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Mehr Erwerbslose in Hessen : Vor allem Jugendliche und Männer ohne Stelle

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„Hier spiegelt sich das Ankommen der Krise in Hessen wieder“, sagte Landeschef Stefan Körzell mit Blick auf die neuen Arbeitslosenzahlen Bild: Eilmes, Wolfgang

Dass die Zahl der Arbeitslosen im Winter steigt, ist normal. Doch Experten sprechen darüber hinaus von getrübten Aussichten. Ein Indiz dafür ist der deutliche Rückgang an offenen Stellen.

          Der Winter hat die Arbeitslosenzahl in Hessen im Januar stark nach oben getrieben. 191 769 Männer und Frauen waren zu Jahresbeginn ohne Job, das waren 17 431 oder 10,0 Prozent mehr als im Vormonat - und 3,4 Prozent mehr als im Januar 2012. Die Arbeitslosenquote lag damit bei 6,1 Prozent, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur in Frankfurt mitteilte. Im Dezember hatte die Quote bei 5,5 Prozent gelegen, im Januar 2012 bei 5,9 Prozent.

          Die Experten bezeichneten die Zunahme zwar als saisonüblich. Doch auch die Aussichten trübten sich weiter ein. „Die Chancen, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, haben sich deutlich verschlechtert“, sagte ein Sprecher der Behörde laut Mitteilung. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zeigte sich besorgt. „Hier spiegelt sich das Ankommen der Krise in Hessen wieder“, sagte Landeschef Stefan Körzell in einer Pressemitteilung.

          VhU sieht „blendende Verfassung“

          Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Volker Fasbender, sagte dagegen, der Arbeitsmarkt sei trotz schwierigen internationalen Umfeldes „nach wie vor in einer blendenden Verfassung“.

          Nach Darstellung der Regionaldirektion liegt die Zunahme der Arbeitslosenzahl im Januar im langjährigen Trend. „Ein Anstieg um 9,0 bis 10,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat ist eine übliche Entwicklung“, sagte Peter Weißler von der Regionaldirektion. Wie immer gebe es im Winter in den meist von Männern ausgeübten Außenberufen weniger zu tun, zudem mache sich im Einzelhandel und in der Logistikbranche das Ende des Weihnachtsgeschäftes bemerkbar. Saisonbereinigt ergab sich keine Veränderung gegenüber dem Vormonat.

          Die Arbeitslosigkeit traf verstärkt Männer: Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Arbeitnehmer stieg um 12,5 Prozent auf 104 710, bei den Frauen betrug das Plus 7,1 Prozent (auf 87 059). Auch junge Menschen waren überdurchschnittlich betroffen: Die Zahl der jüngeren Arbeitslosen stieg im Monatsvergleich um 12,1 Prozent auf rund 18.000.

          „Der Arbeitsmarkt zeigt sich nicht mehr so aufnahmefähig wie noch im letzten Jahr“, bilanzierte Weißler. Die Unternehmen hielten sich weiter mit der Neubesetzung von Stellen zurück. Die Zahl der bei den Arbeitsagenturen in Hessen neu gemeldeten Stellen sank binnen eines Jahres um 28 Prozent. Zugleich ging der Bestand an offenen Stellen um rund 16 Prozent auf 29 356 zurück.

          „Viele Auszubildende nicht übernommen“

          Dies zeige, dass die Entwicklung nicht allein der Jahreszeit geschuldet sei, sagte DGB-Landeschef Körzell. Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit lasse außerdem den Schluss zu, dass viele Auszubildende nicht übernommen worden sein. „Das passt nicht zusammen mit dem Wehklagen der Unternehmer zum Fachkräftemangel.“

          Die VhU erklärte dagegen, in Hessen gebe es insgesamt rund 78.000 offene Stellen - und damit mehr als doppelt so viel wie bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Jüngere Menschen kämen außerdem schneller aus der Arbeitslosigkeit, deswegen sei der Anstieg bei den Menschen unter 25 kein Grund, Ängste zu schüren.

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