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Otto-Hahn-Schule, Frankfurt Gab es den Struwwelpeter wirklich?

06.07.2009 ·  Wer war der Struwwelpeter? Dies herauszufinden haben sich die Schüler der Klasse 5Fc der Otto-Hahn-Schule zur Aufgabe gemacht - und fanden Antworten im Struwwelpeter-Museum.

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Der Struwwelpeter war einer, der sich nie waschen wollte. Er hatte sich ein Jahr lang nicht die Fingernägel geschnitten, so wurden sie fast einen halben Meter lang. Mit diesen dünnen, spitzen Krallen konnte er noch nicht einmal eine Buchseite aufschlagen. Auch das Schreiben fiel ihm schwer. Seine langen Haare waren so struppelig wie Heu, denn er kämmte und schnitt sie nie. Und er wusch sie nie, so dass sie immer länger und dreckiger wurden. Auf die Frage von Herrn Fuchs, der die Führungen im Struwwelpeter-Museum leitet, ob es den Struwwelpeter wirklich gab, findet die Klasse 5Fc der Otto-Hahn-Schule erst eine Antwort, nachdem ein Klassenkamerad in die Rolle des Struwwelpeters geschlüpft war: Er zog sich überdimensionierte Fingernagelattrappen an - und konnte wirklich keine Buchseite mehr umdrehen. Der Struwwelpeter ist eine literarische Erfindung von Heinrich Hoffmann, keine historisch bestätigte Person.

Vor 200 hundert Jahren, am 13. Juni 1809, wurde Heinrich Hoffmann in Frankfurt am Main geboren; 1896 starb er im Grüneburgweg 69. Hoffmann war verheiratet und hatte drei Kinder. Er war Arzt in seiner psychiatrischen Praxis in Sachsenhausen. Außerdem war er Dichter, Politiker und Buchschreiber. Der Autor hat mehr als elf Bücher geschrieben, sein bekanntestes Werk ist der Struwwelpeter. Dieses Bilderbuch hat er 1844 für seinen dreijährigen Sohn Carl als Weihnachtsgeschenk geschrieben. Mittlerweile wurde der „Struwwelpeter“ in viele Sprachen übersetzt.

Mitten im Frankfurter Westend in der Schubertstraße wird die Welt des Struwwelpeters und seines Autors Heinrich Hoffmann lebendig. Seit 1977 hat hier das Struwwelpeter-Museum seinen Platz in einem schönen alten Bürgerhaus. Die Dauerausstellung zeigt Heinrich Hoffmann und seinen Struwwelpeter. Im zweiten Stock des Museums gibt es Kostüme zu betraten und für Kinder die Möglichkeit, selbst Theater zu spielen, oder über den Struwwelpeter zu rappen. In unserer Klasse rappten Athanasios, Yasmin, Dimitri und Kimya den Struwwelpetersong.

Vermutlich erinnern sich die meisten Leser des Struwwelpeterbuchs an „Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug“: Eine Mutter sagt, dass sie einkaufen gehen muss, und dass Paulinchen nicht mit dem Feuer spielen soll. Später ist Paulinchen mit den zwei Katzen alleine zu Hause. Sie findet eine Streichholzpackung und will den Kamin anzünden. Die Katzen sagen dabei: „Lass stehen, sonst brennst du lichterloh.“ Paulinchen hört nicht auf ihre Katzen, zündet die Streichhölzer an, ein Feuer entsteht, dass sie nicht kontrollieren kann - und bald steht die ganze Wohnung in Flammen. Alles verbrennt; auch das arme Paulinchen ist bald nur noch ein Häufchen Asche. Die Katzen weinen die ganze Zeit. Die Mutter kommt nach Hause, sieht die Asche und weint mit den Katzen.

Von Marcel Hummel, Adrian Musick und Dimitri Schefner aus der Klasse 5Fc der Otto-Hahn-Schule, Frankfurt.

Quelle: F.A.Z.
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