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„Moon 13“ : Der DJ ist kein Gott mehr

Schönheitsreparatur: Im Inneren hat sich der Club kaum verändert. Bild: Fricke, Helmut

Mit dem Diskjockey auf Augenhöhe sollen die Gäste im „Moon13“ feiern können. Der Nachfolger des Cocoon Clubs wird Freitag eröffnet.

          Pius Schmid ist ein wortkarger Mann. Wieso die neue Diskothek „Moon13“ in den Räumen des insolventen Cocoon Clubs so heißt, wie sie heißt, will der Clubmanager „nur unter vier Augen“ verraten. Wie er verhindern will, dass den Club das gleiche Schicksal ereilt wie sein Vorgänger, möchte er ebenfalls nicht sagen. Und wie viele Mitarbeiter er genau beschäftigt, auch das behält Schmid für sich. „Um die dreißig“ sollen es sein, das wäre nur knapp ein Drittel der Belegschaft des Vorgängerbetriebs.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Drei Monate nach der Pleite des Cocoon Clubs ist in dem „Ufo“ genannten Gebäude im Fechenheimer Gewerbegebiet ein Nachfolger eingezogen. Die Betreiber von „Moon13“ verzichten auf Sternegastronomie und wollen musikalisch vielseitiger sein, mit dem Schwerpunkt auf elektronischer Musik. Die Räume sind wie früher auch separat für private Feiern und Firmenfeste zu buchen, die ersten Anfragen im Zusammenhang mit der Internationalen Automobilausstellung gibt es bereits. Geschäftsführer der neuen Betreibergesellschaft Omnia Event Gastro GmbH ist Frank Reichenbach, dem auch die Großraumdiskothek Euro-Palace in Mainz-Kastel gehört. Mit deren Konzept soll es aber keine Überschneidungen geben.

          Bis zur Eröffnung bleibt noch viel zu tun

          Betriebsleiter Schmid hat im Frankfurter Nachtleben viel Erfahrung gesammelt. In der Anfangszeit hat er den Cocoon Club viereinhalb Jahre lang geleitet und anschließend drei Jahre lang den King Kamehameha Beach Club betrieben. Personell soll es aber zum Cocoon Club klare Distanz geben: Sven Väth, Mitgesellschafter des insolventen Clubs, habe mit dem neuen „überhaupt gar nichts zu tun“, sagt Bea Graf, Junior-Chef der Envy GmbH und für das „Booking“ der DJs und Bands verantwortlich.

          Am Freitag soll der Club eröffnet werden, doch bis dahin bleibt noch viel zu tun. Von dem inselartigen Podest, das in dem schlicht „Main“ genannten Hauptraum die Besucher auf Augenhöhe mit dem DJ bringen soll, ist noch nichts zu sehen. Auch die zahlreichen Sitzelemente müssen noch aufgestellt werden. Um Stolperfallen zu vermeiden, wurden Stufen besser beleuchtet, zusätzliche Bars sind hinzugekommen. Davon abgesehen, bietet sich aber das gewohnte Bild. Die biomorph geformte DJ-Kanzel bleibt ebenso bestehen wie die in die Wände eingelassenen Sitzwaben, auch das Soundsystem wurde übernommen.

          Das musikalische Konzept klingt noch vage

          Die anderen Räume wurden ebenfalls nur dezent verändert. „Wir behalten die tollen Sachen und optimieren, was nicht so gut funktionierte“, sagt Graf. Heller und freundlicher soll das Foyer wirken - „früher ein dunkles Loch“, wie Schmid meint. Die neuen Namen der Räume spielen mit dem Raumfahrt-Motiv: Die Raucherlounge heißt künftig „Orbit“, das Restaurant „Silk“ bekommt den Namen „Luna“. Dort können die Gäste an neuen Tischen bei House-Musik speisen. Für die Gastronomie hat Schmid noch kein genaues Konzept. „Bezahlbar, essbar, frisch, regional“, soll es sein. Auch nach Mitternacht sollen die Gäste hier noch ihren Hunger stillen können. Nebenan, im früheren Restaurant „Mikro“, das jetzt „Essbar - Tanzbar - Kostbar“ heißt, stehen neue Sofas im Chesterfield-Stil. Rauchen darf man in dieser „Kaminzimmer-Atmosphäre“ jedoch nicht. „Die Frankfurter Behörde ist da ein bisschen spießig“, sagt Graf.

          Das musikalische Konzept klingt noch vage: Alle Stile wolle man anbieten, wie „auf dem Moon“ solle sich der Besucher fühlen, sagt Graf. Etablierte Reihen wie die Motto-Party „Fake“ werden in das Programm aufgenommen. Donnerstags, wenn der Eintritt fünf Euro beträgt und nur der Hauptraum geöffnet ist, werden dort R’n’B, Soul, Funk und Hiphop zu hören sein. Freitag und Samstag stehen im Zeichen der elektronischen Clubmusik. Dann kostet der Eintritt zehn Euro. Die Preise im für 1600 Personen ausgelegten „Moon13“ liegen unter denen des Cocoon Clubs. Der Dress-Code ist Graf zufolge liberal: „Gepflegte Turnschuhe sind okay, Jogginghose nicht.“

          Quelle: F.A.Z.

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