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Mainz : Düstere Aussichten für Sternwarte

Seit fast 50 Jahren ist die Volkssternwarte in der Mainzer Innenstadt in Betrieb. Doch der Stadt fehlt Geld für die notwendige Turmsanierung.

          Es zeugt von Galgenhumor, dass der Vorstand der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Mainz seinen Vereinsmitgliedern für die nächsten Tage und Wochen „wenigstens mehr klaren Himmel“ wünscht. Schließlich braut sich in der Stadt gerade etwas zusammen, was die Arbeit der Sternegucker in naher Zukunft deutlich schwerer, wenn nicht gar unmöglich machen könnte. Denn der bis dato von ihnen genutzte Ausguck, der in einem über die Anne-Frank-Realschule und das Naturhistorische Museum hinausragenden Turm untergebracht ist, muss zum Jahresende offensichtlich geschlossen werden.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz.

          Seit fast 50 Jahren ist die Volkssternwarte in der Mainzer Innenstadt in Betrieb - dementsprechend wären nun eigentlich eine grundlegende Sanierung und Verbesserungen beim Brandschutz fällig. Es fehle etwa ein zweiter Fluchtweg, und auch die vorhandene Treppe entspreche nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen, schrieb der Vorstand nach einem Treffen mit Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) in einer Mitteilung an die Mitglieder. Eben deshalb durfte der von den Hobby-Astronomen genutzte Teleskopraum seit gut fünf Jahren per Ausnahmegenehmigung ohnehin nur mehr von maximal zehn Personen gleichzeitig aufgesucht werden. Die Zahl der Gäste soll sich dadurch von ehemals bis zu 3000 im Jahr auf rund ein Drittel reduziert haben.

          „Viele stille Sympathisanten“

          Rund eine halbe Million Euro müsste dem Vernehmen nach von der Stadt in die Hand genommen werden, um das in der Turmkuppel untergebrachte Observatorium so zu ertüchtigen, dass es interessierten Bürgern weiterhin als Beobachtungspunkt zur Verfügung gestellt werden kann. Für den Erhalt der Sternwarte, die „viele stille Sympathisanten“ habe, plädiert die ÖDP-Fraktion, die das Thema in der nächsten Stadtratssitzung, Ende August, deshalb aufrufen möchte. Auch ein Umzug sei vorstellbar, wenn der Standort stimme, so ÖDP-Vorsitzender Claudius Moseler. In Frage kämen dafür offenbar Räume im benachbarten Naturhistorischen Museum oder der Schiller-Schule in der Neustadt.

          Dass die Himmelsbeobachter, die sich nicht zuletzt aktiv am Programm „Mainz - Stadt der Wissenschaft 2011“ beteiligt haben, trotz düsterer Aussichten optimistisch in die Zukunft blicken, zeigt die Ankündigung des Vorstandes, dass es bald schon wieder den für Anfänger gedachten Kursus „Einführung in die Astronomie“ geben soll.

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