Elektriker und Fließenleger

          Betreiber des neuen Gesellschaftshauses wird der „Tigerpalast“ sein. Allerdings werden Johnny Klinke und seine Partner Margareta Dillinger und Robert Mangold nicht ihr Varieté in den Saal verlegen: Von der Heiligkreuzgasse in den Botanischen Garten sollen lediglich Sternekoch Alfred Friedrich und Chef-Sommelier Miguel Martin wechseln. Sie wollen aus dem geplanten Feinschmecker-Restaurant „Lafleur“ an der Westseite des Elsaesser-Baus eine erste Adresse machen. Den Festsaal einschließlich des Emporensaals über der Bühne sowie wie die Säle „Lilie“ und „Orchidee“ und die Palmenhaus-Terrasse wird Thomas Quecke als Küchenchef ausschließlich mit frisch zubereiteten Speisen beliefern. „Es gibt kein vorgefertigtes Bankett-Essen, denn das schmeckt nicht“, sagt Manager Mangold, der auch nicht mit Aushilfen arbeiten, sondern etwa 45 Mitarbeiter fest einstellen will.

          Vorerst arbeiten im Gesellschaftshaus aber nicht Köche und Kellner, sondern Elektriker und Fließenleger. Überall im Elsaesser-Bau hängen rote und graue Kabel aus der Decke. Wände und Böden sind noch weitgehend nackt. Aber die Funktionsstruktur des Komplexes ist schon zu erkennen: Wo früher das Restaurant war, soll künftig ein Foyer mit Bar von beiden Enden des Gebäudes zugänglich sein. Und von der dreistufigen Terrasse sollen die Gäste auf die Rabatte hinter dem Haupteingang und die Bockenheimer Landstraße blicken. Zwei Treppenaufgänge führen vom Foyer hinauf zur Balustrade und zu den kleineren Sälen. Von oben schauen die Besucher dann nicht nur hinunter auf den Saal, sondern auch durch eine breite Fensterfront auf das Palmenhaus. Noch allerdings behindern große Planen die Sicht auf dieses kleine Paradies.

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