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Nachgefragt bei: Peter Meisinger „Es wird ziemlich eng, aber wir können es schaffen“

 ·  Es ist eine große Herausforderung für den ehemaligen Spieler und Trainer des Handball- Bundesligavereins TV Großwallstadt: Als Sportdirektor soll Meisinger den Abstieg des Traditionsklubs noch verhindern.

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Die Entscheidung des TV Großwallstadt, seinen ehemaligen Erfolgstrainer als Sportdirektor zurückzuholen, war überraschend. Ist sie wirklich über Nacht gefallen?

Es ging ziemlich schnell, aber so schnell nun auch wieder nicht. Ich habe zwischen dem 3. und 10. Januar im Krankenhaus gelegen und bei einer Operation ein paar Ersatzteile für meine Hüfte bekommen. In dieser Zeit wurden die ersten aktuellen Kontakte geknüpft und die Sache in die Wege geleitet.

Glauben Sie, dass Sie nach der langen Handballpause mit großem Spaß an diese neue Aufgabe herangehen können ?

Eigentlich hatte ich großen Spaß, wie es vorher war. Es war sicher nicht mein Plan, wieder einzusteigen. Gerade jetzt nicht, wo ich wegen der Operation auch noch auf Krücken unterwegs bin. Und ein bisschen muss ich ja auch noch im meinem Reisebüro arbeiten. Ich habe mich also nicht danach gedrängt, aber ich habe trotzdem zugesagt. Der TV Großwallstadt ist für mich eben eine Herzensangelegenheit. Jetzt nehme ich die Aufgabe an. Und wer mich kennt, weiß, dass ich es hundertprozentig mache.

Kann das ein langfristiges Modell werden oder ist es bis zum Saisonende befristet?

Da gibt es eine klare Absprache: Ich mache es bis zum Saisonende.

Wie war denn das Echo in der Familie und im Freundeskreis?

Erstaunlich positiv. Ich habe viele Anrufe, SMS und Mails bekommen. Alle mit dem Inhalt: Schön, dass du es machst.

Im Grunde ruhen jetzt die Hoffnungen des gesamten Vereins auf Ihnen.

Mich zurückzuholen, ist sicher kein Allheilmittel. Die Spiele gewinnen muss immer noch die Mannschaft.

Wie ist die Verteilung der Kompetenzen zwischen Ihnen und Trainer Peter David geregelt?

Auch da gibt es klare Absprachen. Er ist der Trainer, ich helfe, wo ich kann. Vor allem werde ich alles genau beobachten. Ich werde bei jeder Trainingseinheiten dabei sein und ich werde auch bei den Spielen auf der Bank sitzen.

Wie beurteilen sie die Chancen des TVG, in der neuen Konstellation den Abstieg noch zu verhindern?

Es ist sicher keine einfache Aufgabe, darüber sind wir uns hier alle im Klaren. Es wird ziemlich eng, wir haben ja erst fünf Punkte. Aber wir können es schaffen.

Was muss verbessert werden?

Ich verschaffe mir im Moment beim Training einen Überblick, schaue ganz genau hin. Vieles ist limitiert, wenig läuft optimal. Aber wir gehen es das jetzt an. Bestimmte Dinge müssen aufgearbeitet werden. Warum zum Beispiel hat die Mannschaft so oft mit einem Tor verloren? Wo liegen die Gründe für die desolate Auswärtsbilanz ohne einen einzigen Punkt? Es gibt viele Felder, wo wir uns verbessern müssen, viele Fehler, die ausgemerzt werden müssen. Es muss mehr Konsequenz ins Spiel, mehr Kontinuität.

Haben Sie eigentlich schon mit Ihrem Vorgänger Uli Wolf gesprochen, der ja als Sportmanager des TVG gehen musste?

Nein, aber dieses Gespräch werden wir in den nächsten Tagen führen.

Halten Sie es für möglich, dass der TVG noch einen neuen Spieler holt bis zum Start gegen die HSG Wetzlar am 8. Februar?

Nein, das ist ausgeschlossen.

Der Isländer Runar Karason hat die gesamte Vorrunde wegen eines Kreuzbandrisses gefehlt. Jetzt steht er wieder im Training. Kann er der „Joker“ fürs neue Jahr werden?

Das kann ich nach der kurzen Zeit noch nicht beurteilen. Er macht wieder mit im Kreis der Mannschaft, das ist gut. Aber er ist natürlich noch lange nicht bei hundert Prozent. Das kann er auch nicht sein. Da müssen wir also abwarten.

Das Gespräch führte Josef Schmitt

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