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Naturpark Hochtaunus Vorbereitungen für Dutzende Windräder im Taunus

 ·  Aus der Tiefe des Suchraums: Der Naturpark Hochtaunus ist kein Tabu mehr für den Bau von Windkraftanlagen. Einige Kommunen planen gemeinsam.

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Der Wind hat sich gedreht. Nicht im meteorologischen, sondern im politischen Sinn. Wollten sich viele Politiker lange nicht mit der Vorstellung von sich drehenden Windrädern auf den Hügeln des Hochtaunus anfreunden, werden jetzt in allen Kommunen des Usinger Landes Investitionen in derartige Anlagen geprüft. Zwischen 37 und 41 Windkraftanlagen könnten dort in den nächsten beiden Jahren entstehen, wenn die Voraussetzungen es zulassen.

Das Spannungsfeld wird beim Blick auf zwei Karten des Regierungspräsidiums Darmstadt deutlich. Die eine dokumentiert den Stand der Windkraftnutzung in Südhessen im November 2012. Der Hochtaunuskreis ist darauf ein weißer Fleck. Die andere stellt die „Suchräume für Windenergienutzung“ dar, wie sie der Planungsverband Frankfurt/Rhein-Main im vergangenen Juni beschlossen hat. Darin ist die Region mit farbigen Sprenkeln versehen, die Gebiete mit Windgeschwindigkeiten von mehr als fünfeinhalb Metern in der Sekunde ausweisen. Die dunkelroten Flecken mit besonders hohen Geschwindigkeiten ziehen sich entlang der höchsten Erhebung des Rhein-Main-Gebiets. Und die ist nun einmal der Taunus.

Keine Gebiete sind von vornherein ausgeschlossen

Als 2006 mit dem Entwurf des Regionalen Flächennutzungsplans mögliche Standorte für Windparks ausgewiesen wurden, war angesichts deren schierer Zahl der Protest groß. CDU und FDP wollten daraufhin unter anderem den Naturpark Hochtaunus mit seinen zwar windigen, aber gut sichtbaren Höhen sowie den Wald von Windrädern freigehalten wissen. Das gilt heute nicht mehr, wozu die geänderte politische Stimmung nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima nur einen Teil beigetragen hat. Bei vielen Kommunalpolitikern wuchs die Sorge, private Investoren könnten gegen den Willen der Gemeinde Anlagen errichten. Solange der Flächennutzungsplan noch nicht vorliegt, sind keine Gebiete von vornherein ausgeschlossen. Für die Genehmigung gelten lediglich Baugesetzbuch und Bundesimmissionsschutzgesetz. Man hätte also womöglich Windräder vor der Tür, ohne an den Einnahmen beteiligt zu sein. Zudem lag nahe, dass viele Kommunen Windkraftanlagen direkt an die Gemarkungsgrenze setzen würden - möglichst weit von den eigenen Bürgern entfernt, aber unter Umständen nah an den Siedlungen des Nachbarn.

Derlei Unbill versuchen die Planer derzeit zu verhindern. In Weilrod sind sie am weitesten vorangeschritten. Die Gemeindevertreter haben im Dezember bei drei Enthaltungen einstimmig einem Nutzungsvertrag mit der Windpark-Entwicklungsgesellschaft (WPE) zugestimmt, zu der sich der Energieversorger Mainova AG und der Wiesbadener Projektentwickler Abo Wind AG zusammengeschlossen haben. Bürgermeister Axel Bangert (SPD) geht von sieben Anlagen aus, die zwischen dem Ortsteil Riedelbach und dem Bad Camberger Stadtwald entstehen sollen. Sechs davon stünden auf gemeindeeigenem Grund, was etwa 34000 Euro an Pacht und Gewerbesteuer je Windrad erwarten lasse. Fielen die Erträge bei entsprechendem Wind höher aus, stiegen auch die Einnahmen für Weilrod.

Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen

Wegen des Standorts mitten im Wald kommt den Untersuchungen der Tier- und Pflanzenwelt große Bedeutung zu. Sie sind schon abgeschlossen. „Dabei hat es keine Probleme gegeben“, sagt Bangert. Auch Störungen für den Betrieb des Riedelbacher Segelflugplatzes seien nicht zu erwarten. Im jetzt folgenden eigentlichen Genehmigungsverfahren könnten sich noch leichte Verschiebungen der Windradstandorte ergeben, um etwa auf sogenannte Habitatbäume mit besonderer Bedeutung für Tiere Rücksicht zu nehmen. „Aber wir sind mit den Voruntersuchungen durch.“ Der Bürgermeister rechnet deshalb damit, dass die Bauarbeiten noch in diesem Jahr beginnen können.

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