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Nachtleben „Zu Hause wird weniger Bier getrunken - bei uns nicht“

21.04.2006 ·  „In der Clubgastronomie ist Bier immer noch beliebt“: Madjid Djamegari, Geschäftsführer des „King Kamehameha“-Club, zu den Trinkgewohnheiten der Jugend.

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Madjid Djamegari, Geschäftsführer des „King Kamehameha“-Club, zu den Trinkgewohnheiten der Jugend.

Ein Club wie das Frankfurter „King Kamehameha“ hat ein junges Publikum, und das trinkt nicht gerne Bier. Oder?

Das stimmt so nicht. In der Clubgastronomie ist Bier eines der günstigsten Getränke und dementsprechend immer noch beliebt. Wir erreichen sogar steigende Absätze. Man muß unterscheiden zwischen Gastronomie und privaten Gewohnheiten. Bier verliert nicht in der Öffentlichkeit, in den Lokalen, an Stellenwert, sondern zu Hause, das ist sicherlich der höhere Marktanteil.

Warum?

Weil die Leute mehr Wein trinken abends zum Essen, und weil mehr Wasser getrunken wird.

Wie wichtig sind Biermischungen noch?

Biermischungen gab es bei mir nie. Ich habe das Glück, einen Partner zu haben, der keine Biermischungen auf den Markt gebracht hat, dafür aber ein mildes Bier, Becks Gold, und eines, da ist ein bißchen Limonensaft mit dabei. Bei uns war das so, daß diese Getränke sich besser verkauft haben als das herbe Pils.

Gehört die Zukunft also doch anderen als den klassischen Bieren?

Da wiederum muß man unterscheiden zwischen innovativen Produkten, die den Biergeschmack angenehmer machen - ein mildes Produkt ist immer noch Bier und kein Mischgetränk - und dem Rest. Das erste ist absolut im Trend. Biermix mit Cola dagegen und ähnliches, diese Getränke werden alle genausoschnell verschwinden, wie sie gekommen sind.

Ist Biertrinken bei jungen Leuten geschlechtsspezifisch?

Das war mit Sicherheit so, bis die milden Biere aufkamen. Insgesamt kann man schon sagen, daß mindestens drei Viertel der Biertrinker männlich sind. Doch seitdem es diese neuen Biere gibt, können wir einen gestiegenen Konsum bei Frauen feststellen. Da muß man sich wirklich auf milde Biere konzentrieren, die auch einen geringeren Alkoholanteil suggerieren, obwohl sie den nicht haben. Sie haben genausoviel Akohol wie die bitteren, herben Biere, sie schmecken nur anders.

Wann haben Sie ihr letztes Bier getrunken?

Gestern. Ich bin jemand, der gerne erst einmal nach Feierabend ein Bier trinkt. Das gehört für mich dazu, um zu sagen: Okay, Feierabend, jetzt den Kopf mal frei machen und wieder an andere Sachen denken. Ich bin da, glaube ich, noch ziemlich traditionell.

Die Fragen stellte Jacqueline Vogt.

Quelle: F.A.Z., 22.04.2006
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