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Mercedes-Nutzfahrzeugezentrum Schneller fertig und günstiger gebaut als geplant

Mercedes-Benz bündelt in Frankfurt sein Angebot für Nutzfahrzeugkunden aus der Region. Das Zentrum sei das modernste in Europa, heißt es.

© Rosenkranz, Henner Tragfähig: Die Laster können zum Service in die neue Werkstatt rollen.

Die Lastwagenbranche spürt konjunkturelle Bremsspuren. Die schwache Nachfrage in Europa macht den Unternehmen zu schaffen. So lässt der Laster- und Dieselmotorenbauer MAN an zwei Standorten kurzarbeiten - und Daimler hatte zuvor im Werk in Wörth in der Pfalz, dem größten seiner Art in Europa, mehrere Produktionstage gestrichen. Auf dem Markt herrsche „nicht gerade Goldgräberstimmung“, wie Daimler-Vorstand Andreas Renschler es formuliert. Aber solche Nachrichten verblassen an einem Tag wie diesem: Im Norden Frankfurts hat Mercedes-Benz sein modernstes Nutzfahrzeugzentrum in Europa eröffnet, wie es heißt. Auf 43000 Quadratmetern biete die Niederlassung Frankfurt/Offenbach nach knapp zehn Monaten Bauzeit fortan im Gewerbegebiet Am Martinszehnten seinen Kunden das gesamte Leistungsspektrum und Werkstatttechnik für Lastwagen, Busse und Transporter der Daimler AG. 150 Beschäftigte arbeiten dort.

Thorsten Winter Folgen:

Renschler will das neue Zentrum als „ein klares Bekenntnis zu dieser Region“ verstanden wissen. Mercedes-Benz biete seinen Nutzfahrzeugkunden fortan ein Angebot aus einer Hand an: vom Verkauf, Leasing und Vermietung bis hin zu Werkstattservice, Lastwagen-Waschstraße, 24-Stunden-Pannendienst und Fahrerschulung in eigens zertifizierten Räumen. Die Liegenschaft sei zudem gut an die Autobahnen 5 und 661 angebunden - also an jene Straßen, auf denen die Kunden unterwegs seien. „Wenn Frankfurter und Offenbacher gemeinsame Sache machen, kann Großes dabei herauskommen“, meinte der Schwabe fein lächelnd.

Fünf Prozent unter den geplanten Kosten geblieben

In dem Nutzfahrzeugzentrum bündelt die Daimler-Niederlassung ihr bisher auf zwei Standorte, die Heerstraße in Frankfurt und die Daimlerstraße in Offenbach, verteiltes Angebot. Gleiches plant sie für die Autosparte: Laut Burkhard Wagner, Direktor der etwa 750 Mitarbeiter starken Niederlassung, will das Unternehmen möglichst noch 2013 den Spatenstich für den entsprechenden Betrieb am Kaiserleikreisel setzen. Für beide Großinvestitionen hat der Konzern 85Millionen Euro eingeplant. Läuft es am Kaiserleikreisel so gut wie am Martinszehnten, bleibt die Niederlassung unter der Vorgabe. Hat sie doch das Budget für das Nutzfahrzeugzentrum nicht ausgeschöpft.

Vielmehr ist sie um fünf Prozent unter den geplanten Kosten geblieben, wie Wagner gestern auf Nachfrage sagte. Genaue Zahlen mochte er zwar nicht nennen, doch dürfte Daimler 1,5 Millionen Euro eingespart haben. Dies ergibt sich aus der Aussage von Thomas Witzel, dem Vertriebsleiter der Lastwagensparte von Mercedes-Benz, dass das Nutzfahrzeugzentrum nicht mehr als ein Drittel der Gesamtkosten verschlinge. Ein Zentrum für Personenkraftwagen sei wegen der aufwendigen Ausstellungsräume teurer.

Aussagen zum Umsatz behält er für sich

Das Nutzfahrzeugzentrum war aber nicht nur kostengünstiger, sondern auch schneller fertig als gedacht. Vorstand Renschler sprach angesichts dieses Erfolges, der mit den fortgesetzten Schwierigkeiten am Berliner Großflughafen BER kontrastiert, von einem „fast historischen Moment: ein großes Bauprojekt in Deutschland, das tatsächlich fertig wird, ohne dabei den Zeitplan und das Budget zu sprengen“. Wagner führte als Grund eine lange Planungsphase an, in die sämtliche Mitarbeiter eingebunden gewesen seien. Nach einem Stichtag sei der Plan nicht mehr verändert worden.

Wie viel Umsatz die Niederlassung mit Nutzfahrzeugen und Personenkraftwagen macht, behält sie für sich. 2011 hatte sie, wie Konzernchef Dieter Zetsche vor knapp einem Jahr in Frankfurt sagte, das höchste Ergebnis aller Dependancen eingefahren. Und 2012 dürfte sie in etwa ebenso abgeschnitten haben, heißt es in Frankfurt, ohne der Vorlage der Konzernbilanz Anfang Februar vorzugreifen. Annäherungswerte nennt die Niederlassung immerhin zu den verkauften Fahrzeugen. Demnach dürften es vergangenes Jahr etwa 6000 Neuwagen, 7300 Gebrauchte, 1000 neue Transporter sowie 450 neue Lastwagen und 700 gebrauchte Nutzfahrzeuge gewesen sein, heißt es.

Und mit Blick in die Zukunft verrät Wagner schon so viel: Stehe auch das neue Autozentrum erst einmal, würden die Flächen an der Heerstraße und der Daimlerstraße nicht mehr gebraucht.

Quelle: F.A.Z.

 
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