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Kommentar : Investition in die Zukunft

Fügt sich ins Stadtbild: Das neue Historische Museum in Frankfurt Bild: Helmut Fricke

Nach rund sechs Jahren Bauzeit ist das neue Historische Museum in Frankfurt nahezu fertig. Bei der Übergabe an die Kulturdezernentin kündigte die einen Wandel des Hauses an. Eine große Chance.

          Das neue Historische Museum in Frankfurt ist für die Ewigkeit gebaut. Zumindest für das, was unsere Zeit mit ihren vielen Aufbrüchen und Abbrüchen als Ewigkeit empfindet. Jedenfalls werden die beiden Neubauten länger Bestand haben als der 1972 errichtete und nun abgerissene Beton-Bau, der ein Fremdkörper in der Stadt und zudem als Museum ungeeignet war.

          Das neue Museum, das sich mit den historischen Altbauten zu einem Museumsquartier im Herzen Frankfurts fügt, wird vermutlich auch noch von späteren Generationen als gelungenes Bauwerk empfunden werden, das in die Altstadt passt. Insofern ist es eine Investition in die Zukunft, für die der Einsatz von 52 Millionen Euro gerechtfertigt ist.

          Spezialmuseum wird zu Stadtmuseum

          Solche Werte kann nur eine reiche Stadt wie Frankfurt schaffen – und dies auch nur in einem Kraftakt. Fast wäre das Projekt übrigens wieder abgeblasen worden, weil einige Stadtpolitiker es der Sanierung des Haushalts opfern wollten. Wäre der damals verantwortliche Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) nicht stur geblieben, hätte der Baudezernent am Mittwoch die beiden neuen Gebäude und den Platz zwischen ihnen nicht Semmelroths Nachfolgerin übergeben können.

          Nun kann das Historische Museum, das sich jahrzehntelang unter Wert verkauft hat, seine Arbeit auf eine ganz neue Basis stellen. Der neue Direktor Jan Gerchow, der ein Glücksfall für das Haus ist, will aus einem historischen Spezialmuseum ein Stadtmuseum machen, das nicht nur die Vergangenheit abhandelt, sondern auch die Gegenwart und Zukunft Frankfurts in den Blick nimmt.

          Eine Art Heimat

          Dieses Museum neuen Typs will sich neben der Präsentation normaler Ausstellungen für die Bürger öffnen, will ihr Wissen und ihre Geschichten aufnehmen und ihnen Raum geben. Man kann Gerchow und seinem Team dabei nur eine glückliche Hand wünschen.

          Wie die neue Dauerausstellung aussehen wird, werden wir erst im Herbst wissen. Und ob die neuen Ideen aufgehen, erst im Verlauf der nächsten zwei, drei Jahre. Sicher ist aber, dass die Frankfurter Geschichte durch das neue Museum wieder stärker Aufmerksamkeit gewinnen wird. Die große Chance liegt darin, dass sich mehr und mehr Bewohner der Stadt mit Frankfurt und seiner großen Vergangenheit identifizieren. So wird die Mainmetropole womöglich auch für jene, die keine Deutschen sind oder wenig auf Patriotismus geben, zu einer Art Heimat, für die sie sich engagieren.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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          Quelle: F.A.Z.

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