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Veröffentlicht: 23.01.2013, 19:41 Uhr

Möbelkonzern Ikea liebäugelt mit einem Neubau in Darmstadt

Ikea führt erste Gespräche mit der Verwaltung über einen möglichen Neubau in Darmstadt. Der Möbelkonzern steigert seinen Umsatz in Deutschland um sechs Prozent.

von , Hofheim
© Rüchel, Dieter Gut besucht: der Möbelkonzern Ikea, hier die Filiale in Hofheim-Wallau.

Der Möbelkonzern Ikea hält an seinem Plan fest, ein viertes Haus im Rhein-Main-Gebiet zu errichten. Peter Betzel, Geschäftsführer von Ikea Deutschland, sagte am Mittwoch, man sehe weiterhin in allen Ballungsräumen ein Potential für weitere Märkte, speziell im Rhein-Main-Gebiet sei man an einem Standort südlich von Frankfurt interessiert. Es habe darüber schon erste Gespräch mit der Verwaltung Darmstadts gegeben.

Manfred  Köhler Folgen:

Der Branchenprimus Ikea unterhält bereits Geschäfte an seinem Deutschlandsitz in Hofheim-Wallau, außerdem in Hanau und im Norden Frankfurts. Das Interesse an einem vierten Haus in einer der kaufkräftigsten Regionen der Bundesrepublik besteht bei dem Möbelgiganten schon länger, doch waren die Überlegungen niemals konkret geworden. Auch gestern ließ Betzel keine Details über die Pläne für Darmstadt verlauten. Er nannte den Ort als einen von mehreren, an denen man interessiert sei; die anderen liegen wie Ingolstadt, Kaiserslautern und Bremerhaven in der Ferne.

Nun die kleinere Variante

Die Ansiedlung von Möbelhäusern gilt in Deutschland als zunehmend schwierig. Im Rhein-Main-Gebiet wird seit Jahren der Bau eines zweiten Hauses des Familienunternehmens Segmüller verhindert. Die Gruppe betreibt in Weiterstadt das nach ihren eigenen Angaben umsatzstärkste Möbelhaus Deutschlands und möchte als Pendant zu diesem Geschäft im Süden Frankfurts ein weiteres im Norden der Mainmetropole eröffnen, in Bad Vilbel. Dies wird jedoch durch das regionale Einzelhandelskonzept erschwert, das für solche Häuser nur eine geringe Verkaufsfläche für Produkte zulässt, die keine Möbel sind. Während in der Möbelbranche argumentiert wird, ohne das Angebot solcher Randsortimente im großen Maßstab seien derartige Geschäfte heutzutage nicht mehr rentabel zu betreiben, heißt es von Planungspolitikern, der Verkauf etwa von Töpfen und Tischdecken am Stadtrand gefährde den Einzelhandel in den Innenstädten der Region.

Auch Ikea war mit seinen großzügigen Ausbauplänen in Hofheim-Wallau auf Widerstand von Planungspolitikern gestoßen. Hier soll nun bis 2014 eine etwas kleinere Variante verwirklicht werden, wie eine Konzernsprecherin gestern bekräftigte. In den nächsten Monaten werde der Bauantrag für die Errichtung eines zweigeschossigen Gebäudekomplexes anstelle des derzeitigen Toys’R’Us-Marktes eingereicht. Dort sollen auch künftig Spielwaren verkauft werden, zusätzlich aber Unterhaltungselektronik, Tierbedarf, Fahrräder, Sportartikel und Babybedarf.

27 Milliarden Euro Umsatz weltweit

Ikea Deutschland meldete gestern, der Umsatz in den 46 Möbelhäusern sei im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent auf 3,88 Milliarden Euro gewachsen. Den Umsatz des Online-Shops gab die Deutschlandtochter mit 72,7 Millionen Euro an, das bedeutet gegenüber 2011 ein Plus von 37,5 Prozent. Mit seinen Restaurants erwirtschaftete Ikea einen Umsatz von 179 Millionen Euro, 4,6 Prozent mehr als 2011. Die 101 Millionen Menschen, die in den Möbelgeschäften gezählt wurden, kauften im Durchschnitt für 80 Euro ein. Ikea beschäftigt in der Bundesrepublik gegenwärtig 15300 Frauen und Männer, 850 mehr als vor einem Jahr.

Während Überlegungen für ein viertes Möbelhaus im Rhein-Main-Gebiet noch am Anfang stehen, ist der Konzern anderswo schon weiter. Im Bau sind Geschäfte in Lübeck und in Hamburg-Altona - dort wird das erste Möbelhaus der Gruppe in einer Innenstadtlage errichtet. Ikea Deutschland trägt 14 Prozent zum Gesamtumsatz des weltweit tätigen Konzerns bei und hat damit einen größeren Anteil als jedes andere Land.

Weltweit stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 9,5 Prozent auf 27 Milliarden Euro, der Jahresüberschuss wird mit 3,2 Milliarden Euro beziffert, er fiel acht Prozent höher aus als ein Jahr zuvor. Dies wurde mit dem höheren Umsatz und einem gestiegenen Kostenbewusstsein begründet. Weltweit beschäftigt der Möbelkonzern 139000 Mitarbeiter.

Quelle: F.A.Z.

 

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