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Veröffentlicht: 25.02.2013, 19:25 Uhr

Oscar-Nacht im Filmmuseum Mit Brad Pitt auf dem roten Teppich

Bei Popcorn, Champagner und viel Kaffee feiern 400 Gäste die erste Oscar-Nacht im Filmmuseum. Der Cocktail „Django Unchained“ ist der Favorit des Abends.

von Theresa Gruß, Frankfurt
© von Siebenthal, Jakob Fast wie im Dolby Theatre in Hollywood: Die Garderobe einiger Besucher im Filmmuseum war oscarreif.

Adrian und Leonie wollen durchhalten. Die beiden Studenten aus Frankfurt winken auf dem roten Teppich den Fotografen zu. Keine zwei Schritte neben ihnen lächeln Brad Pitt und Angelina Jolie in die Kameras. Jedoch leider nur auf dem Bildschirm. Ein Blue-Screen und das sogenannte Chromakey-Verfahren machen es möglich. Eine Aufnahme vor dem blauen Hintergrund wird täuschend echt auf den roten Teppich in Hollywood projiziert. So stehen Adrian und Leonie also in Sachsenhausen auf dem blauen Läufer und fühlen sich doch wie in Los Angeles im Blitzlichtgewitter. Den Schnappschuss kann das Paar mit nach Hause nehmen.

Rund 400 Gäste schlendern in der Nacht von Sonntag auf Montag über den roten Teppich am Schaumainkai: Bei der ersten vom Filmmuseum veranstalteten Oscar-Nacht steht die Zeit bis zur Live-Übertragung aus Los Angeles ganz im Zeichen der goldenen Trophäe. Im vierten Obergeschoss schminken und frisieren professionelle Stylisten die Gäste für den großen Auftritt. Die Ausstellung „And the Oscar goes to - 85 Jahre Bester Film“ steigert die Vorfreude auf die Verleihung. Im Kinosaal werden Filmausschnitte aus den vergangenen 85 Jahren gezeigt. Dazu gibt es Popcorn, Champagner und Bier.

Den nächsten Tag freigenommen

An der Bar im Erdgeschoss ist der Cocktail „Django Unchained“ der Favorit des Abends. Mit Whiskey, Minze, Zuckerwasser, Soda und Chili kommt er besonders gut bei den Gästen an. Persönlicher Favorit von Barkeeper Michael ist aber „The Lincoln“, der mit Whiskey, Apfelsaft, Ahornsirup und Limone „eher rauchig“ schmecke. Doch nicht die besten Drinks werden in dieser Nacht prämiert.

Zwei Frauen aus Dieburg freuen sich schon auf die Verleihung, wissen allerdings noch nicht, ob sie bis dahin wach bleiben. Sie haben sich vorsorglich den nächsten Tag freigenommen. Auch Susanne Froelich aus Walldorf musste nicht arbeiten. Sie hat die Oscar-Verleihung in den vergangenen Jahren immer zuhause angeschaut und freut sich, dass sie dieses Jahr „nicht aus Versehen auf dem Sofa einschlafen kann“, sondern in einem der roten Kinosessel sitzt. Vielleicht liegt es an dem gemütlichen Mobiliar, dass nicht alle die Augen offen halten. Gegen 1.30 Uhr sind die ersten Zuschauer in den Sesseln eingenickt.

Eine Nacht für die Weiterbildung

Die Organisatoren sind dennoch zufrieden mit der ersten Oscar-Nacht im Filmmuseum. Das Durchhaltevermögen der Gäste sei bewundernswert. Und damit sie auch nicht schlapp machen, gibt es gegen drei Uhr reichlich Kaffee und ein Frühstück. Es ist im Eintrittspreis von sieben Euro enthalten.

Das lassen sich Vanessa und Viktoria nicht entgehen. Die beiden Frauen studieren Film- und Medienwissenschaften in Frankfurt. Sie nutzen die Nacht zur Weiterbildung in den Semesterferien und schlendern durch die Ausstellung. „Wir sind nicht nur wegen der Verleihung hier. Die Ankündigung der Veranstaltung klang gut, da wollten wir dabei sein.“

„Der Mann weiß, wovon er spricht“

So sitzen sie im ersten Obergeschoss und verfolgen die Verleihung auf der Leinwand. Als Christoph Waltz als bester Nebendarsteller den Oscar für seine Rolle im Film „Django Unchained“ gewinnt, klatschen die Zuschauer im Filmmuseum. Eher verhalten reagieren sie dagegen auf die anderen Entscheidungen.

Es ist 5.55 Uhr, als feststeht, dass Michael Kinzer recht behalten soll. Vor fünf Stunden hatte der Kurator der Ausstellung „And the Oscar goes to“ seine Prognosen abgegeben, welche Filme das Rennen bei der 85. Verleihung der begehrten Trophäe machen werden. In den frühen Morgenstunden hat sich sein Tipp, „Argo“ als bester Film, bewahrheitet.

19 von 24 ausgezeichneten Filmen hat der Kurator richtig getippt. Die Zuschauer sind beeindruckt. „Der Mann weiß, wovon er spricht“, sagt Susanne Froelich. Sie wird ihrem Film-Club von der Nacht im Museum berichten. Und hofft, dass es im nächsten Jahr wieder eine solche Veranstaltung gibt, wenn es heißt: „And the Oscar goes to...“.

Quelle: F.A.Z.

 

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