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Mike & The Mechanics Wer rastet, der rostet

 ·  Sparsamkeit nur bei den Zugaben: Rundum erneuert präsentiert sich das Sextett Mike & The Mechanics im Offenbacher Capitol.

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Künstlerische Zufriedenheit spiegelt sich für den Briten Mike Rutherford ganz offensichtlich nicht in Erfolgsattributen wie weltweite Popularität und Verkaufszahlen in Millionenhöhe wider. Als Gründungsmitglied der über gleich mehrere Dekaden allgegenwärtigen Konsensformation Genesis spielte der Gitarrist, Bassist und Komponist bei einer Welttournee 2007 in der ausverkauften Frankfurter Commerzbank-Arena noch vor rund 40.000 Besuchern. Fünf Jahre später nimmt der 61 Jahre alte Art-Rock-Veteran im nur halb gefüllten Offenbacher Capitol wesentlich geringere Besuchermengen in Kauf. Wer rastet, der rostet, lautet schließlich das Credo des Multimillionärs und passionierten Polospielers.

Damit der Rost sich nicht ins Getriebe frisst, hat Mike Rutherford sein auf kommerziellem Höhepunkt von Genesis 1985 aus der Taufe gehobenes Seitenprojekt Mike & The Mechanics reaktiviert. Im Glückstaumel der Rückkehr von Phil Collins zu Genesis, nachdem zeitweise Ray Wilson als Frontmann gedient hatte, schloss Rutherford 2007 eine Neuauflage der still und leise in den einstweiligen Ruhestand versetzten Pop-Mechaniker noch konsequent aus. Den Ausschlag für den Rücktritt vom Rücktritt gab ausgerechnet Rutherfords ehemaliger Langzeit-Weggefährte Collins. Als der im März 2011 offiziell seine Künstlerkarriere beendete, rückten auch die Chancen auf eine abermalige Wiedervereinigung von Genesis dann doch in weite Ferne.

Im demokratischen Reißverschlussverfahren geteilt

Rundum erneuert präsentiert sich das Sextett. Als neue Doppelspitze für das einst markante Gesangsduo Paul Carrack und Paul Young setzt der Chef auf Andrew Roachford und Tim Howar. Eine gute Wahl. Roachford, Londoner Soulsänger und begnadeter Pianist sowie Komponist westindischer Herkunft, galt zu Beginn der Solokarriere 1988 als Senkrechtstarter mit erheblichem Potential. In ihn gesetzte Erwartungen konnte der 47 Jahre alte Roachford zwar nicht erfüllen, doch in schöner Regelmäßigkeit veröffentlichte Soloalben abseits von Massentauglichkeit zeugen von gewachsenen Qualitäten. Von der Formation Van Tramp stammt der 42 Jahre alte kanadische Sänger, Schauspieler und Tänzer Tim Howar.

Im demokratischen Reißverschlussverfahren teilen sich Andrew Roachford und Tim Howar diese Mixtur aus Altem und Neuem: Roachford interpretiert Hymnen wie „Silent Running“ und „The Living Years“ nach eigenem Gusto. Zudem besitzt er das Privileg auch seine famosen Solohits „Cuddly Toy“ und „This Generation“ zu integrieren. Tim Howar wiederum punktet bei Genesis-Klassikern wie „Follow Me, Follow You“ und „I Can’t Dance“, wenn er stimmlich die Nähe zu Phil Collins sucht. Mit dreiteiligem Akustikset unterstreichen Mike & The Mechanics ihren virtuosen Ruf. Kleinlich zeigt sich die verjüngte Altherrenrunde dann allerdings beim Zugabenteil: „Over My Shoulder“ und „Word Of Mouth“ müssen genügen - da hilft alles Fangebrüll der Welt nicht.

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