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Frankfurter Geschäftsleben : Oxfam eröffnet fünfte Frankfurt-Filiale

Oeder Weg: Mama & Co verabschiedet sich, Nachfolger wird Oxfam. Bild: Helmut Fricke

Wohnaccessoires von Cri-Cri gibt es demnächst auch wieder in der Innenstadt, Oxfam zieht an den Oeder Weg, und Jil Sander stellt sich an der Goethestraße neu auf.

          Oxfam statt Mama & Co: Es ist noch keine zwar Jahre her, dass die Zwillingsschwestern Marion Korte und Gisela Heß mit ihrem Fachgeschäft für Mutter und Kind am Oeder Weg umgezogen sind. Aus persönlichen Gründen müssen sie ihr Geschäft, das seinerzeit mit dem Gründerpreis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet worden war, jedoch aufgeben. Anfang Mai übernimmt die Hilfsorganisation Oxfam die Ladenfläche am Oeder Weg, um dort - nach dem Vorbild des Oxfam-Shops am Merianplatz - im Sommer ein Geschäft für gebrauchte Kleider, Haushaltswaren und Bücher zu eröffnen. Es ist dann die fünfte Frankfurt-Filiale der Oxfam Deutschland Shops gGmbH, die mit rund 50 Shops im vergangenen Jahr Erlöse von knapp drei Millionen Euro erwirtschaftete.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Shops seien nach wie vor einer der wichtigsten Quellen zur Finanzierung der Arbeit der Hilfsorganisation, sagt Regionalleiter Dirk Horn. Schon länger habe man den Oeder Weg im Auge. Die Einkaufs- und Flanierstraße halte er für sehr geeignet für das Oxfam-Konzept. „Wir brauchen eine gute Lauflage.“ Oxfam-Shops leben von Spenden und werden komplett durch ehrenamtliche Mitarbeit organisiert. Dreißig bis vierzig Ehrenamtliche arbeiten in der Regel für einen Shop. Wegen der Flüchtlingshilfe sind die Sachspenden laut Horn inzwischen zwar rückläufig. Aber die Lager vieler karitativer Organisationen platzten aus allen Nähten, weshalb Sachen von dort inzwischen an die Oxfam-Shops abgegeben würden.

          Brax geht, Ludwig Reiter zieht um

          Für die Schillerstraße gibt es gute und schlechte Nachrichten. Mit dem Wegzug des Golf Houses nach Eschborn steht immer noch eine prominente Fläche an der Straße leer. Außerdem hat Ende Januar die Marke Brax ihr Geschäft geschlossen, das es erst seit gut zwei Jahren an der Stelle gab. Brax ist die erfolgreiche Marke des Herforder Textilunternehmens Leineweber. Die Brax-Umsätze gingen im vergangenen Jahr zwar weltweit um 3 Prozent zurück, aber die eigenen Markengeschäfte legten zu, und zwar um 5 Prozent (bereinigt um neue Flächen). Mit der Entwicklung an der Schillerstraße waren die Herforder generell nicht unzufrieden, allerdings sei die Filiale „ein Stück weit“ hinter den Erwartungen geblieben, teilt ein Sprecher mit und verweist auf die verbleibende Brax-Filiale im Einkaufszentrum Skyline Plaza.

          Schillerstraße: Brax hatte mehr erwartet, jetzt kommt ein Geschäft für Videospiele.
          Schillerstraße: Brax hatte mehr erwartet, jetzt kommt ein Geschäft für Videospiele. : Bild: Helmut Fricke

