Der Stellenabbau bei den europäischen Tochterunternehmen von General Motors - also auch bei Opel - soll vollzogen werden, ohne daß betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden. Darauf haben sich Management und Arbeitnehmervertreter verständigt. Dem Vernehmen nach hat sich der Verwaltungsrat von General Motors am Dienstag nach langwierigen Beratungen entschlossen, das einschneidende Sanierungsprogramm auf der Grundlage einer Vereinbarung mit dem Opel-Gesamtbetriebsrat durchzusetzen. Am Donnerstag soll die Belegschaft des Automobilherstellers über die Ergebnisse der Verhandlungen mit dem Management informiert werden.
Rund 500Millionen Euro sollen jährlich bei den europäischen GM-Unternehmen gespart werden, der größte Teil der Summe soll durch Einschnitte in den Personalkosten zusammenkommen. Diese Vorgabe hatte die Angst vor Entlassungen und der Schließung eines der deutschen Werke von Opel geschürt. Das aber scheint nun vermieden werden zu können. Vorgesehen ist jetzt, eine Beschäftigungsgesellschaft für die meisten der vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter zu gründen. Außerdem sollen Abfindungsregelungen und Programme für Altersteilzeit und Vorruhestand aufgelegt werden. Außerdem werden die Beschäftigten Einschnitte bei übertariflichen Leistungen hinnehmen müssen.
Die Einigung scheint erst nach schwierigen Verhandlungen gelungen zu sein. Nach der Entscheidung des Verwaltungsrats am Dienstag konferierten am Mittwoch noch bis in die Abendstunden Geschäftsführung und Betriebsrat bei Opel in der Rüsselsheimer Unternehmenszentrale.
Fest steht, daß nur eine Teillösung erreicht worden ist, nach Einschätzungen aus dem Unternehmen werden die Gespräche zwischen Arbeitnehmervertretern und Management noch bis weit ins nächste Jahr dauern. So ist bisher noch nicht darüber entschieden worden, wo das Nachfolgemodell der Mittelklasse produziert werden soll; in Frage kommen das Stammwerk in Rüsselsheim und das Saab-Werk im schwedischen Trollhättan. Nach Angaben des Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Klaus Franz sind für diesen Wettbewerb der Werke "faire Bedingungen" vereinbart worden. (hm.)

