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Nach Anwerbung an Schulen : Lehrer fordern mehr Hilfe im Kampf gegen Salafisten

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Hilfegesuch: GEW-Chef Nagel fordert mehr Unterstützung durch das Kultusministerium im Kampf gegen den Salafismus Bild: Eilmes, Wolfgang

Die Lehrergewerkschaft GEW fordert im Kampf gegen den Salafismus eine stärkere Unterstützung des Kultusministeriums. Den Hintergrund bildet die erfolgreiche Anwerbung von Schülern als Kämpfer etwa in Syrien.

          Um den Einfluss von Salafisten an Schulen zu verringern, fordern Lehrer in Hessen eine stärkere Unterstützung des Kultusministeriums. Schulen bräuchten mehr Personal und Lehrer eine bessere Fortbildung, sagte Jochen Nagel, der Vorsitzende des Landesverbandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

          „Es ist sehr wichtig, die religiösen und sozialen Konflikte im Unterricht zu behandeln.“ Es sei das Grundproblem, dass den Schulen dafür sowohl Zeit als auch Personal fehlten, sagte Nagel. Zudem fordert der hessische GEW-Vorsitzende vom Land eine bessere Ausbildung für Lehrer bei diesem Thema.

          Rhein für Frühwarnsystem

          Anfang Dezember hat erst der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) angesichts der offenbar erfolgreichen Versuche von Salafisten, Schüler als Kämpfer etwa für den Bürgerkrieg in Syrien anzuwerben, ein bundesweites Frühwarnsystem angemahnt. Die Anwerbung mache nicht an den hessischen Landesgrenzen halt, hob Rhein hervor, der den Kampf gegen den Salafismus zu einem seiner Hauptthemen gemacht hat.

          Mitte Dezember hatte dann die Nachricht, derzufolge ein Frankfurter Schüler als Kämpfer in Syrien ums Leben gekommen sei, für Aufsehen gesorgt. Aus ganz Deutschland sind nach Angaben der Sicherheitsbehörden mehr als 240 Muslime nach Syrien gereist. Salafistische Prediger werben die Freiwilligen an - manchmal eben direkt auf dem Schulhof. So zogen nach Darstellung des Innenministeriums neun Schüler aus dem Rhein-Main-Gebiet in den Bürgerkrieg.

          Weitere Gefährdung befürchtet

          Das Land Hessen rechnet auch im neuen Jahr mit einer Gefährdung durch Salafisten. „Das ist kein Thema, das in sechs Monaten abgelöst wird“, sagte der Leiter des Hessischen Kompetenzzentrums für Extremismus, Gregor Dietz, der Nachrichtenagentur dpa. Sorgen bereiteten ihm Menschen aus Hessen, die als Dschihadisten zum Kampfeinsatz nach Syrien gingen und dann nach Deutschland zurückkehrten. Diese hätten sich dann oftmals weiter radikalisiert.

          Ultrakonservative Islamisten mit Verbindung zum Terror

          Die Salafismus ist eine religiöse und politische Bewegung des Islam, die nur von einer kleinen Minderheit der Muslime getragen wird. Salafisten lehnen westliche Demokratien ab und sehen eine „islamische Ordnung“ mit islamischer Rechtsprechung (Scharia) als einzig legitime Staats- und Gesellschaftsform an.

          Sie vertreten einen rückwärtsgewandten Ur-Islam und wenden sich gegen jede theologische Modernisierung. Das arabische Wort „Salaf“ steht für: Ahnen, Vorfahren. Salafisten tragen Bärte und lange, knöchelfreie Gewänder oder Hosen. Sie vertreten diskriminierende Positionen gegenüber Frauen und bestehen auf deren Vollverschleierung.

          In Deutschland zählten die Salafisten nach Angaben der Innenbehörden 2012 rund 4500 Anhänger, 2011 waren es noch 3800. Teile der Bewegung stehen beim Verfassungsschutz im Verdacht, ein Sammelbecken für gewaltbereiten Islamismus zu sein und Verbindungen zu Terrornetzwerken zu pflegen.

          In der Bundesrepublik stand die terroristische Sauerland-Gruppe
          unter salafistischem Einfluss. Fast alle Islamisten in Deutschland, die den Dschihad („Heiligen Krieg“) befürworten, sind laut Verfassungsschutz mit dem Salafismus in Berührung gekommen. (dpa)

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