31.01.2013 · Ein gutes Drittel von Hessens Gymnasien freut sich wieder auf G9. Der Wahlfreiheit werde damit Genüge getan, meint die Kultusministerin. Die Opposition bestreitet das vehement.
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Der Elternwille ist ein Abitur für jedes Kind, unabhängig von der Schulzeit. So versprechen es die rot/grünen Parteien. Demzufolge werden die Anforderungen an Bildungsabschlüsse soweit gesenkt, bis auch der Analphabet ein 1-Arbitur macht. Das entspricht auch der sozialen Gerechtigkeit: "gleiche Bildung für Alle"
weil die Kinder erst gegen 17 Uhr nach Hause kommen, dann noch Hausaufgaben machen müssen und weder Zeit noch Energie für ausserschulische, wichtige Aktivitäten übrig sind. Keine Musik, kein Sport! Man versündigt sich hier an den Kindern, genauso wie bei der horrenden Staatsverschuldung, die die Kids später für uns zurückzahlen sollen.
Meine Tochter, 12, ist in der 7.Klasse im mat.nat.Gymnasium G8. 34 Schüler starteten in der 5. Klasse, inzwischen kamen 2 neue hinzu. Allerdings sind es zur Zeit nur noch 27 Schüler. Ein Schwund von 9. Das entspricht 25% (von 36). Spricht man mit den Eltern ist ein Drittel voll zufrieden, ein weiteres Drittel sagt: G8 ist akzeptabel. Das restliche Drittel schimpft heftigst über G8. Woran das wohl liegt? Ganz einfach, ein Drittel der Schüler ist im Notenschnitt 2 und besser, 1/3 liegt zwischen 2,1 und 3,3, das dritte Drittel kämpft ums Überleben. Entsprechend urteilen auch die Eltern. Daraus kann man ganz einfach schließen, die Hälfte aller Kinder dieser Klasse war zur Zeit der Aufnahme an diesem Gymnasium nicht gymnasialreif. Das sagte die Lehrerin an der Grundschule auch den Eltern, allerdings „nur durch die Blume“, eine Empfehlung ist ja nicht mehr erlaubt, es zählt der Elternwille. Bei dieser Klasse war in 50% der Fälle der Elternwille negativ für die Kinder.
Die Sache mit der "Wahlfreiheit" von G8 bzw. G9 ist Unfug.
Grundsätzlich macht das alles nichts, so lange die
Schülerinnen und Schüler ihre Schulkarriere an ein und der
selben Schule absolvieren. Jeder Wechsel einer Schule - was im
Zeitalter einer immer mobileren Gesellschaft und durch berufliche
Randbedingungen der Eltern jederzeit möglich ist - bringt Probleme:
Bayern hat andere Lehrpläne als Hessen, Gesamtschulen andere
Curricula als Gymnasien, jetzt wird man noch nicht mal mehr von
Gymnasium A zu Gymnasium B wechseln können...
Es ist schwer, mit dem "Elternwillen" zu argumentieren,
nachdem man die Einführung von G8 grundlegend in den Sand gesetzt
hat, weil man die Inhalte der neunjährigen Gymnasialzeit ins
Korsett von acht Jahren gepresst hat. Also, liebe Politiker/innen aller
Länder: Macht bitte einen Staatsvertrag über sinnvolle,
entrümpelte Lehrinhalte. Und entscheidet, wie es in Deutschland
mit der Schulbildung weitergehen soll. Und zwar einheitlich und durchlässig.
Überfüllter, unsinniger Lehrplan
Herrn Enders Kommentar würde ich sofort unterschreiben.
Aber was steht dem Entgegen? Die Egos der föderalen Bürokratie
sind inzwischen so groß, dass dies nur durch Bundesinitiative
lösbar ist. Der Bund hat ja nach Pisa zurecht die Zügel fester
in die Hand genommen. Aber welche Partei macht sich dafür stark bei
Wahlen? Wie kann dieser Zustand so weit gekommen sein, wo doch ein hoher
Anteil Lehrer im deutschen Bundestag sitzt? Eltern als Wähler sind
einfach aus der Mode gekommen, da nicht mehr finanzstark und auch nicht
mehr zahlreich.
Die Energie, die für eine Bürger-Initiative erforderlich
wäre, investiere ich lieber in die Unterstützung der Kinder,
denn die Zeit von Eltern ist begrenzt. Neue Regelungen würden sie
in der Schullaufbahn nicht mehr betreffen. Eine andere Alternative
wäre (teure) eine Privatschule - warum sind die im
Rhein-Main-Gebiet wohl überlaufen?
dass die angehenden Studenten und Hochschulabsolventen gegenüber Ihrer europäischen und internationalen Konkurrenz ein weiteres Jahr verlieren, späterer Studienbeginn, späteres Ende, später im Erwerbsleben, auf der Karriereleiter eine Stufe hinterher.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.02.2013 08:44 Uhrmacht doch nichts...
G9 hat jahrzehntelang gut funktioniert und die deutschen
hochschulabsolventen waren immer hoch angesehen (siehe dipl.ing. etc).
da spielte es keine rolle ob sie ein oder zwei jahre älter waren.
zudem ist der wehrdienst entfallen, also der abstand geringer geworden.
die großen probleme/belastungen durch g8 sind den vermeintlichen
zeitgewinn nicht wert, wenn sich dann auch noch ein größerer
teil nach dem abi zunächst eine pause gönnt, bevor sie mit der
karriere durchstarten. fazit: es gibt keine nachteil dadurch dass die
absolventen ein jahr älter sind.