26.12.2012 · Auf sie schaut die Region. Ein Ehepaar vom Frankfurter Lerchesberg hat Verfassungs- beschwerde gegen den Ausbau des Flughafens eingelegt. Wie sich in der Einflugschneise das Leben der „Musterkläger“ verändert hat.
Von Helmut Schwan, FrankfurtRichtlinien für Lesermeinungen
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zeichnet sich dadurch aus, das jeder seine Meinung frei
äußern kann ohne sich dafür rechtfertigen zu
müssen. Weder staatlichen Stellen noch irgendjemandem.
Offenbar haben Sie Demokratie nicht verstanden.
Schönen Tag noch.
Wessen Interessen vertreten Sie Herr Fink?
Betroffene, die sie gerne auch als Flughafengegner diffamieren, leiden
extrem unter der Erweiterung.
Dass diese Mitmenschen sich gegen eine weitere Verdoppelung der
Flugbewegungen wehren, leuchtet sogar AB-Befürwortern ein.
Warum Sie sich aber, Herr Fink, als Nichtbetroffener, in allen Foren so
außerordentlich massiv an die Seite einer milliardenschweren,
Menschen und Meinungen kaufenden Fluglobby stellen, ist mir ein
Rätsel. Glauben Sie mir, die haben Ihren unermüdlichen Einsatz
weiß Gott nicht nötig.
WAS ALSO IST IHRE WAHRE MOTIVATION HERR FINK ?
Es müssen wohl ethische Gründe sein.
Wie es aber um Ihre Kompetenz in Sachen Ethik bestellt ist, zeigen die
von Ihnen in verschiedenen Foren gemachten Aussagen:
eliäre MINDERHEIT
VÖLLIG ÜBERZOGENE Wahrnehmung EINZELNER
Das unflexible NachtflugREGIME
Menschen berufliche Chancen, um RUHE ÜBERM DACH zu haben, zu
nehmen, ist eigennützug und unmoralisch.
ETHISCH IST, Arbeitsplätze zu schaffen.. zu verhindern, das
Gegenteil.
Diskussionskultur in der Ökodiktatur
Alles klar, Herr Münch, beharrt der Ausbaubefürworter unter Angabe von Gründen auf seinem Standpunkt, ist jede Diskussion zwecklos, weil er ja das letzte Wort haben will. Beharren die Ausbaugegner auf ihrem Standpunkt, häufig mit mehr als fragwürdigen Begründungen, handelt es sich um eine wirkliche Diskussion. Ein Gutes Neues!
@ Alfons Rapp - Alles Kopfsache
Sie müssen bedenken, Herr Rapp, daß "Vögel" die direkten Nachkommen der Saurier sind und sehr kleine Köpfe haben.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.12.2012 18:11 Uhr'Eingleisige Technokraten' muß einem erst einmal einfallen!
Wie fühlt es sich so als Anhänger einer elitären Minderheit?
Danke!!!
gut zu wissen, dass es neben eingleisigen Technokraten, die aus lauter Eitelkeit aus unserer Erde einen einzigen Reparaturbetrieb machen würden, noch eigenständig denkende Menschen gibt, bei denen die Verbindung zwischen Herz und Verstand noch nicht gekappt ist. Wir brauchen Menschen, die weniger gegen Lärm und Dreck als gegen verdummende Werbung und korrumpierte Politiker resistent sind!
Herr Fink, wenn das was Sie anführen wirklich Sachzwänge sein sollten, würde das bedeuten, dass wir einen einmal eingeschlagenen Weg bis zur endgültigen Katastrophe zu Ende gehen müssen. Keiner, auch nicht die Mitmenschen die unter dem unzumutbaren Fluglärm leiden, wollen zurück in die Steinzeit! Dass aber Wachstum, so wie Sie es verstehen, auf Dauer keine Lösung sein kann, sollte einleuchten. Letztlich sind wir doch ganz anderen, natürlichen Sachzwängen unterworfen. Diese, durch „Nichts und Niemanden“ verrückbaren Sachzwänge blenden sie aber völlig aus - ganz nach dem Motto: Nach mir die Sintflut!
Antworten (7) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.12.2012 16:42 UhrOh weh, oh weh, oh weh! Herr Münch Sie haben Recht!!
Kein Kommentar!
Ethik
Ethisch ist, Arbeitsplätze zu schaffen. Arbeitsplätze zu
verhindern dürfte dann eher das Gegenteil sein. Das die avisierten
100000 Jobs nicht ein jahr nach der Eröffnung da sind, dürfte
doch klar sein.
