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Oka Nikolov Ein zufriedener Ersatzmann

Oka Nikolov genießt beim Hallenturnier noch einmal die große Bühne. Der Torhüter will noch ein Jahr bei der Eintracht bleiben.

© dapd Vergrößern Eine Eintracht-Institution: Nikolov ist seit 1993 Profi in Frankfurt. Deshalb nennt man ihn den „ewigen Oka“.

Den scherzhaften Seitenhieb seines Chefs konnte Oka Nikolov locker verkraften. „Was war denn das?“, fragte Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Eintracht, seinen Torhüter in den Gängen der Ballsporthalle. Bruchhagen spielte auf einen Fehlpass an, mit dem der Schlussmann im ersten Spiel des Hallenturniers um den Frankfurt Cup am Freitagabend beim 5:3-Sieg gegen den FC St. Pauli ein Gegentor verursacht hatte. Nikolov schmunzelte die freundschaftlich vorgetragene Kritik weg und erwiderte: „Ich wollte halt einen Assist.“

Fast 22 Jahre bei der Eintracht

Daniel Meuren Folgen:      

So locker kann wohl nur eine Eintracht-Institution mit ihrem Vorstandsvorsitzenden über Missgeschicke reden. Und eine solche Institution ist Nikolov mit seinen 38 Jahren, von denen er nun fast 22 bei der Eintracht verbracht hat. 1991 war Nikolov aus der Jugend des SV Darmstadt 98 zu den A-Junioren der Eintracht gewechselt. Karl-Heinz Körbel, mit seinen 602 Einsätzen Bundesliga-Rekordspieler und eine der größten Legenden des Klubs, rühmt sich gerne, dass der damals 17 Jahre alte Junge aus dem Odenwald seine erste Verpflichtung als Nachwuchstrainer gewesen sei. Und Nikolov ist seither wie sein Entdecker in den Jahrzehnten zuvor immer beim selben Klub geblieben: gleich ob die Eintracht abgestiegen oder aufgestiegen ist, gleich ob er wie bei seinem Einstieg bei den Profis 1993 Ersatzmann war oder wie in den meisten Spielzeiten die Nummer eins.

Er hat in diesen zwei Jahrzehnten zunächst 1996 nach dem ersten Bundesligaabstieg der Eintracht das Erbe von Andreas Köpke angetreten und später Konkurrenten wie Markus Pröll oder zuletzt vor anderthalb Jahren Thomas Kessler auf die Ersatzbank verdrängt, nur Dirk Heinen musste er zwei Jahre lang chancenlos den Vortritt lassen. Nikolov bestritt seit seinem Debüt im Jahr 1995 221 Spiele in der Bundesliga und stand 150 Mal in der Zweitklassigkeit im Kasten. Ähnlich oft schaute er von der Bank aus zu, so wie in dieser Spielzeit, in der ihn der überragende Torhüterkollege Kevin Trapp womöglich bis zum wohl nahen Karriereende in die Rolle der Nummer zwei gedrängt hat. Lediglich im DFB-Pokal kam der Mazedonier in der ersten Runde bei der Niederlage in Aue zum Zug, nachdem sich Trapp eine Rote Karte eingehandelt hatte.

Fortuna Düsseldorf - Eintracht Frankfurt © dpa Vergrößern Konnte das 1:0 für Fortuna Düsseldorf hier nicht aufhalten: Torhüter Oka Nikolov.

Deshalb genoss es Nikolov am Freitagabend sichtlich, endlich einmal wieder auf der wenigstens halbwegs großen Bühne des Hallenturniers vor fast 6000 Zuschauern seiner Leidenschaft des Toreverhinderns nachgehen zu dürfen. Während er in früheren Jahren das Hallenspektakel meist aus Angst vor Verletzungen mied, entschied er sich nun aus Lust am Spiel für eine Teilnahme in der arg dezimierten Eintracht-Truppe, die ganz ohne Stammspieler und zudem ohne Cheftrainer Armin Veh nach Höchst anreiste. „Mir macht das heute richtig Spaß, sonst wäre ich nicht hier“, sagte Nikolov dennoch unverdrossen.

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