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Niels Ewerbeck Leiter des Mousonturms tot aufgefunden

 ·  Niels Ewerbeck, seit Anfang des Jahres Intendant des Künstlerhauses Mousonturm, ist tot. Der 50jährige wurde am Dienstag leblos in seiner Wohnung aufgefunden.

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© Röth, Frank

Der Schock sitzt tief. Der Mousonturm hat kurzfristig alle Aufführungen der Veranstaltungsreihe „Arab Contemporary“, die gestern Abend beginnen und bis zum 7. Oktober stattfinden sollte, abgesagt. Auch Kulturdezernent Felix Semmelroth zeigte sich in einer ersten Reaktion entsetzt über den Tod von Niels Ewerbeck. Der Stadtrat möchte sich aber erst im Laufe des heutigen Tages dazu äußern. Gestern ist bekanntgeworden, dass der künstlerische Leiter des Frankfurter Künstlerhauses Mousonturm am Dienstag gestorben ist. Allem Anschein nach hat er selbst Hand an sich gelegt.

Am 1. Januar hatte der 1962 in Köln geborene Ewerbeck die Nachfolge von Dieter Buroch als geschäftsführender Intendant des Frankfurter Künstlerhauses Mousonturm angetreten. Er galt als idealer Kandidat für diesen Posten, brachte er doch reichlich Erfahrung mit freien Bühnen mit. 1994 war er an die Berliner Schaubühne gekommen, danach arbeitete er für das Festival Theater der Welt in Dresden und den Berliner Spiel- und Produktionsort Hebbel am Ufer (Hau). 1999 wurde Ewerbeck Gründungsdirektor des Forums Freies Theater Düsseldorf. Der Mousonturm, hatte Ewerbeck bei seiner Vorstellung in Frankfurt vor knapp einem Jahr gesagt, sei für ihn schon damals ein „leuchtendes Vorbild“ gewesen. Seit 2004 war er als künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Theaterhauses Gessnerallee in Zürich tätig, das immer wieder auch gemeinsam mit dem Mousonturm Koproduktionen herausbrachte. Ewerbeck hatte die größte Avantgarde-Bühne der Schweiz zu großen Erfolgen geführt, während seiner Zürcher Zeit verdoppelte sich die Zahl der Zuschauer. Vor seiner Theaterlaufbahn hatte Ewerbeck eine Ausbildung im Kunsthandel absolviert, später studierte er Kunstwissenschaft, Romanistik und Archäologie, zudem machte er sich als Galerist selbständig.

Ewerbeck trat seit Anfang des Jahres bei vielen Gelegenheiten öffentlich in Frankfurt auf, um eloquent seine Vorstellungen von der Zukunft des Mousonturms zu erläutern. Das Haus müsse eine Stätte für Produktionen sein, die als „Frankfurter Positionen in das internationale Netzwerk eingespeist werden“, sagte er erst kürzlich wieder.

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