Tatsache ist, der Flughafen ist ein unverzichtbarer Wirstschaftsmotor
für die Region und weit darüber hinaus, auch über
Deutschland hinaus. Wer das verneint und dann seine Ansicht als ethisch
verkauft sollte mal seine persönliche Grundeinstellung
hinterfragen.
Sachzwänge gibt es übrigens in jedem Beruf und sind Teil des
Alltags für jeden. Wenn Politiker Flugbewegungen deckeln wollen,
dann schafft das Sachzwänge bei Airlines, die dann an diesem
Standort nicht mehr optimal arbeiten können. Gut verdiendende
können zum neuen Standort wechseln, die wenig verdienen eher nicht.
Menschen berufliche Chancen, sei es um Ruhe überm Dach zu haben, zu
nehmen, ist eigennützig und unmoralisch. Ist das Ihre neue Ethik?
Da nmuss ich meinem Ruf ja wohl gerecht werden, Herr Münch
Also, auch Eppstein hat seinen Anteil, Überflüge landender
Maschinen Richtung Osten, startende gerne abends zwischen 20 und 23 Uhr,
früher auch mal bis 1 Uhr in der Nacht. Man kann und konnte es
immer ertragen.
Was ich persönlich mache, trägt dem Thema nicht bei, zumal Sie
falsche Vorstellungen von diesem Beruf haben. Ein Spediteur ist nicht
unbedingt auf Flüge von FRA angewiesen, verladen werden kann von
jedem Flughafen in Europa, geht mit Seefracht vom heimischen
Schreibtisch auch. Aber schöne Offenbarung Ihrer kleingeistigen
Denkweise, "dem Kerl muss man doch was unterstellen, der schreibt
doch nur für seinen persönlichen Vorteil".
Mit Ihrer Einstellung würde sich allerdings weder ein
Wirtschaftswunder wiederholen, noch der heutigen soziale Standard
aufrechterhalten lassen. Das geht nun mal nur mit Wachstum, ob Ihnen
das passt oder nicht. .
Fortsetzung folgt
Vergessen Sie es!
Sie können mit Herrn Fink nicht diskutieren - er wird immer das
letzte Wort haben. Das hängt zum einen daran, dass er a) im ruhigen
Eppstein sitzt und vom Fluglärm so gut wie gar nicht betroffen ist
und b) einen Speditionsbetrieb verantwortet und somit direkt vom
Flugaufkommen profitiert. c) Hängt er ganz offenkundig einer Art zu
wirtschaften an, die in den 50'ern und 60'ern noch Sinn gemacht hat und
der wir sicherlich auch das Wirtchaftswunder zu verdanken haben. Dass
wir diesem ununterbrochenen
"Immer-Höher-schneller-weiter" andererseits auch
Klimaveränderung, Billig-Jobs, Produktionsverlagerungen,
Lehman-Pleite und Euro-Krise zu verdanken haben, das sieht er nicht.
Eine neue Ethik in der Wirtschaft scheint für ihn kein Thema zu
sein. So verwundert es dann auch nicht, wenn Kollateralschäden
unter dem Primat der wirtchaftlichen "Sachzwänge" in Kauf
genommen werden. Es geht ja nicht um Eppstein!
Welche Katastrophe denn?
es wird ja nicht bestritten das Lärm unterschiedlich empfunden
wird, aber warum soll ausgerechnet, neben allen anderen Einflüssen
durch Bahn, Straßenverkehr durch Menschen selbst. der Luftverkehr
so schlimm sein das man von Katastrophen reden kann? Das sind doch
völlig überzogene Wahrnehmungen Einzelner, übrigens wurde
so ähnlich bei der ersten Bahnverbindung 1835 argumentiert. Die
Bahn ist immer noch laut, während die technologische Entwicklung
im Luftverkehr ein kontinuerlicher Prozess ist.
Da werden schon aus Sachzwängen immer sparsamere und gleichzeitig
leisere Triebwerke entwickelt. Der nächste Quantensprung findet
noch in diesem Jahrzehnt mit den geared Turbofan Triebwerken statt.
Airbus hat innerhalb weniger Monate für die A320NEO 1500
Bestellungen erhalten, Boeing für die 737MAX auch an die Tausend.
Das ist die Realität, nicht die apokalyptischen Prophezeihungen.
