Home
http://www.faz.net/-gzg-6zn8m
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Mode aus Frankfurt Kleidung wie gebaut

Viele Wege führen in die Modewelt, es kann auch mal ein Umweg sein. Die junge Polin Natalia Grott-Mess und ihr Label „Grome Design“.

© Schmitt, Felix Vergrößern Klare Farben, klare Linien: Modedesignerin Natalia Grott-Mess in ihrem Atelier in Frankfurt.

Modedesign hat sie nie studiert. Sie behauptet, wenn auch mit einem Lächeln, sie habe Technisches nie so richtig „in den Kopf gekriegt“. Ihre Modelle strafen diese Worte Lügen - die Kleider von Natalia Grott-Mess sind regelrecht gebaut. Auch ihre inzwischen siebte Kollektion seit 2009 beeindruckt mit einer klar erkennbaren Struktur und der großen Begabung der jungen Polin, geometrische Elemente kunstvoll und unauffällig miteinander zu verknüpfen.

Mehr zum Thema

Natalia Grott-Mess wurde in Lubin geboren und lernte in ihrer Kindheit und Jugend das Leben vor allem in Kleinstädten kennen. Nach Lubin folgten noch Turek und Kolo, wo sie mit Mariusz Przybylski, der inzwischen auch ein bekannter polnischer Designer ist, das Gymnasium der Bildenden Künste besuchte und Abitur machte. Dann endlich eine Großstadt: Warschau. Wie so viele Modemacher vor ihr hat auch Grott-Mess als Kind ihren Barbiepuppen, und nicht nur denen, unermüdlich neue Kleider geschneidert. Und doch entschied sie sich zunächst für einen Berufsweg, der nichts mit Hosen und Röcken, Kleidern und Mänteln zu tun hat. Von 1998 bis 2003 studierte sie Innenarchitektur an der Warschauer Akademie der Schönen Künste. Mit einer Pause von einem Jahr, in dem sie sich an der Ecole nationale supérieure d’architecture de Paris la Villette allein der Architektur verschrieb. Von der Mode hatte sie aber schon während des Studiums nicht ganz die Finger lassen können; sie absolvierte Praktika bei Schneidereien in Remscheid und Lyon.

Mode statt Innenarchitektur

Praktizierende Innenarchitektin ist Grott-Mess dann keine Sekunde ihres Lebens gewesen. Ohne weitere Umschweife stieg sie nach dem Studium ins Modegeschäft ein. Sie bewarb sich bei keiner Geringeren als der polnischen Mo-deinstanz für Cocktailkleider, Abendroben und Brautkleider, der Modeschöpferin Teresa Rosati. Und Rosati, deren Mann Dariusz Rosati in den neuziger Jahren polnischer Außenminister war und von der sich noch heute die First Ladies des Landes bei festlichen Anlässen einkleiden lassen, erkannte ihre Begabung und nahm sie mit offenen Armen auf.

Natalia Grott-Mess blieb nicht lange. Schon nach einem Jahr wurde sie von der Firma Orsay abgeworben, wie Pimkie, Trois Suisses, Kiabi und Phildar eine Unternehmenstochter der französischen Holding Mulliez, die Breslau 2002 zur Zentrale für ihre erfolgreiche Expansion in den gesamten europäischen Osten gemacht hatte.

„Neues Leben, neue Liebe, neue Stadt“

Sie habe sehr gerne bei Orsay gearbeitet, sagt Grott-Mess, dennoch ging sie nach nur zwei Jahren, der Liebe wegen. Polen verließ sie gleich mit. Alles begann neu. „Neues Leben, neue Liebe, neue Stadt, neues Land, neue Sprache, dann die Kinder und das neue Label!“ Großes Glück also und ein radikaler Neuanfang, der Grott-Mess zunächst nach München und dann nach Frankfurt führte, wo sie jetzt mit ihrem Mann und zwei kleinen Söhnen lebt und arbeitet.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Die Verrücktheiten der Energiewende

Von Manfred Köhler

Auch wenn Hessen bei der Energiewende nur eine Nebenrolle spielt, zahlen müssen die Bürger trotzdem. Und das über diverse Wege, sodass zu hoffen bleibt, dass neue Investitionen genau überlegt sind. Mehr 3