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Offenbacher Industriebetrieb Dematic offenbar vor Eigentümerwechsel

 ·  Der Finanzinvestor Triton sucht offenbar einen Käufer für seine Beteiligung Dematic. Der Offenbacher Hersteller von Lager- und Fördertechnik ist gerade erst nach gut drei Jahren in den Metall-Flächentarif zurückgekehrt.

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Gut drei Jahre nach einer wirtschaftlichen Schieflage und einem heftigen Tarifstreit kehrt die Offenbacher Dematic GmbH wieder in den Flächentarif der Metallindustrie zurück. Die Mitarbeiter müssen sich jedoch auch auf einen neuen Eigentümer einstellen. Der Finanzinvestor Triton, der Dematic 2006 aus dem Siemens-Konzern herausgekauft hatte, will das Unternehmen veräußern, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

Der Betriebsrat zeigte sich überrascht von dieser Nachricht: „Dass Triton uns verkaufen will, gehört zum Geschäftsmodell von Finanzinvestoren - aber zum Zeitpunkt des Verkaufs haben wir keine Information.“ Ein Sprecher von Triton wollte den Verkauf weder bestätigen noch dementieren. Dematic stellt Lager- und Fördertechnik her und liefert diese unter anderem an den Internet-Versender Amazon und den Handelskonzern Wal-Mart.

Wert auf eine Milliarde Euro taxiert

Die Dematic setzt nach Angaben von Bloomberg 900 Millionen Euro im Jahr um und beschäftigt weltweit 4000 Kräfte. Zum Zeitpunkt der Übernahme durch Triton erwirtschaftete Dematic einen dreistelligen Millionenverlust. Dem Vernehmen nach schreibt das Unternehmen inzwischen nachhaltig schwarze Zahlen. Dabei geholfen hat demnach der 2010 erfolgte Erwerb einer Chicagoer Firma aus derselben Branche.

Laut Bloomberg wird der Wert von Dematic auf eine Milliarde Euro taxiert. Ob der Finanzinvestor 2006 überhaupt etwas an Siemens zahlen musste, wurde bisher nicht veröffentlicht. Mithin könnte sich ein gutes Geschäft für Triton anbahnen. Dabei muss dem Investor zugutegehalten werden, Dematic saniert zu haben. Die frühere Handysparte von Siemens, die fast zur selben Zeit wie Dematic verkauft wurde und an Benq aus Taiwan ging, musste dagegen schon Ende 2006 den Betrieb einstellen. In Offenbach zählt das Unternehmen laut Betriebsrat noch 410 Beschäftigte, nachdem es vor drei Jahren noch 450 gewesen waren. Ein fortgesetzter Stellenabbau scheint aber kein Thema zu sein. Vielmehr hat sich nach Angaben des Betriebsrats der Auftragseingang erfreulich entwickelt. Zuletzt sei es um die Frage gegangen, wie die Aufträge bedient werden könnten. Zwei Antworten lauteten Überstunden und verstärkter Einsatz von Leiharbeitern. Laut Betriebsrat sind mehr als 40 Leiharbeiter im Betrieb.

11,5 Prozent unter Branchennivau

Die Stimmung in der Stammbelegschaft sei gut. Die rückwirkend zum 1.Mai vereinbarte Rückkehr in den Metall-Tarif diene dem Betriebsfrieden. „Mit diesem Ergebnis wurde eine für beide Seiten tragfähige Lösung gefunden, welche auch zu einer Verbesserung der Einkommenssituation der Mitarbeiter führt“, wird Marita Weber, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, in einer Mitteilung zitiert. Schließlich hatte das Lohnniveau bei der Dematic in Deutschland zuletzt rund 11,5 Prozent unter dem Branchentarif gelegen, wie es weiter heißt. Laut Geschäftsführer Adrian Siegler sichert der Tarifabschluss die Wettbewerbsfähigkeit der Dematic und verbessere die Zusammenarbeit von Unternehmensleitung und Betriebsräten.

Auch für den Eigentümer ist sie sicher sinnvoll. Ein neuer Tarifstreit wäre ohne Frage ungünstig für einen Verkaufsprozess.

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Jahrgang 1967, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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