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Kreis Offenbach : Keine Schule gemacht

Vor knapp 13 Jahren hat die öffentlich-private Schulpartnerschaft des Kreises Offenbach als einmaliges Pilotprojekt begonnen. Das Ziel: rund 90 Schulen in wenigen Jahren sanieren. Der Plan ging auf, zum Vorbild wurde das Projekt dennoch nicht.

          Mit dem Ende der öffentlich-privaten Schulpartnerschaft 2019 schließt der Kreis Offenbach mit einem Projekt ab, das beim Start im Jahr 2004 von großen Hoffnungen begleitet wurde. Sie haben sich nur zum Teil erfüllt. Unbestritten ist, dass es den Unternehmen SKE und Hochtief gelang, die rund 90 Schulen innerhalb von fünf Jahren in einen Zustand zu versetzen, der weit und breit seinesgleichen sucht.

          Die Schulen sind nach allem, was man hört, mit der Arbeit der beiden Projektgesellschaften zufrieden. Als noch der Kreis die an SKE und Hochtief delegierten Aufgaben erledigte, zog es sich bisweilen ziemlich lange hin, bis ein Mangel abgestellt wurde. Innerhalb der öffentlich-privaten Partnerschaft gelten genau festgelegte Reaktionszeiten, die einzuhalten sind.

          Erhebliche Kostensteigerungen

          Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite ist festzuhalten, dass der Kreis eine Vorreiterrolle übernahm und dafür gehörig Lehrgeld gezahlt hat. Beim Ausgestalten der Verträge ließ er sich umfassend beraten; im Kreistag war am Mittwoch davon die Rede, dafür seien Kosten in Höhe von zehn Millionen Euro entstanden.

          Trotz des Aufwandes gab es Schwächen, die sich nachteilig für den Kreis auswirkten. So kamen Kostenvorteile durch geringeren Energieverbrauch nur den Projektgesellschaften zugute, an denen der Kreis mit jeweils gerade 5,1 Prozent beteiligt ist. Zudem fielen erhebliche Kostensteigerungen an. Ein unzureichendes Controlling kam hinzu. Die ursprünglich erwarteten Kostenvorteile lassen sich nicht eindeutig nachweisen.

          Schulen sollen nicht leiden

          Wer 2004 annahm, das Beispiel des Kreises Offenbach würde Schule machen, sah sich getäuscht: Andere Städte und Kreise verwirklichten nur kleinere Projekte in einer öffentlich-privaten Partnerschaft. Allerdings blieben auch dort, wo Schulbauten in öffentlicher Regie angegangen wurden, kräftige Preissteigerungen nicht aus. Beispiele aus der Nachbarschaft belegen zudem, dass Schulsanierungen dort deutlich länger brauchen als seinerzeit im Kreis Offenbach.

          Mit dem Kreistagsbeschluss am Mittwoch nimmt sich der Kreis die Zeit, die Entscheidung gründlich vorzubereiten, wie es nach dem Ende der öffentlich-privaten Partnerschaft auf Dauer weitergehen soll. Dabei werden mehrere Optionen geprüft, was nach den Erfahrungen auch richtig ist. Die Beschäftigten der beiden Projektgesellschaften bekamen das Signal, dass es für sie nach 2019 erst einmal weitergeht. Die Schulen sollen von den Veränderungen nichts spüren. Das muss das eigentliche Ziel in den nächsten Jahren sein.

          Eberhard Schwarz

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für die Stadt und den Kreis Offenbach.

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          Quelle: F.A.Z.

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