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Veröffentlicht: 12.02.2013, 23:24 Uhr

Neuer Trainer Rico Schmitt als Kickers-Hoffnung

Rico Schmitt soll die Offenbacher Kickers in der 3. Fußball-Liga wieder auf Kurs bringen. Der 44 Jahre alte Fußballlehrer ist als Nachfolger des in der vergangenen Woche entlassenen Arie van Lent vorgestellt worden.

von Jörg Daniels
© dpa „Ich bin ein Chancen-Denker, ich sehe die Sache immer positiv“, sagt der neue OFC-Trainer Rico Schmitt über sich

Für seine Geduld ist Rico Schmitt belohnt worden. Fast eine Woche brauchten die Offenbacher Kickers, jetzt ist die Wahl wohl auf den 44 Jahre alten Fußballlehrer gefallen. Der in Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, geborene Trainer soll den OFC in der dritten Profiliga vor dem Abstieg in die Regionalliga bewahren. Er tritt zusammen mit dem neuen Co-Trainer Alexander Conrad an. Dies ist seit diesem Mittwoch Gewissheit. „Ich bin ein Chancen-Denker, ich sehe die Sache immer positiv“, sagte Schmitt bei seiner Vorstellung in Offenbach. Er hat einen Vertrag bis Juni 2014 unterschrieben.

Schmitt traf bereits am Dienstagabend in Offenbach ein. Er sagte der Rhein-Main-Zeitung: „Es sind noch ein, zwei Dinge zu besprechen. Das liegt jetzt beim Management der Kickers, gemeinsam die Dinge voranzutreiben.“ In den Vereinsgremien herrscht offensichtlich Einigkeit in der Trainerfrage. Schmitt, der Erzgebirge Aue 2010 in die zweite Liga geführt hatte, dürfte damit spätestens an diesem Mittwoch den Vertrag unterschreiben. Seine erste Bewährungsprobe wäre dann das Heimspiel am Samstag gegen Saarbrücken. Seinen Vorgänger Arie van Lent hatten die Kickers vor einer Woche wegen Erfolglosigkeit entlassen. Wenig später war Schmitt, der als akribischer Arbeiter und gewiefter Taktiker gilt, der erste Kandidat, mit dem sich der Klub traf.

„Erfolgreichste Runde aller Zeiten“

Er machte es dem OFC eigentlich leicht, sich für ihn zu entscheiden - vor allem, weil Schmitt bereit ist, sich der angespannten finanziellen Lage des Traditionsvereins anzupassen. So waren seine Gehaltsvorstellungen nicht überzogen. Außerdem verzichtet er darauf, einen Assistenztrainer mitzubringen. Diese Funktion soll in Zukunft der bisherige U-19-Trainer Michael Hartmann ausüben. Was Schmitt für die Kickers auch interessant macht: In Aue stellte er mit bescheidenen Mitteln eine erfolgreiche Mannschaft zusammen, die in ihrer ersten Zweitliga-Saison überraschend auf dem fünften Platz landete. 14 Mal blieb das Team ohne Gegentor. Torhüter Martin Männel sprach damals von der „erfolgreichsten Runde aller Zeiten“ in Aue.

Nach nur einem Sieg aus elf Spielen trennten sich die Sachsen als Tabellenvierzehnter dann aber im Februar 2012 von Schmitt. Gegen die fristlose Kündigung aufgrund von Erfolglosigkeit ging er vor dem Arbeitsgericht Chemnitz vor. Schließlich stimmte der Zweitliga-Klub einem Vergleich zu; der Trainer erhielt einen Betrag in Höhe von knapp 219.000 Euro. Ursprünglich war er bis Juni 2013 vertraglich gebunden.

1993 erstmals Spielerrainer

Seinen Werdegang stuft Schmitt als „eher ungewöhnlich“ ein. Er war Kapitän der DDR-Juniorennationalmannschaft, doch den Sprung nach oben schaffte er nicht. Nach einem Kreuzbandriss habe er „nicht die besten Kontakte zu Ärzten und Physiotherapeuten“ gehabt, sagte Schmitt in seiner Zeit in Aue. „Mit der Wende war meine Karriere schon zu Ende.“ Er ging auf Abstand zum Fußball. Von 1993 an feierte Schmitt dann als Spielertrainer beim Altchemnitzer BSC in der Kreisliga vier Aufstiege nacheinander. Es folgte der Wechsel zum VfB Fortuna Chemnitz, bevor er 2005 in Aue einstieg - als hauptamtlicher Fußballlehrer für das Nachwuchs-Leistungszentrum. Sein Aufstieg führte ihn über den Assistenztrainerposten bis zum Cheftrainer, der er 2009 wurde.

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Die Erfahrungen, die er in den unteren Spielklassen gesammelt hatte, bildeten für ihn die perfekte Vorbereitung auf die Tätigkeit bei den Profis. In Aue legte Schmitt Wert auf gewachsene Strukturen. So veränderte er die Mannschaft nach dem Aufstieg kaum, die Spieler profitierten vom gewachsenen Teamgeist. Eine solche Marschroute ihres neuen Trainers dürfte den Kickers gefallen.

Quelle: F.A.Z.

 

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