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Opel-Gesamtbetriebsratschef : „Wir sind wieder die Gewinner“

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Optimist: Wolfgang Schäfer-Klug rechnet mit anhaltendem Aufschwung bei Opel. Bild: Röth, Frank

In schwerer Zeit wurde Wolfgang Schäfer-Klug bei Opel zum obersten Arbeitnehmervertreter gewählt. Nun sieht er die Marke mit dem Blitz auf der Überholspur und nennt neue Stellen ein Dauerthema.

          Opel hat einige neue Autos vorgestellt, mit dem Bau eines Motorentestzentrums in Rüsselsheim begonnen und Absatz wie Marktanteile gesteigert: Sind Sie mit 2014 zufrieden?

          2014 war ein Jahr, in dem Opel sein Comeback fortsetzen konnte. Opel ist weiter gewachsen und hat das Markenimage weiter verbessert. Auch aus Arbeitnehmersicht haben wir ein gutes Jahr hinter uns. Bei wichtigen Themen sind wir zu guten Lösungen gekommen.

          Was meinen Sie im Einzelnen?

          Einerseits Investitionen auf Grundlage unserer Tarifverträge – wie die in das Motorentestzentrum, in einen neuen SUV und eine neue Getriebeproduktion für Rüsselsheim, in eine neue Motorenproduktion in Kaiserslautern und die Wiedereinführung der dritten Schicht im Werk Eisenach. Andererseits konnten wir bei Fragen, die den Betriebsalltag betreffen, große Fortschritte erzielen. Das betrifft insbesondere eine familienfreundliche Gestaltung der Arbeitszeit oder die Schaffung von mehr Zeitautonomie für Beschäftigte im Entwicklungszentrum. Alles zusammengenommen, haben wir gemeinsam mit dem Management einen weiteren Schritt in Richtung einer neuen Unternehmenskultur getan. Diese Arbeit bereitet Freude, hat aber viel Zeit und Kraft für alle Beteiligte gekostet.

          Warum war 2014 erfolgreich?

          Ganz einfach: Der Wachstumsplan von Opel greift. Wir sehen das unter anderem an den Marktanteilsgewinnen. Das Management-Team macht gute Arbeit, und die Beschäftigten ziehen mit. Das hatten wir in dieser Form schon sehr lange nicht mehr. Obwohl uns das Marktumfeld viel Wind ins Gesicht bläst, schlägt sich Opel sehr gut.

          Stichwort Marktumfeld: Opel ist zuletzt doppelt so stark gewachsen wie die Konkurrenz im Durchschnitt. Hat Opel nur aufgeholt, was die Marke in den vergangenen Jahren versäumt hatte, oder zeigen die Zahlen das Potential für anhaltendes Wachstum aus eigener Kraft?

          Ganz klar Letzteres, denn weder der russische Markt noch die Türkei haben uns geholfen. Im Gegenteil, in beiden Ländern sind die Verkäufe aufgrund negativer politischer und konjunktureller Entwicklungen gesunken. Diesen Rückgang konnten wir aber aus eigener Kraft in anderen Märkten kompensieren. Zweitens kommt jetzt unsere Modelloffensive etwa durch den neuen Corsa, den Kleinwagen Karl oder den neuen Astra in diesem Jahr richtig in Fahrt. Wir sind wieder die Gewinner – und das ist auch eine Frage der Einstellung. Diesbezüglich hat sich mit dem neuen Team um Karl-Thomas Neumann, Vertriebschef Peter-Christian Küspert und Marketing-Chefin Tina Müller Entscheidendes positiv verändert, ebenso wie beim Auftritt der Marke. Das merken wir Beschäftigten auch ganz persönlich.

          Klopfen Ihnen nun mehr Leute auf die Schultern?

          Viele Menschen im privaten Umfeld, die uns gestern noch bemitleidet haben, sprechen uns heute positiv, manchmal sogar enthusiastisch auf die Veränderungen bei Opel an. Das ist der Turnaround, das Umdenken, das Umparken in den Köpfen der Menschen, das wir für den langfristigen Erfolg brauchen.

          Das wird den Vorstandschef freuen, er hat ja die Mitarbeiter aufgefordert, noch mehr als Markenbotschafter aufzutreten. Sind Sie in dieser Hinsicht auch der oberste Vertreter der Arbeitnehmer?

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