Keiner bestreitet das es Wachstum geben muß aber jeder weiß
das nur intelligentes umwelt- und menschenschonendes Wachstum nachhaltig
ist und uns weiterbringt.
Eine Landebahn reingequetscht in das dichts besiedelte Gebiet ist dumm,
nicht intelligent und schon gar nicht nachhaltig. Innerdeutsche
Verbindungen gehören auf die Bahn. Ein bundesweites
Flughafenkonzept wäre intelligent gewesen, z.B. einen
Großflughafen weiter ausserhalb von Berlin, mit Übernahme der
FRA Funktion. Berlin ist schon jetzt nicht nur katastrophal geplant,
sonder bereits zum Start an der Kapazitätsgrenze.
In Rhein Main wird durch 700000 Flugbewegungen der Lebensraum
zerstört. Wer will dann hier noch leben ? Es werden mehr
Schäden angerichtet als Nutzen erzeugt, das nennen Sie notwendiges
Wachstum Herr Fink? Ich nenne es Fehlplanung Herr Fink. Intelligentes
nachhaltiges Wachstum geht anders Herr Fink! Was machen Sie denn mit
dem Bürgerwillen in München Herr Fink? einfach ingnorieren?
Falsch Herr Holtmann
Frankfurt liegt im demographischen und geographischen Zentrum Europaqs
und hat somit die besten Voraussetzungen dafür, dass ein zentrales
Hub geradezu zwingend in dieser Region liegen muss.
Seit Montreal Mirabel weiss die Fachwelt auch, das Flughäfen dort
sein müssen wo die Kunden sind und nicht auf einer grünen
Wiese irgendwo in der Pampa. Den notwendigen Passagiermix zwischen
Business, Vollzahlern, Ecnomy und Umsteigern bekommt man nur hier und
nicht im märkischen Sand.
Außerdem haben wir einen Binnenmarkt, es gibt keine innerdeutschen
Flüge, nur innereuropäische. Soll etwa die LH ihre Kunden aus
Berlin Hamburg Nürnberg usw. an die Konkurrenz in Amsterdam, Paris,
London usw verlieren, weil die weiterhin ihre Hubs mit dem Flieger
bedienen können während LH das nur per Bahn darf?
Sie sprechen von "Intelligenz" und "Konzept".
Vielleicht befassen Sie sich mal vorher mit dem Thema, damit Ihre
Einlassung dann auch Ihren Ansprüchen erecht wird. .
Herr Fink, wo soll denn die Reise hingehen? Lässt sich der Wert des Menschen nur noch daran messen, in wie weit er sich gleichzeitig als Geldmengenvermehrer und Geldverschwender ausbeuten lässt? Soll unser Leben nur noch daraus bestehen uns gegenseitig das Geld aus der Tasche zu ziehen? Ist Bildung dazu da, dass wir in dieser Disziplin immer besser werden, und wer einen anderen Lebensplan hat, der ist ein Versager? Das was das Bruttosozialprodukt ausmacht, besteht m.E. zu einem zunehmend größer werdenden Teil aus nutzlosen, uns und die Umwelt schädigenden Produkten. Gewinner ist, wer anderen seinen Müll andreht, selbst aber sowohl in reale Werte als auch in die Produktion weiteren Mülls und in verdummende Werbung investiert. Sollten wir das je einmal kapieren und unseren Müllkonsum einstellen, bricht das ganze „Schneeballsystem“ zusammen. So leben wir noch eine Weile nach dem Prinzip „nach mir die Sintflut“ und in der Hoffnung nicht zu den Letzten zu gehören, die die Hunde beißen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.12.2012 14:16 UhrDann machen Sie doch mal einen
Vorschlag, wo es denn ohne Wachstum hingehen soll. Offenbar haben wir
vor lauter Wohlstand, der sich ja nicht nur in persönlichem
Einkommen ausdrückt sondern auch in - z. B. - medizinischer
Versorgung, umfassenden Rettungsdienst, Pflege, Bildungseinrichtungen,
dem Vorhalten von ÖPNV von den frühen Morgenstunden bis
spät in die Nacht und vielem mehr. Vergleichen Sie das mal mit
anderen Ländern auf der Welt.
Wir haben uns ja schon aus verschiedenen Industrien und Technologien
verabschiedet. Wollen wir jetzt aus einem Transport- und Logistiksystem
aussteigen, das in D 850000 Arbeitsplätze vorhält? Wozu auch
der Luftverkehr gehört, der nun mal Weltweit effizient nach dem
gleichen System abgewickelt wird. Diesen Sachzwängen kann man sich
nicht ohne Wohlstandsverlust entziehen.
