http://www.faz.net/-gzg-6m64c

Mainz : Düstere Aussichten für Sternwarte

Seit fast 50 Jahren ist die Volkssternwarte in der Mainzer Innenstadt in Betrieb. Doch der Stadt fehlt Geld für die notwendige Turmsanierung.

          Es zeugt von Galgenhumor, dass der Vorstand der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Mainz seinen Vereinsmitgliedern für die nächsten Tage und Wochen „wenigstens mehr klaren Himmel“ wünscht. Schließlich braut sich in der Stadt gerade etwas zusammen, was die Arbeit der Sternegucker in naher Zukunft deutlich schwerer, wenn nicht gar unmöglich machen könnte. Denn der bis dato von ihnen genutzte Ausguck, der in einem über die Anne-Frank-Realschule und das Naturhistorische Museum hinausragenden Turm untergebracht ist, muss zum Jahresende offensichtlich geschlossen werden.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz.

          Seit fast 50 Jahren ist die Volkssternwarte in der Mainzer Innenstadt in Betrieb - dementsprechend wären nun eigentlich eine grundlegende Sanierung und Verbesserungen beim Brandschutz fällig. Es fehle etwa ein zweiter Fluchtweg, und auch die vorhandene Treppe entspreche nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen, schrieb der Vorstand nach einem Treffen mit Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) in einer Mitteilung an die Mitglieder. Eben deshalb durfte der von den Hobby-Astronomen genutzte Teleskopraum seit gut fünf Jahren per Ausnahmegenehmigung ohnehin nur mehr von maximal zehn Personen gleichzeitig aufgesucht werden. Die Zahl der Gäste soll sich dadurch von ehemals bis zu 3000 im Jahr auf rund ein Drittel reduziert haben.

          „Viele stille Sympathisanten“

          Rund eine halbe Million Euro müsste dem Vernehmen nach von der Stadt in die Hand genommen werden, um das in der Turmkuppel untergebrachte Observatorium so zu ertüchtigen, dass es interessierten Bürgern weiterhin als Beobachtungspunkt zur Verfügung gestellt werden kann. Für den Erhalt der Sternwarte, die „viele stille Sympathisanten“ habe, plädiert die ÖDP-Fraktion, die das Thema in der nächsten Stadtratssitzung, Ende August, deshalb aufrufen möchte. Auch ein Umzug sei vorstellbar, wenn der Standort stimme, so ÖDP-Vorsitzender Claudius Moseler. In Frage kämen dafür offenbar Räume im benachbarten Naturhistorischen Museum oder der Schiller-Schule in der Neustadt.

          Dass die Himmelsbeobachter, die sich nicht zuletzt aktiv am Programm „Mainz - Stadt der Wissenschaft 2011“ beteiligt haben, trotz düsterer Aussichten optimistisch in die Zukunft blicken, zeigt die Ankündigung des Vorstandes, dass es bald schon wieder den für Anfänger gedachten Kursus „Einführung in die Astronomie“ geben soll.

          Weitere Themen

          So stimmt die Stimme Video-Seite öffnen

          Eine Sprechtrainerin erklärt : So stimmt die Stimme

          Heidi Puffer ist auf der Suche. Das, was sie zu finden erhofft, ist nicht zu sehen, wohl aber zu hören. Denn immer dann, wenn Puffer eingeschaltet wird, droht auch der hörbare Rest in monotonem Einklang zu verschwinden.

          Jugendlicher stirbt bei Rettungsversuch

          S-Bahn-Unfall in Frankfurt : Jugendlicher stirbt bei Rettungsversuch

          Der bei dem S-Bahn-Unfall am Dienstag tödlich verletzte Jugendliche aus Hanau wollte offenbar einem betrunken im Gleisbett liegenden Mann helfen. Anders als ein zweiter Helfer konnte er sich nicht mehr vor dem heranfahrenden Zug retten.

          Frankfurt hat einen neuen Weihnachtsbaum Video-Seite öffnen

          Trubel auf dem Römer : Frankfurt hat einen neuen Weihnachtsbaum

          Zahlreiche Schaulustige warteten auch dieses Jahr am Römer auf den Frankfurter Weihnachtsmarkt. Das 30 Meter hohe Prachtexemplar kommt diesmal aus dem Spessart. Auch die Einsatzkräfte zeigten sich zufrieden. Das Aufstellen gelang reibungslos.

          Topmeldungen

          Jens Spahn greift an : Mit Dolch und großem Kaliber

          Im Rennen um den CDU-Parteivorsitz liegt Gesundheitsminister Jens Spahn inzwischen deutlich hinter Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz. Ihm bleibt nur eine Chance.

          Israels Verteidigungsminister : Darum springt Liebermann ab

          Ministerpräsident Netanjahu wollte durch seinen Deal mit der Hamas Zeit und Ruhe erkaufen. Der Rücktritt seines Verteidigungsministers trifft ihn hart. Neuwahlen sind möglich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.