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Nordhessen „Hotspot“ der Luchse größer als gedacht

Einen Luchs zu Gesicht zu bekommen, ist ein Erlebnis, wie Naturschützer sagen. Und das könnte bald häufiger geschehen. Denn die nordhessische Heimat der „Pinselohren“ wird immer größer.

© dpa Vergrößern David-Hamilton-Effekt: ein Luchs in Nordhessen, durch eine Fotofalle gesehen

Luchse breiten sich in Nordhessen weiter aus als bislang angenommen. Anhand von Fotofallen lässt sich nach Angaben von Hessen-Forst und von Tierschützern belegen, dass der „Hotspot“ der seltenen Tiere weit in den Werra-Meißner-Kreis hineinreicht. „Unser langer Atem hat sich gelohnt“, sagt Ralf Meusel von Hessen-Forst, der die Fotofallen im Forstamt Hessisch Lichtenau betreut und regelmäßig auswertet. Nach Angaben von Forstamtsleiter Matthias Dumm gibt es an zwei Stellen zweifelsfreie Fotonachweise der größten heimischen Katzenart.

Zuletzt hatte eine Studentin für Aufsehen gesorgt, die im Kaufunger Wald bei Helsa drei Wildkatzen über längere Zeit beobachtet hatte. „Wir freuen uns, dass sich der Luchs in unseren Wäldern wohlfühlt und auf einem guten Weg ist, hier heimisch zu werden“, sagte Dumm.

Luchs-Fotofallenbericht 2012 Luchse gesucht: Mit solchen Schildern weist der Arbeitskreis Hessenluchs auf sein Fotofallen-Projekt hin © dpa Bilderstrecke 

Luchse galten in Hessen 150 Jahre lang als ausgerottet. In Nordhessen sind nach Schätzungen des Naturschutzexperten von Hessen-Forst, Frank Scheler, mittlerweile wieder vier bis fünf erwachsene Tiere plus Nachwuchs heimisch. Im Werra-Meißner-Kreis werden schon seit Jahren Luchse beobachtet. Der wissenschaftlich zweifelsfreie Foto-Nachweis gelang allerdings erst Mitte September und in der ersten Novemberwoche des vergangenen Jahres.

Einzeln nachweisen lassen sich die „Pinselohren“ noch nicht, weil die fotografierten Tiere nahezu ungefleckt sind, sagte Thomas Norgall. Er ist einer der Koordinatoren des Arbeitskreises Hessenluchs und Naturschutzreferent des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Hessen.

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Stabil ist der Luchs-Bestand in Hessen noch nicht, wie aus dem Luchsbericht 2012 hervorgeht. Jungluchse sind gefährdet: Bis zu 80 Prozent von ihnen sterben in den ersten Monaten nach dem Wurf und ehe sie sich ein eigenes Revier aufbauen können.

Der Luchs (Lynx lynx) gehört wie Hauskatzen oder Tiger zur Familie der Katzen. Erwachsene Tiere sind etwa so groß wie Schäferhunde. Charakteristisch sind das gefleckte Fell, die großen, dreieckig zugespitzten Ohren mit dunklen Haarbüscheln (Pinsel) an der Spitze und der Stummelschwanz. Er frisst vor allem Fleisch; also Rehe, Wildschweine, Füchse, Hasen und Mäuse.

Quelle: LHE

 
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Veröffentlicht: 18.02.2013, 15:36 Uhr

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