Ohne an der Spitze mitzuspielen gibt es keinen Fortschritt, der sich
übrigens auch in neuer Triebwerkstechnologie ausdrückt. Die
nächste Generation kommt in 4-5 Jahren auf den Markt.
Hut ab und größte Hochachtung vor den Herrleins!!
Ich kann nur alle Bürger dazu aufrufen, gegen dieses Unrecht und
die schlimmste Fehlplanung aller Zeiten zu protestieren. Jedem nicht
oder nur wenig Betroffenen, sollte klar sein, das hier ein
Grundsatzurteil dringenst von Nöten ist. Ja glaubt denn ernsthaft
ein Ausbaubefürworter, dass er von solchen Fehlplanungen verschont
bleibt? Wenn die Lobby schnippt werden die Politiker gekauft und
Gutachten angepasst. Bürger wacht auf, ihr werdet verraten und
verkauft. Die nächsten die enteignet werden und gesundheitlich
platt gemacht werden seid Ihr, ja Ihr die Ihr jetzt über die
Flughafenausbaugegner wettert und lästert!
Die Demonstrationen werden anhalten, und auch ein BVG wird das nicht
übersehen.
Fliegen ist Dienstleistung und Flughäfen sind Infrastruktur
ohne die eine Industrie und Handelsnation nicht bstehen kann. Das
Fraport viel Geld verdient und nicht durch Steuern finanziert werden
muss ist doch gut, oder?
Die Dienstleistung von Fraport, das sein Geld übrigens nicht mit
Flügen verdient sondern mit Mieten, Pachten, Dienstleistung rund um
die Fliegerei sowie "Retail", wird im Zusammenspiel mit den
Fluggesellschaften von über 58 Millionen Passagieren in Anspruch
genommen. Per Luftfracht gehen wertmäßig 36% der Exporte
dieses Landes über FRA.
Mich würde es sehr wundern, wenn diese massiv dem Gemeinwohl
dienenden Infrastruktur durch das BvG noch weiter in ihrem Handeln
eingeschränkt würde als sie durch das unflexible
Nachtflugregime bereits ist.
Absolute Gerechtigkeit gibt es nicht und kann, darf es auch nicht geben.
Nun wird hier auf sehr hohem Niveau geklagt, offenbar wissen manche
nicht mehr das Geld jeden Tag neu verdient werden muss. Bekämen die
Kläger recht, wäre das für viele kleine AN sehr ungerecht.
Das Gemeinwohl Herr Fink
ist nicht das Wohl der Gemeinen, die glauben, daß ihre
"Dienstleistung" samt dazugehöriger Infrastruktur andere
schädigen, ja töten kann und jede Maßlosigkeit
rechtfertigt.
Daß FRAPORT hauptsächlich ein Immobilienkonzern mit
angeschlossenem Flughafen ist, ist allgemein bekannt. Ob das für
die Entwicklung der Kernstadt Frankfurt vorteilhaft sein wird, ist sehr
zweifelhaft. Ein Ansammlung von riesigen, futuristischen
Glasgebäuden ist keine Stadt, sondern bestenfalls ein
zukünftiger Architektenschrottfriedhof, dem das menschliche
Maß vollkommen fehlt, gläserner Größenwahn
sozusagen.
Das Geld das hier verdient wird, kann die Schäden und
Zerstörungen, die der Flughafen samt seinem Zubringerverkehr
anrichtet, niemals ausgleichen und das Gefährdungspotential durch
den Flughafen hängt wie das Damoklesschwert über dem
Rhein-Main-Gebiet. Auch im Kriegsfall wird der Flughafen erstes
Angriffsziel bis zur völligen Zerstörung sein, was von den
"Dienstleistern" gerne ausgeblendet wird.
Das Leben ist unfair, und vollkommende Gerechtigkeit gibt es nicht,
oder? Kann jeder Häuslebesitzer erwarten (und einklagen), dass sich
die Wohnqualität seiner Villa niemals verschlechtert, und dass
seine Mietwohnungen immer gleich gut vermietbar sind? Ich finde, nein.
Aber das Verursacherprinzip sollte in unserer reichen Gesellschaft
gelten. Wenn die FAG mehr Geld mit mehr Flügen verdient, dadurch
aber Menschen verlärmt werden, dann sollten diese einen nicht zu
kleinen finanziellen Ausgleich erhalten. Gewinne machen und gleichzeitig
Menschen schädigen und sich dabei darauf berufen, dass man
schliesslich Arbeitsplätze schafft: das ist billig.
