Home
http://www.faz.net/-gzg-7581q
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 21.12.2012, 14:15 Uhr

Nachwuchs im Zoo Sayang hängt sehr an seiner Mutter

Die Orang-Utan-Dame Rosa hat schon, was die beiden Gibbons Kirin und Meru im Zoo bald bekommen sollen: Nachwuchs.

© Rosenkranz, Henner Knopfäugiger Winzling: Baby Sayang kann ich inzwischen schon ganz gut an Rosa festhalten.

Charly ist ein schlechter Vater. Er fummelt mit einem Grashalm Fruchtfleisch durch die Löcher in der Futterbox, er lehnt am Holz und sieht gelangweilt dabei aus, er schwingt sich gemächlich auf einen Ast - er tut, was Orang-Utans halt so tun, nur um seinen Nachwuchs kümmert er sich nicht. Aber das ist typisch für männliche Orang-Utans. „Die Väter interessieren sich mehr für die Mütter als für die Kinder“, sagte Zoodirektor Manfred Niekisch am Donnerstag, als er den Nachwuchs vorstellte.

Dafür bekommt das in der Nacht vom 29. auf den 30.November im Borgori-Wald des Zoos geborene Affenbaby die ganz Liebe seiner Mutter Rosa: Sie hält ihr Junges so eng an sich gedrückt, dass bisher nicht einmal sein Geschlecht festgestellt werden konnte.

Name bedeutet „Liebling“

Einen Namen hat der Säugling trotzdem schon: Sayang lautet er, was geschlechtsneutral ist, weil es auf indonesisch „Liebling“ bedeutet. Das Baby ist schon das vierte Kind von Rosa, und die Abstammung ist dem Winzling mit dem lichten Kopfhaar anzusehen: Sein Fell ist ein bisschen grauer als das seiner Mutter, was laut Niekisch ungewöhnlich für Orang Utans ist, aber typisch für die Kinder von Rosa.

Orang-utang Rosa carries her cub Sayang in their enclosure at the zoo in Frankfurt Im Schlepptau der Mutter: das Neugeborene weicht seiner Mama nicht von der Seite. © REUTERS Bilderstrecke 

Noch etwa ein Jahr lang wird Rosa Sayang die meiste Zeit mit sich herumschleppen. Muttermilch saugt das Kleine, bis es vier ist, und bis zu seinem zehnten Lebensjahr etwa wird es eine enge Verbindung zur Mutter halten. Die Mutter-Kind-Beziehung ist bei den Orang-Utans, die eigentlich Einzelgänger sind, die zwischenäffisch einzig nachhaltige.

Mehr zum Thema

Nach dem Bonobo-Jungen Sambo und dem Gorilla-Mädchen Sawa ist Sayang schon das dritte Affen-Neugeborene des Zoos in diesem Jahr. Zwei neue Bewohner, die am vergangenen Freitag in den Tiergarten gezogen sind, sollen dafür sorgen, dass das in diesem Takt weitergeht: Die beiden Weißwangen-Gibbons Kirin und Meru konnten in ihrem früheren Zuhause, dem Duisburger Zoo, nicht zueinanderfinden. Das Männchen war noch nicht geschlechtsreif, und Gibbon-Damen sind, wie Niekisch sagt, nicht besonders freundlich zu Männchen, wenn diese nichts mit ihnen anzufangen wissen. Jetzt ist Meru geschlechtsreif geworden und mit Kirin in das Gibbon-Haus gezogen, mit Blick auf den Weiher und Zugang zu einer kleinen Insel. „Die beiden haben sich sofort gepaart“, sagte Niekisch. In der freien Natur gibt es nur noch etwa 600 Gibbons.

Weder das Orang-Utan-Baby Sayang noch der erhoffte Nachwuchs bei den Gibbons können ausgewildert werden - es gibt laut Niekisch keinen Ort, an dem sie gefahrlos leben könnten. Auf Sumatra, wo Sayangs wilde Artgenossen zu Hause sind, weiche der Wald nach und nach immer neuen Plantagen für Palmöl.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Vernichten ohne zu töten Atomwissenschaftler machen die Zika-Mücke unfruchtbar

Die Internationalen Atomenergiebehörde in Wien bestrahlt in ihrem Labor männliche Mücken und macht sie damit zeugungsunfähig. Wieder ausgesetzt, können sie sich nicht vermehren – das hilft auch gegen Zika. Mehr Von Stephan Löwenstein, Wien

03.02.2016, 17:23 Uhr | Gesellschaft
Indonesien Orang-Utan-Baby findet neuen Freund

Tierschützer in Indonesien haben ein Orang-Utan-Baby vor dem Tod bewahrt. Im August war es in einem Karton ausgesetzt worden und befand sich in einem beklagenswerten Zustand. Mittlerweile hat sich Gito prächtig erholt und einen Freund gefunden. Mehr

18.01.2016, 15:46 Uhr | Gesellschaft
Wildschweinjagd Bitte nicht auf die führende Bache schießen

Weil der Bestand von Wildschweinen mittlerweile rasant gewachsen ist, müssen Jäger verstärkt auf Drückjagd gehen. Um die Vermehrung zu stoppen, greifen sie jedoch zu umstrittenen Methoden. Mehr Von Carl-Albrecht von Treuenfels

08.02.2016, 20:14 Uhr | Gesellschaft
Japan App versteht Hunde und Katzen

Der beste Freund des Menschen ist bekanntlich sein Hund und wer möchte den nicht verstehen? Dank einer in Japan entwickelten App können Halter von Hund und Katze jetzt endlich das Verhalten ihrer Lieblinge richtig deuten. Mehr

15.01.2016, 10:56 Uhr | Gesellschaft
Zika-Epidemie Ein Virus, vor dem man sich kaum schützen kann

Von Guatemala bis Paraguay: Überall in Süd- und Mittelamerika suchen Schwangere in Kliniken Rat, weil sie befürchten, sich mit dem Zika-Virus infiziert zu haben. Experten geben nun erste Leitlinien zum Umgang mit dem Erreger heraus. Mehr Von Christina Hucklenbroich

27.01.2016, 17:19 Uhr | Wissen

Pflicht zur Information

Von Ralf Euler

Vertuscht Hessens Polizei gezielt Straftaten von Flüchtlingen? Eine Reihe von Fällen erweckt diesen Eindruck. Den Finger in die Wunde zu legen, ist hilfreich. Mehr 51

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen