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Neuer Stadtteil Warten auf S-Bahn-Anschluss für Gateway Gardens

Noch immer ist Gateway Gardens ohne Gleisanschluss. Das macht dem Projektentwickler große Sorgen: „Die Situation ist höchst unbefriedigend. Eine missliche Lage für alle Entwickler.“

© von Siebenthal, Jakob Vergrößern Bietet beste Aussicht auf den Flughafen: das fast fertiggestellte Hochhaus „Alpha Rotex“.

Wer bei Westwind vor dem neuen Hochhaus „Alpha Rotex“ steht, wird Zeuge eines spektakulären Schauspiels. Nur 230 Meter über dem Dach steuern die Flugzeuge die neue Landebahn an. Es scheint, als läge der Flughafen dichter an dem neuen Frankfurter Stadtteil als die nächste S-Bahn-Station. Denn noch immer ist Gateway Gardens ohne Gleisanschluss. Das macht dem Projektentwickler OFB, der den Flughafenstadtteil zusammen mit Groß&Partner, Fraport und der Stadt in einer gemeinsamen Projektgesellschaft betreut, große Sorgen: „Die Situation ist höchst unbefriedigend. Eine missliche Lage für alle Entwickler“, sagt der OFB-Sprecher.

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Für die S-Bahn nach Gateway Gardens hat das Planfeststellungsverfahren zwar begonnen, doch die OFB fürchtet Verzögerungen. Das Frankfurter Verkehrsdezernat rechnet mit einem Planfeststellungsbeschluss im ersten Halbjahr 2013. Um das Gewerbegebiet, in dem einmal 15000Menschen arbeiten sollen, besser anzubinden, soll die bestehende Trasse der Linien8 und 9 zwischen Wiesbaden, Mainz und Offenbach beziehungsweise Hanau in Höhe des Flughafens einen kleinen Schlenker machen. Das hätte den Vorteil, dass der Fahrplan nicht geändert werden muss. Zwischen den Stationen Frankfurt-Stadion und Flughafen wird die Trasse größtenteils unterirdisch verlegt. Durch die Renaturierung der alten Strecke kommen mehr Grünflächen hinzu als durch den Neubau verloren gehen.

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Die Zeit drängt

Weil die S-Bahn dabei in der Nähe des Frankfurter Kreuzes die A5 unterqueren muss, ist der Bau allerdings sehr aufwendig und teuer: Mehr als 170Millionen Euro soll er kosten, der städtische Anteil beläuft sich auf mindestens 62Millionen. Der SPD-Fraktion im Römer ist das zu viel: Sie will den S-Bahn-Anschluss streichen, um das Haushaltsdefizit zu senken.

Die Zeit drängt. Das Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz, das wichtigste Hilfsmittel des Bundes für den Ausbau des Schienennetzes, läuft Ende 2019 aus. „Bis dahin müssen wir durch sein“, sagt Peter Buchholz, Prokurist der Gateway Gardens Projektentwicklungsgesellschaft. Nach den bisherigen Plänen sollte die erste S-Bahn 2016 oder 2017 fahren, doch dieser Zeitplan ist nicht mehr zu halten. „Wir wollen, dass die S-Bahn bis 2018 in Sack und Tüten ist“, sagt der OFB-Sprecher. Buchholz ist guten Mutes, dass die S-Bahn 2018 in Betrieb gehen kann: „Wir sind gemeinsam mit der Bahn auf einem ausgezeichnet schnellen Weg.“

Heute arbeiten in Gateway Gardens 3500 Menschen

Jetzt hat die Stadt jedoch die Kosten für die Vorplanung korrigiert, die Frankfurt vollständig übernimmt. Statt elf Millionen fallen nun 12,8Millionen an. Die Stadtverordneten müssen dem Nachtrag noch zustimmen. Für das Frühjahr wird außerdem mit einer Kosten- und Finanzierungsvorlage gerechnet.

In Gateway Gardens arbeiten heute rund 3500 Menschen, die auf Busse und Autos angewiesen sind. Etwa 30 Prozent des Neubaugebiets sind bisher vermarktet. Die Grundstückseigentümer beteiligen sich mit einem Zuschlag von 30Euro je Quadratmeter am Bau der S-Bahn. Solange aber nicht feststehe, wann die S-Bahn fertig sei, würden neue Investoren abgeschreckt, fürchtet Stephan Bender, Niederlassungsleiter der OFB. Für ein von Fraport erworbenes Grundstück gebe es bereits einen Miet-Interessenten. Dieser knüpfe den Umzug seines Unternehmens allerdings an eine Bedingung, so Bender: Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr müsse sichergestellt sein.

Es geht auch um weiche Standortfaktoren

An anderer Stelle geht es voran. Das von Jo Franzke entworfene Hochhaus „Alpha Rotex“ nimmt seine eleganten Formen an, im Sommer soll DB Schenker mit 650Mitarbeitern hier einziehen. Der Logistikkonzern hat zwei Drittel der Fläche gemietet. Weil das Gebäude acht Meter höher ist als die im Bebauungsplan vorgesehenen 60Meter, wurde der Bauherr von den Vorgaben befreit.

Bis 2021 soll der neue Stadtteil komplett sein. Bisher haben sich mit Imtech, Condor und LSG Sky Chefs drei Unternehmen in Gateway Gardens angesiedelt. Zwei Hotels der Marken Park Inn und Meininger sind schon in Betrieb, ein Apartment-Hotel „Element“ wird gebaut. Wie der zentrale Park soll auch das Logistik- und Forschungsinstitut House of Logistics and Mobility Ende des Jahres fertig sein. Dessen Bauherr Heinz-Günter Lang hält die S-Bahn ebenfalls für einen „sehr wichtigen Standortfaktor“.

Außer um Arbeitsplätze geht es auch um die weichen Standortfaktoren: Ein gemischt genutztes Gebäude ist in Planung, mit einem Rewe-Supermarkt, einem Drogeriemarkt, einer Kita und einem Zwei-Sterne-Hotel, für das es schon einen Interessenten gibt. Das Gebäude soll auf einem verkehrsgünstig gelegenen Baufeld direkt neben dem Condor-Parkhaus entstehen. „Das Angebot zielt auch auf die 70000 Menschen, die rund um den Flughafen arbeiten“, sagt Bender.

Quelle: F.A.Z.

 
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