Allerdings wären die Lerchesbergbewohner sympathischer und ihr
Appell an die Moral nachvollziehbarer, wenn sie nicht erst dann
politisch aktiv geworden wären, als sie selbst betroffen waren. Wer
entschädigt Auto-Feinstaubgeschädigte? Wer will
nächtliches Tempo 30? Achso, die bösen grünen Gutmenschen.
Wenn der Zweck die Mittel heilen darf,
könnte man auch bedenkenlos den Anbau von Drogen legitimieren.
Heimat, Gesundheit, Haus und Garten, aber auch Arbeitsplätze in
anderen Geschäftsfeldern der Region (z.B. Tourismus) gehen
verloren. Aber wen interessiert das? Hauptsache es enstehen irgendwie
Arbeitsplätze! Wenn aber Arbeit mehr schadet als nützt,
verliert sie ihren Sinn. Dann doch lieber ein Grundeinkommen für
jedermann. Das wäre zumindest gesünder und besser für
unsere Umwelt. Was ist das überhaupt für ein eigenartiger
Wohlstand, der auf Kosten des Wohlbefindens geht? Sind wir eigentlich
noch ganz gescheit?
Interessenausgleich
Es kann keinen seriösen Interessenausgleich zwischen dem Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit der Einen und dem Gewinnstreben der Anderen geben. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Industrialisierung in Deutschland wie in ganz Europa alles andere als human von statten ging. Alles - auch das Gute - was zu viel wird kippt irgendwann in's Negative - das gilt eben auch für einen Flughafen. Wenn wir bereit sind, grundlegende, gesundheits-u. lebensbewahrende Bedürfnisse des Menschen billigem Konsum zu opfern, sind wir weit entfernt von verantwortungsvollem, rationalem Handeln. Es mag ja sein, dass einige Lerchesberg-Bewohner erst aktiv geworden sind als sie selbst betroffen waren. Und weiter? Das ist doch völlig normal, da geht es eben den Menschen wie den Leuten. Darum geht es gar nicht.
Ihrer Argumentation zufolge
wäre jede Industrialisierung Deutschlands unvertretbar gewesen,
Herr Rapp. Immerhin wurde damit Wohlstand auf Kosten des Wohlbefindens
Vieler geschaffen.
Einen wichtigen Knackpunkt haben Sie aber auch angesprochen: "wenn
Arbeit mehr schadet als nützt, verliert sie ihren Sinn". Die
Frage ist, damit: schadet der Flughafen mehr, als er nützt? Ich
behaupte, nein.
Eine andere Frage wäre: fand ein fairer Interessensausgleich im
Rahmen des Flughafenausbaus statt? Es gibt ja immer Gewinner und
Verlierer; in unserer Gesellschaft sollten die Verlierer einen gewissen
Ausgleich von den Gewinnern des Wirtschaftswachstums erhalten. Hier
wäre die FAG meiner Meinung zu großzügigen
Ausgleichszahlungen verpflichtet.
„ Wir wollen endlich Gerechtigkeit“
Bei allem Verständnis für die Fam. Herrlein. Aber wichtiger
ist doch das durch den Ausbau der Startbahn Familienväter einen
sicheren Arbeitsplatz gefunden haben, und Arbeitsplätze gesichert
wurden. Die Fam. Herrlein ist sicherlich in der Lage Ihr Haus mit einer
entsprechenden Lärmdämmung den Fluglärm auf ein
erträgliches maß zu reduzieren.
So bleibt die Frage was bedeutet Gerechtigkeit?
Das die Fam. Herrlein aufgrund Ihrer Finanzellen möglichkeiten, ein
adäquates Leben führen kann.
Oder das hunderte Fam. Einbußen an Lebensqualität (keinen
Job – Niedriglohnjob - Anfahrtswege von über 4 Stunden) hin
nehmen müssen, weil Sie nicht die Möglichkeiten der
Flexilibilität nicht nutzen können
Oder geht es nur darum die Mieteinnahmen für die nächsten
Jahre auf einem hohen Niveau zuhalten, und den Verkaufspreis für
das Haus Am Lerchesberg zusteigern.
Ich hoffe nur daß bei diesem Streit das Gemeinwohl nicht verloren geht.
Helmut Schwan Jahrgang 1956, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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