          Nachmieter wird der Videospiele-Anbieter Game Stop, der bisher in der Zeilgalerie ein Geschäft hat. Das dürfte den Modefilialisten an der Straße nicht behagen. Freuen wird sie dagegen, dass im März mit Ludwig Reiter ein Schuhgeschäft für hochwertige Schuhe in die Straße zieht. Ludwig Reiter übernimmt die Fläche eines Versicherungsbüros neben Haushaltswaren Lorey. Die Filiale der österreichischen Schuhmanufaktur, die auf rahmengenähte Schuhe spezialisiert ist, aber auch sportliche Schuhe im Programm hat, verdoppelt ihre Fläche am neuen Standort. Zuletzt war das Schuhgeschäft etwas versteckt am Rathenauplatz. Und noch einen Neuling verzeichnet die Schillerstraße. Weiter oben, wo bisher ein Geschäft für Stempel war, wird, wie zu hören ist, ein Käse- und Wein-Sommelier einziehen.

          Berluti-Premiere und Jil Sander

          Das Büro- und Geschäftshaus „Goethe 34“ an der Ecke Freßgass’ und Goethestraße ist jetzt komplett vermietet. Wie das Immobilienunternehmen Rubinstein informiert, sind alle Flächen für Einzelhandel (1200 Quadratmeter) und Büros belegt. Nachbar von MCM mit Eingang zur Goethestraße werden die Luxus-Schuhmarke Berluti und das Designer-Label Jil Sander. Für die zum französischen Luxusgüter-Konzern LVMH gehörende Marke Berluti ist es das erste Marken-Geschäft in Deutschland. Berluti belegt Flächen im Erd- und Untergeschoss.

          Jil Sander ist bereits mit einem Geschäft für Damen an der Goethestraße vertreten und plant am neuen Standort auf zwei Etagen ein neues Konzept für Herren- und Damenmode, wie es heißt. Das bisherige Geschäft wird zunächst ein Geschäft auf Zeit, bis der endgültige Mieter, der schon feststeht, einzieht. Näheres will man bei Jil Sander noch nicht verraten. Jil Sander wurde 2008 an den japanischen Modekonzern Onward Holdings verkauft. Sitz ist in Mailand.

          Cri-Cri in der B-Ebene

          Das auf Inneneinrichtung spezialisierte Geschäft Cri-Cri gibt es inzwischen wieder klein und fein am Schneckenhofweg in Sachsenhausen. Das 1300 Quadratmeter große Einrichtungshaus am Roßmarkt war vor fünf Jahren geschlossen worden, weil der Mietvertrag auslief und Geschäftsinhaberin Ingrid Kofler bei einer Verlängerung viel Geld hätte in einen Umbau stecken müssen. Die Roßmarkt-Filiale war das letzte noch übriggebliebene Geschäft einer Einzelhandelskette, die in den besten Zeiten rund 30 Niederlassungen in der Rhein-Main-Region zählte. Wegen der wachsenden Konkurrenz in der Branche (Butlers, Depot) konzentrierte sich Cri-Cri auf immer weniger Geschäfte und setzte auf ein hochwertiges Sortiment.

          B-Ebene: Chri-Cri eröffnet Ende des Monats eine Boutique für Geschenke.
          B-Ebene: Chri-Cri eröffnet Ende des Monats eine Boutique für Geschenke. : Bild: Helmut Fricke

          Auch im Geschäft in Sachsenhausen gibt es Bett- und Tischwäsche, Kissen und Heimtextilien auf Wunschmaß. Nun setzt Kofler erstmals wieder einen Fuß in die Innenstadt. In der sogenannten B-Ebene, der Zwischenebene der Bahnstation Hauptwache, hat die Verkehrsgesellschaft Frankfurt aufgeräumt, sauber und mehr Licht gemacht. Für Flächen, die seit langem leer standen, wurden neue Mieter gefunden. Eine davon, 180 Quadratmeter groß, hat Cri-Cri angemietet und wird dort Ende des Monats eine Boutique für „hochwertige Geschenke und nützliche Dinge“ eröffnen, wie Kofler sagt. Laut Homepage sucht Cri-Cri weitere Ladenflächen. „Wir wollen eventuell filialisieren“, meint die Chefin.

          Quelle: F.A.Z.

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