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Mode-Händler : Mitarbeiter bei Hollister dürfen wieder allein zur Toilette

Undurchsichtig: So unglaublich wie der Erfolg von Hollister ist auch dessen Umgang mit seinen Mitarbeitern. Bild: Wahl, Lucas

Die Methoden des amerikanischen Mode-Händlers Hollister haben irritiert: Mitarbeiter durften zeitweise nicht allein zur Toilette und wurden kontrolliert. Das soll es nun nicht mehr geben.

          Abends nach Ladenschluss, wenn die Menschen aus der Schlange vor Hollister an der Zeil in Frankfurt ihre Tüten nach Hause geschleppt haben, kommen die „Overnighter“. So heißen bei dem amerikanischen Klamottenhändler die Angestellten, die nachts die Regale auffüllen, T-Shirts falten und den Schaufensterpuppen Jeans anziehen. Wenn einer von ihnen bisher zur Toilette musste, kam ein Wachmann mit. Er überprüfte hinterher, ob die Toilette in ordnungsgemäßem Zustand war, manchmal, sagt Tania Ihle, die Anwältin des Betriebsrates, spülte er nach.

          Denise Peikert

          Freie Autorin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das Unternehmen hat laut Ihle angegeben, so Beschädigungen der Toilettentüren und Verstopfungen vorbeugen zu wollen, der Betriebsrat beantragte eine einstweilige Verfügung dagegen. Am Dienstag erklärte Hollister, die Kontrollen bis zu einer Einigung mit dem Betriebsrat auszusetzen. Ein Termin vor dem Arbeitsgericht wurde daraufhin abgesagt. Nun wollen sich das Unternehmen und der Betriebsrat, der laut Ihle einer Überwachung der Mitarbeiter nicht zustimmen wird, per Betriebsvereinbarung einigen. Eine Stellungnahme von Abercrombie & Fitch, der Muttergesellschaft von Hollister, war am Dienstag nicht zu bekommen. Schon im April standen die beiden Parteien vor Gericht, damals ging es um Taschenkontrollen. Dazu soll es im September ein zweites Treffen der Einigungsstelle geben. Zudem laufen vor dem Arbeitsgericht noch eine Handvoll weiterer Verfahren gegen Hollister, wo es unter anderem um die dauernde Neubefristung von Verträgen geht.

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