Home
http://www.faz.net/-gzg-7715z
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Nordhessen „Hotspot“ der Luchse größer als gedacht

Einen Luchs zu Gesicht zu bekommen, ist ein Erlebnis, wie Naturschützer sagen. Und das könnte bald häufiger geschehen. Denn die nordhessische Heimat der „Pinselohren“ wird immer größer.

© dpa Vergrößern David-Hamilton-Effekt: ein Luchs in Nordhessen, durch eine Fotofalle gesehen

Luchse breiten sich in Nordhessen weiter aus als bislang angenommen. Anhand von Fotofallen lässt sich nach Angaben von Hessen-Forst und von Tierschützern belegen, dass der „Hotspot“ der seltenen Tiere weit in den Werra-Meißner-Kreis hineinreicht. „Unser langer Atem hat sich gelohnt“, sagt Ralf Meusel von Hessen-Forst, der die Fotofallen im Forstamt Hessisch Lichtenau betreut und regelmäßig auswertet. Nach Angaben von Forstamtsleiter Matthias Dumm gibt es an zwei Stellen zweifelsfreie Fotonachweise der größten heimischen Katzenart.

Zuletzt hatte eine Studentin für Aufsehen gesorgt, die im Kaufunger Wald bei Helsa drei Wildkatzen über längere Zeit beobachtet hatte. „Wir freuen uns, dass sich der Luchs in unseren Wäldern wohlfühlt und auf einem guten Weg ist, hier heimisch zu werden“, sagte Dumm.

Luchs-Fotofallenbericht 2012 Luchse gesucht: Mit solchen Schildern weist der Arbeitskreis Hessenluchs auf sein Fotofallen-Projekt hin © dpa Bilderstrecke 

Luchse galten in Hessen 150 Jahre lang als ausgerottet. In Nordhessen sind nach Schätzungen des Naturschutzexperten von Hessen-Forst, Frank Scheler, mittlerweile wieder vier bis fünf erwachsene Tiere plus Nachwuchs heimisch. Im Werra-Meißner-Kreis werden schon seit Jahren Luchse beobachtet. Der wissenschaftlich zweifelsfreie Foto-Nachweis gelang allerdings erst Mitte September und in der ersten Novemberwoche des vergangenen Jahres.

Einzeln nachweisen lassen sich die „Pinselohren“ noch nicht, weil die fotografierten Tiere nahezu ungefleckt sind, sagte Thomas Norgall. Er ist einer der Koordinatoren des Arbeitskreises Hessenluchs und Naturschutzreferent des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Hessen.

Mehr zum Thema

Stabil ist der Luchs-Bestand in Hessen noch nicht, wie aus dem Luchsbericht 2012 hervorgeht. Jungluchse sind gefährdet: Bis zu 80 Prozent von ihnen sterben in den ersten Monaten nach dem Wurf und ehe sie sich ein eigenes Revier aufbauen können.

Der Luchs (Lynx lynx) gehört wie Hauskatzen oder Tiger zur Familie der Katzen. Erwachsene Tiere sind etwa so groß wie Schäferhunde. Charakteristisch sind das gefleckte Fell, die großen, dreieckig zugespitzten Ohren mit dunklen Haarbüscheln (Pinsel) an der Spitze und der Stummelschwanz. Er frisst vor allem Fleisch; also Rehe, Wildschweine, Füchse, Hasen und Mäuse.

Quelle: LHE

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Luft- und Wasserqualität verbessert Seltene Arten in Hessen entdeckt

Der vom Aussterben bedrohte Scharlachkäfer wurde in Hessens Wäldern entdeckt. Eine kleine Überraschung. Aber das ist nicht der einzige Fund in Hessen aus der Raritätenkiste der Natur. Mehr

01.09.2014, 18:14 Uhr | Rhein-Main
Hälfte der Vögel verendet Hühner-Transporter in Nordhessen verunglückt

Auf der A 44 ist ein Sattelzug, beladen mit Hühnern, verunglückt. Der Fahrer kam von der Autobahn ab, die Ursache dafür ist noch nicht bekannt. Die Autobahn musste für mehrere Stunden gesperrt werden. Mehr

30.08.2014, 12:54 Uhr | Rhein-Main
Keine Erdgassuche in Nordhessen Fracking-Klage gegen Land Hessen zurückgenommen

Die Erdgasfirma BNK hatte gegen das Land Hessen geklagt, weil es dem Unternehmen keine Erlaubnis zur Erdgassuche gab. Nun ist ein Vergleich erreicht. Die Umweltministerin will jetzt das Fracking in Hessen ganz verhindern. Mehr

20.08.2014, 13:15 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 18.02.2013, 15:36 Uhr

Nach und vor der Demo

Von Helmut Schwan

Den Polizeieinsatz bei den Blockupy-Protesten im vergangenen Juni sehen Richter als rechtmäßig an. Doch nun gilt es, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen - von Polizei und Demonstranten. Auch ein Vergleich mit der Welt des Fußballs lohnt. Mehr