Neuer Belag für Straßen und Fußwege, mehr Platz für Fußgänger, neue Bäume, eine bessere Hinführung zur Vergangenheit der Stadt - dies sieht ein neues Programm für das Areal rund um die Konstablerwache vor, das Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen) am Dienstag vorgestellt hat. Zehn Millionen Euro sollen zur Verfügung stehen, um die Schäfergasse und die Große Friedberger Straße nördlich der Zeil und die Straßen Fahrgasse, An der Staufenmauer und Reineckstraße südlich der Einkaufsmeile aufzuwerten. Cunitz verspricht sich davon eine höhere „Aufenthaltsqualität“ in diesen Nebenstraßen der Zeil, positive Impulse für den Einzelhandel und ein größeres Bewusstsein für die Stadtgeschichte.
Die Zeil sei erfolgreich, doch dürfe man es bei den 20 Millionen Euro, die in deren Gestaltung investiert worden seien, nicht belassen. „Wir müssen in die Nebenstraßen gehen, um die städtebauliche Situation zu verbessern“, sagte Cunitz. Die Investition der Stadt könne auch ein Anreiz für andere sein, dort Geld in die Hand zu nehmen. Begonnen werden kann mit den Arbeiten in etwa eineinhalb Jahren an der Schäfergasse oder der Großen Friedberger Straße.
„Medienviewer“ soll angebracht werden
Am meisten Geld, 4,5 Millionen Euro, wird für die Neugestaltung der Straßen Fahrgasse und An der Staufenmauer ausgegeben. Der Platz an der Mauer, einem Teil der um das Jahr 1180 errichteten Stadtbefestigung, soll etwas erhöht und mit Naturstein gepflastert werden, wie Mitarbeiter des Stadtplanungsamts erläuterten. In die Treppen sollen Vitrinen mit Fundstücken eingelassen werden. Dafür soll es auch eine neue Grabung geben. Cunitz ist sich noch nicht sicher, ob es auf dem Platz weiterhin Gastronomie geben soll. „Nur eine Bude wie jetzt wird dort nicht mehr stehen.“ Das Parkhaus Konstablerwache soll über die Fahrgasse und Töngesgasse weiterhin zu erreichen sein. Von der Töngesgasse an wird die Fahrgasse in Richtung Zeil aber nur noch der Versorgung der dortigen Geschäfte dienen, die Parkplätze fallen weg.
In der zwischen der Mauer und der Kurt-Schumacher-Straße liegenden Straße An der Staufenmauer soll der Verlauf der einstigen Judengasse durch ein Bronzeband im Boden sichtbar gemacht werden. Außerdem ist unter anderem geplant, die bisher unscheinbare Gedenktafel an die frühere Synagoge prominenter anzubringen und mit Hilfe eines „Medienviewers“ ein Bild von ihr zu zeigen. Solche Apparate, durch die man wie durch ein Fernglas schaut, wird es an drei weiteren Stellen von der Konstablerwache bis zum Museum Judengasse geben, so dass man den Verlauf der Judengasse verfolgen kann.
Drei Millionen Euro für Große Friedberger
Von der Fahrgasse biegt kurz vor der Zeil auch die Reineckstraße ab. Jene Kurve und ein Teil der Straße sollen so gestaltet werden, dass klar ist, dass sie schon zur Fußgängerzone gehören. Dafür werden dort jene Platten verlegt, die es auf der Zeil schon gibt. Dafür sollen rund 900.000 Euro zur Verfügung stehen.
Drei Millionen Euro soll die Umgestaltung der Großen Friedberger Straße kosten. Auf deren Ostseite soll zum Beispiel ein breiter Gehweg mit zehn neuen, großen Bäumen entstehen. Dafür wird die Fahrbahn schmaler. Nicht so viel Platz wie dort haben die Planer auf der Schäfergasse. Doch sollen auch dort Bäume gepflanzt werden, und auch dort wird die Fahrbahn schmaler. Außerdem wird die Einmündung der Straße von der Stephanstraße im Norden neu gestaltet, der Gehweg wird breiter. Für diese Arbeiten stehen zwei Millionen Euro zur Verfügung. Cunitz ist überzeugt, dass auch dort für Einzelhändler eine neue attraktive Lage entstehen werde.
Bravo...
Martin Schwoerer (ms-ffm)
- 01.08.2012, 17:20 Uhr
nicht vergessen
Klaus Müller (mo-mu)
- 01.08.2012, 09:16 Uhr