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Neues aus dem Frankfurter Geschäftsleben Möbel und Design an neuen Standorten

Ein Kindermöbelgeschäft geht an den Stadtrand, ein Hörgerätefilialist eröffnet sein erstes Geschäft im Zentrum, und am Liebfrauenberg gibt es jetzt besonderes Design. Das Neueste aus dem Frankfurter Geschäftsleben.

© Kaufhold, Marcus Vergrößern Ausgesuchtes gibt es jetzt bei Selected am Liebfrauenberg.

Lelefant zieht weiter, Auping kommt

Petra Kirchhoff Folgen:  

Es war ein mutiger Neuanfang vor vier Jahren, als Paul-Benedikt Bispinck auf knapp 600 Quadratmetern ein Geschäft für Kinderspielzeug und -möbel, Lelefant, an der Großen Friedberger Straße eröffnete. Ein Jahr zuvor hatte der Händler das Spielzeuggeschäft seiner Mutter Hanne Kley, das auch so hieß, in der Steinweg-Passage geschlossen, weil er keine Perspektive mehr sah. An

diesem Samstag nun ist an der Friedberger Schluss. Lelefant zieht um in die Nachbarschaft von Betten Zellekens an die Wächtersbacher Straße 89-90 - das ist Richtung Hessen-Center -, um es dort „eine Nummer kleiner und entspannter“ angehen zu lassen, wie Bispinck sagt. Die Miete sei doch „sehr sportlich“. Fortan wird Lelefant nur knapp ein Drittel der jetzigen Fläche bespielen und dafür ein Zehntel der bisherigen Miete zahlen. Die Peripherie fürchtet der Geschäftsinhaber nicht. 30 bis 40 Prozent seiner Kunden kämen ohnehin von außerhalb. Spielzeug und Bekleidung werden aus dem Sortiment gestrichen, statt dessen will sich Bispinck nur noch auf Kindermöbel (Team7, de Breuyn, Annette Frank, Life Time, Bopita) konzentrieren. Neu aufgenommen ins Sortiment wird die italienische Jugendmöbelmarke Cia. Voraussichtlich Mitte August soll die Eröffnung sein. Nachmieter von Lelefant in der Innenstadt wird der niederländische Design-Bettenhersteller Auping, der auf hochwertige Boxspringbetten spezialisiert ist und bisher drei Geschäfte in Deutschland hat.

Selected Design am Liebfrauenberg

Auf dem Frankfurter Liebfrauenberg trifft seit kurzem Tradition auf Moderne. Wie angekündigt, ist der Frankfurter Innenarchitekt Ralf Böckle, der sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt hat, gelangweilte Designfreaks zu inspirieren, mit seinen beiden Geschäften für besondere Designmöbel und -artikel (Selected Interiors und Selected Gallery) von der Fahrgasse in die ehemaligen Räume der Norisbank umgezogen und vereint hier, an der Ecke zur Kleinmarkthalle, beide Geschäfte auf Erd- und Untergeschoss, alles in allem 300 Quadratmeter, unter einem Dach. Selected Concept Store heißt der Laden. „Die Ecke hat uns gefunden“, sagt eine Mitarbeiterin auf die Frage zum Beweggrund für den Umzug. Statt auf verklebte Schaufenster schauen Besucher des alteingesessenen Cafés am Liebfrauenberg jetzt auf Stil-Ikonen wie den Armchair von Norman Cherner und eine Batterie von Duftkerzen in handgeschmiedeten Dosen aus Eisen (Mad et Len).

Brax kommt an die Schillerstraße

Einen fixen Termin gibt es noch nicht, anvisiert ist Ende September, fest steht jedoch: Die wegen ihrer bequemen Passform von Frauen und Männern geschätzte, erfolgreiche deutsche Modemarke Brax eröffnet an der Schillerstraße einen Markenstore. Im August bereits wird das Herforder Unternehmen Leineweber eine Brax-Filiale im Einkaufszentrum Skyline Plaza eröffnen. Brax in der Innenstadt, die Nummer zwei, wird dort sein, wo bisher Görtz 17 die junge Linie des Filialisten Görtz, Schuhe und Accessoires verkaufte.

Kind Hörgeräte erstmals in Frankfurt

Vor kurzem hat der Hörgerätefilialist Kind sein erstes Fachgeschäft in Frankfurt eröffnet, und zwar dort an der Töngesgasse (Nähe Fahrgasse), wo mehr Autos als Fußgänger unterwegs sind. Ein ehemaliges Spielzeuggeschäft in der Nachbarschaft steht seit Jahren leer. Das Unternehmen mit Sitz in Großburgwedel bei Hannover, dessen Chef Martin Kind auch die Geschicke des Fußballvereins Hannover 96 bestimmt, ist mit 600 Filialen weltweit und 2500 Beschäftigten nach eigenen Angaben Marktführer unter den Hörgeräte-Akustikern in Deutschland. Der Branche wird angesichts der alternden Bevölkerung eine große Zukunft vorausgesagt. Auch die Augenoptiker-Kette Fielmann verkauft inzwischen Hörgeräte. Beide Filialisten werben mit Einstiegsangeboten „zum Nulltarif“, das heißt, es fällt lediglich die gesetzliche Zuzahlung in Höhe von zehn Euro an.

Kappen und mehr in My Zeil

Das Einkaufszentrum My Zeil verzeichnet gleich drei Neuzugänge. Zwei sind schon da: Die Fotostudio-Kette Picture People, die seit kurzem auch ein Geschäft an der Berger Straße betreibt, hat eine leerstehende Fläche im ersten Obergeschoss bezogen. Im Erdgeschoss ist das Geschäft von Elbenwald jetzt Anlaufstelle für alle Fantasy-Fans. Am 1.August eröffnet die New Era Cap Company, seit Jahren weltweiter Marktführer für sportliche Kopfbedeckungen, nach Berlin ihre zweite deutsche Vorzeigefiliale. Auf 250 Quadratmetern zeigt New Era in den ehemaligen Räumen von Nugloss-Fotokunst - die Galerie ist innerhalb von My Zeil umgezogen - die ganze Palette seiner Trendkappen, die auch von prominenten Sportlern und Musikern getragen werden.

Galosche im Zwiespalt

Vor zwei Jahre hat Verona Riethmüller, Inhaberin der Modeboutique Galosche in Kronberg, auch an der Schillerstraße ein Geschäft aufgemacht. Nun überlegt sie, ihren Ableger zu schließen, um sich wieder mehr ihrem Hauptgeschäft zu widmen. Die Schillerstraße sei mit zu hohen Mietern überbewertet, der Aufwand für viele Geschäftsleute zu hoch, zumal das Internet rund um die Uhr verfügbar sei. Man müsste mal, meint Riethmüller, eine Aktion starten und alle Schaufenster abkleben, „damit man sieht, wie traurig es in einigen Städten aussehen würde, wenn keine Geschäfte mehr geöffnet hätten“. Genau das haben am Wochenende im niederrheinischen Tönisvorst 50 Geschäfte, unterstützt vom örtlichen Werbering, gemacht.

Quelle: F.A.Z.

 
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