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Matthias Schweighöfer : Zurück in Frankfurt und wieder in der Doppelrolle

  • -Aktualisiert am

Matthias Schweighöfer mit Heiner Lauterbach (rechts) bei Dreharbeiten zu „Der Schlussmacher“ Bild: dpa

Schauspieler Matthias Schweighöfer steht für seinen neuen Film „Der Schlussmacher“ wieder selbst vor der Kamera. Und er produziert den Streifen auch in Frankfurt-Sachsenhausen.

          Matthias Schweighöfer ist gestresst. Als Produzent seines neuen Films „Der Schlussmacher“ muss er dafür sorgen, dass der Dreh sich nicht verzögert, als Regisseur muss er an diesem Abend 100 Komparsen im Zaum halten, und ganz nebenbei spielt er auch noch die Hauptrolle. Der blonde Schauspieler mit dem Jungencharme, der in Interviews gerne flotte Sprüche macht und dabei immer wie das unbekümmerte Ausnahmetalent wirkt, ist sichtlich angeschlagen. „Wir drehen nur zehn Tage hier, das ist eine heftige Zeit“, gibt er zu.

          Vorbereitet wird gerade die Szene vor einer Diskothek, der als Kulisse das ehemalige Verwaltungsgebäude des verstorbenen Henninger-Chefs Bruno H. Schubert am Wendelsweg dient. In dem Film spielt Schweighöfer den Mitarbeiter einer Trennungsagentur, der für andere Männer mit deren Frauen Schluss macht, bis er schließlich geläutert ist. Am Set probt der Schauspieler noch schnell mit seinem Kollegen, Freund und frisch gekürten Filmpreisträger Milan Peschel den Text, schaut dabei dem Kameramann über die Schulter, während die Maskenbildnerin seine Frisur zurechtzupft. Wenn er mit etwas sofort Schluss machen könnte, sagt er, dann wäre das der Stress an sich.

          „Ich sehe das pragmatisch“

          Schweighöfer scheint nach der Euphorie seiner ersten Regiearbeit „What a man“ angekommen in der Realität des Filmemachens oder besser des Komödienmachens. Sein zweiter Film, bei dem er auch am Drehbuch mitarbeitete, wird wieder eine romantische Komödie. Reizt ihn denn nicht auch einmal ein ernstes Thema? „Ich sehe das pragmatisch“, entgegnet er. „Ich spiele gerne ernste Rollen, wenn ich nicht selbst produzieren muss.“ Mit einer Komödie könne man die Leute anders erreichen.

          Der Erfolg gibt ihm recht. Sein Film „What a man“, der komplett in Frankfurt entstand, war die zweiterfolgreichste deutsche Produktion des vergangenen Jahres. Das gerade mit Filmpreisen gekrönte Werk „Halt auf freier Strecke“, in dem Milan Peschel einen tumorkranken Vater spielt, hatte dagegen gerade einmal 100.000 Kinozuschauer. Schweighöfer hat kürzlich einen Vertrag mit Warner Brothers über vier weitere Filme unterschrieben, in denen er spielen und Regie führen wird.

          Gerne auch wieder in Frankfurt, wie er betont. Im Gegensatz zu Kollegen, die über Projekte erst sprechen, wenn sie kurz vorm Drehstart sind, kündigt er an, er plane bereits einen weiteren Dreh am Main. „Der Film existiert noch nicht, aber ich bin einfach gerne hier.“ Und das nicht nur wegen der Skyline. Frankfurt sei ein wenig konservativer als Berlin. In der Bundeshauptstadt „herrscht ein anderer Rhythmus. 24 Stunden Vollspurt“, das habe man in Frankfurt nicht.

          Bis Mitternacht vor der Kamera

          In der Rolle des Regisseurs fühlt sich Schweighöfer bei seinem zweiten Film offenbar auch wohler. „Ich weiß genauer, was ich will.“ Er drehe nicht mehr so viele Varianten. Auch Milan Peschel beschreibt ihn noch schnell als sehr präzisen Regisseur, bevor er sich mit ihm für die nächste Szene unter die Diskogänger mischt. Gemeinsam stehen sie bis kurz vor Mitternacht vor der Kamera am Wendelsweg.

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