Hessen bündelt im Kampf gegen die zunehmende Kriminalität in der digitalen Welt die Kompetenzen im Landeskriminalamt (LKA). Mehr als 70 Experten aus dem Polizeidienst, Informatiker und Fachingenieure arbeiteten mittlerweile in einer eigenen Abteilung mit Internetexperten zusammen, um gegen die sogenannte Cyberkriminalität vorzugehen, erklärte Innenminister Boris Rhein (CDU) in Wiesbaden bei der Vorstellung des Projekts.
Im vergangenen Jahr habe die Polizei rund 17.950 Fälle von Internetkriminalität gezählt. Das waren 1,6 Prozent mehr als 2010, teilte Rhein mit. Der Innenminister verwies darauf, dass die Aufklärungsquote im vergangenen Jahr bei 65,3 Prozent lag. „Das ist ein wirklich guter Wert.“
Betrug auf Online-Plattformen
Kriminelle hätten sich darauf eingestellt, dass immer mehr Kommunikation zwischen staatlichen Stellen, in der Wirtschaft und bei der privaten Nutzung über das Internet laufen, erklärte der Minister. Betrug auf Online-Plattformen, das Abfischen von Daten, Beleidigungen in Chatforen oder politische Propaganda nannte der CDU-Politiker als die größten Deliktfelder. Es sei die Aufgabe des Staates, sich gegen solche Angriffe besser zu wappnen. „Die Prävention muss aber auch konsequent mit der Strafverfolgung kombiniert werden.“
Laut Rhein ist Hessen neben Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen das dritte Bundesland, das die Kräfte im Kampf gegen die Cyberkriminaliät auf diesem Weg gebündelt hat. Nach Angaben des Leiters der neuen LKA-Abteilung, Bernhard Lommel, haben die Polizisten in seinem Bereich alle eine Spezialfortbildung mitgemacht. 14 der über 70 Experten seien seit 2009 neu eingestellt worden.