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Neues Einkaufszentrum : Skyline Plaza mit Anlaufschwierigkeiten

38.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, 170 Geschäfte und ein sogenannter Food-Court mit 16 Restaurants: das neue Skyline Plaza im Gallus von Frankfurt Bild: Fiechter, Fabian

Dem Main-Taunus-Zentrum rennen die Kunden die Türen. Händler im neuen Skyline Plaza in Frankfurt beklagen sich dagegen über niedrige Umsätze auch in der Weihnachtszeit. Die Parkgebühren gelten als Problem.

          Samstagmittag in Rhein-Main. Vor dem Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach droht der Autoverkehr zusammenzubrechen. Keine Chance mehr für Spätaufsteher, den Wagen in einem der Parkhäuser neben den Ladenstraßen abzustellen. Man wird zu Parkplätzen in der Umgebung geleitet. Zehn Autominuten weiter: In der Tiefgarage des Einkaufszentrums Skyline Plaza in Frankfurt bereitet es keinerlei Schwierigkeit, einen Stellplatz zu finden, und zwar gleich neben den Aufzügen. Und während man sich im Main-Taunus-Zentrum schiebt und drängelt, hat der Kunde im Skyline Plaza im Europaviertel gute Chancen, dass ihm das Verkaufspersonal seine ganze Aufmerksamkeit zuwendet. Denn es kann gut sein, dass er der einzige im Geschäft ist.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Das Skyline Plaza - ein Geheimtipp für alle, die dem Weihnachtsrummel entfliehen wollen. Für die Kunden mag das schön sein. Für eine Reihe von Einzelhändlern dort ist es ein bitterer Satz. Sie regen sich zunehmend auf, dass die Geschäfte in dem Ende August eröffneten Einkaufszentrum neben dem Messegelände nicht so laufen wie erhofft. 60 von 170 haben ihrem Ärger jetzt mit einer Unterschriftensammlung Luft gemacht. Sie fühlen sich vom Centermanagement im Stich gelassen. Zu wenig Werbung, sagen sie. Zu wenig Aktionen. Die Toiletten zu abgelegen. Vor allem: Die Parkgebühren müssten sinken.

          1,50 Euro in der ersten Stunde

          Dass diese Tarife zum Problem würden, ließ sich schon vor der Eröffnung ahnen. Das Main-Taunus-Zentrum bietet 4500 unentgeltliche Abstellplätze. Im Skyline Plaza kostet die erste Stunde 1,50 Euro, die zweite auch, danach wird es noch teurer. „Zwei Stunden kostenlos würden uns schon helfen“, sagt Daniel Zettel, Inhaber des Blumengeschäfts Skyline Flowers. Doch das Management gehe nicht auf die Einzelhändler zu. Nicht bei den Parkgebühren, auch nicht bei der Forderung nach Mietnachlässen.

          Das Centermanagement - das ist im Moment Daniel Quaas, Chef des Isenburg-Zentrums, aber gegenwärtig zum Skyline Plaza abgeordnet, weil der reguläre Centermanager krank ist. Er sieht keine Schwierigkeiten. Fehlende Umsätze? Dauert halt, bis das neue Einkaufszentrum bekannt ist. Mangelnde Frequenz? Im Durchschnitt 25 000 Besucher am Tag. Zettel spricht von 5000. Zettel sagt auch, 40 000 seien versprochen worden. Davon weiß Quaas nichts. Niedrigere Parkgebühren? 1,50 Euro die Stunde seien absolut wettbewerbsfähig. Immerhin fügt er noch hinzu: „Wir überwachen das.“

          „Wir legen drauf“

          Mit den Parkgebühren ist es tückisch. Natürlich halten sie Kunden fern. Aber würde das Abstellen nichts kosten, wäre die Tiefgarage mit den Autos der Beschäftigten aus der Umgebung zugestellt. Von Messebesuchern zu schweigen. Die Verwirklichung der naheliegenden Idee, die Gebühren von einem bestimmten Umsatz an zu erstatten, ist bisher gescheitert.

          „Wir legen drauf“, sagt Gülsün Akin, Inhaber des Früchteparadieses. „Ich habe schon Mitarbeiter entlassen“, schimpft Zettel. Das Weihnachtsgeschäft laufe an einem vorbei, heißt es in einem anderen Laden. Der Centermanager aber bleibt gelassen. Bisher habe niemand geschlossen. Das Europaviertel wachse noch. Es müsse sich herumsprechen, dass es das Skyline Plaza gebe. Er bittet die nervös gewordenen Einzelhändler um Geduld: „Das wird Monate dauern.“

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