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Nachwuchs im Zoo Sayang hängt sehr an seiner Mutter

 ·  Die Orang-Utan-Dame Rosa hat schon, was die beiden Gibbons Kirin und Meru im Zoo bald bekommen sollen: Nachwuchs.

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Charly ist ein schlechter Vater. Er fummelt mit einem Grashalm Fruchtfleisch durch die Löcher in der Futterbox, er lehnt am Holz und sieht gelangweilt dabei aus, er schwingt sich gemächlich auf einen Ast - er tut, was Orang-Utans halt so tun, nur um seinen Nachwuchs kümmert er sich nicht. Aber das ist typisch für männliche Orang-Utans. „Die Väter interessieren sich mehr für die Mütter als für die Kinder“, sagte Zoodirektor Manfred Niekisch am Donnerstag, als er den Nachwuchs vorstellte.

Dafür bekommt das in der Nacht vom 29. auf den 30.November im Borgori-Wald des Zoos geborene Affenbaby die ganz Liebe seiner Mutter Rosa: Sie hält ihr Junges so eng an sich gedrückt, dass bisher nicht einmal sein Geschlecht festgestellt werden konnte.

Name bedeutet „Liebling“

Einen Namen hat der Säugling trotzdem schon: Sayang lautet er, was geschlechtsneutral ist, weil es auf indonesisch „Liebling“ bedeutet. Das Baby ist schon das vierte Kind von Rosa, und die Abstammung ist dem Winzling mit dem lichten Kopfhaar anzusehen: Sein Fell ist ein bisschen grauer als das seiner Mutter, was laut Niekisch ungewöhnlich für Orang Utans ist, aber typisch für die Kinder von Rosa.

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© REUTERS Vergrößern Im Schlepptau der Mutter: das Neugeborene weicht seiner Mama nicht von der Seite.

Noch etwa ein Jahr lang wird Rosa Sayang die meiste Zeit mit sich herumschleppen. Muttermilch saugt das Kleine, bis es vier ist, und bis zu seinem zehnten Lebensjahr etwa wird es eine enge Verbindung zur Mutter halten. Die Mutter-Kind-Beziehung ist bei den Orang-Utans, die eigentlich Einzelgänger sind, die zwischenäffisch einzig nachhaltige.

Nach dem Bonobo-Jungen Sambo und dem Gorilla-Mädchen Sawa ist Sayang schon das dritte Affen-Neugeborene des Zoos in diesem Jahr. Zwei neue Bewohner, die am vergangenen Freitag in den Tiergarten gezogen sind, sollen dafür sorgen, dass das in diesem Takt weitergeht: Die beiden Weißwangen-Gibbons Kirin und Meru konnten in ihrem früheren Zuhause, dem Duisburger Zoo, nicht zueinanderfinden. Das Männchen war noch nicht geschlechtsreif, und Gibbon-Damen sind, wie Niekisch sagt, nicht besonders freundlich zu Männchen, wenn diese nichts mit ihnen anzufangen wissen. Jetzt ist Meru geschlechtsreif geworden und mit Kirin in das Gibbon-Haus gezogen, mit Blick auf den Weiher und Zugang zu einer kleinen Insel. „Die beiden haben sich sofort gepaart“, sagte Niekisch. In der freien Natur gibt es nur noch etwa 600 Gibbons.

Weder das Orang-Utan-Baby Sayang noch der erhoffte Nachwuchs bei den Gibbons können ausgewildert werden - es gibt laut Niekisch keinen Ort, an dem sie gefahrlos leben könnten. Auf Sumatra, wo Sayangs wilde Artgenossen zu Hause sind, weiche der Wald nach und nach immer neuen Plantagen für Palmöl.

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