Die Frankfurter SPD hat einen neuen Chef: Gewerkschaftssekretär Mike Josef ist am späten Freitagabend mit 94 Prozent der Stimmen der mehr als 300 Delegierten zum Vorsitzenden gewählt worden. Der 30 Jahre alte Stadtverordnete war der einzige Kandidat. Er folgt dem Landtagsabgeordneten Gernot Grumbach nach, der seit 2007 an der Spitze der Frankfurter SPD stand. Der 60-Jährige hatte nicht mehr kandidiert.
Josef stammt von evangelischen Christen aus Syrien ab. Der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung gehört er seit 2011 an. Er arbeitete im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen mit und war Sprecher der Jusos in Frankfurt.
Josef appellierte an das Selbstbewusstsein seiner Partei. Die gewonnene OB-Wahl von 2012 könne nur der Anfang eines Prozesses sein, bei der Kommunalwahl 2016 müsse die SPD die Regierung übernehmen. In Frankfurt regiert derzeit eine schwarz-grüne Koalition, der OB Peter Feldmann gehört aber der SPD an. Josef forderte die Genossen auf, „wieder politischer“ zu werden und appellierte auch an die Solidarität innerhalb der Partei. Die Frankfurter SPD hat nach eigenen Angaben mehr als 3900 Mitglieder.