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Mainz - Berlin 2:2 Zidans Verletzung dämpft die Genugtuung

26.03.2006 ·  Beim 2:2 gegen Hertha BSC Berlin zog sich der Mainzer Stürmer einen Innenminiskusriß zu. Er fällt seinem Team im bevorstehenden Abstiegskampf wohl für mehrere Wochen.

Von Uwe Martin, Mainz
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Das 2:2 gegen Hertha BSC Berlin stand natürlich felsenfest, lediglich über die Einordnung wollte sich der Mainzer Cheftrainer Jürgen Klopp noch klarwerden. Einen Punkt im Abstiegskampf hinzugewonnen, die Serie auf vier Spiele ohne Niederlage (zwei Siege, zwei Remis) ausgebaut, die Zuschauer im Bruchwegstadion phasenweise begeistert - wenn da nur nicht die Verletzungen von Regisseur Toni da Silva und Angreifer Mohamed Zidan gewesen wären. Da Silva kam schon zur zweiten Halbzeit nicht mehr zurück aufs Spielfeld, Zidan schied in der 57. Minute aus.

Nach den Untersuchungen (inklusive Kernspintomographie) in der Mainzer Universitätsklinik stand schon am Samstag abend fest: Die Genugtuung von Klopp über den Fortschritt bei der Akkumulation von Punkten dürfte sehr, sehr gedämpft ausfallen. Zidan hat einen Innenmeniskusriß im linken Knie erlitten, der Ägypter wurde noch am Samstag abend von Dr. Jakob Grevenstein operiert und wird mehrere Wochen nicht zur Verfügung stehen. Ebenfalls keine guten Nachrichten gab es von da Silva. Nach dessen Kapselriß im rechten Sprunggelenk bleibt aber wenigstens die Hoffnung, daß der Brasilianer am nächsten Wochenende in Nürnberg wieder auflaufen kann.

Pantelic mit einem Sahnetag

Die Zielsetzung für die verbleibenden sieben Saisonspiele hatte der Mainzer Manager Christian Heidel direkt nach dem Schlußpfiff ausgegeben. „Wir brauchen 36 oder 37 Punkte, um nicht abzusteigen“, sagte er. Mit dem Unentschieden gegen Hertha BSC Berlin sind es bislang 28, der tabellarische Druck ist also ungefähr gleichgeblieben für Mainz 05. Aber weiterhin stehen die Mainzer „über dem Strich“, oberhalb des ersten Abstiegsplatzes.

Einen gehörigen Sprung nach oben hätte die Mannschaft um Kapitän Manuel Friedrich nur getan, wenn Marko Pantelic keinen Sahnetag erwischt hätte und nicht zweimal mit dem Kopf im richtigen Moment zur Stelle gewesen wäre. Erstmals in der 41. Minute zum 1:0 - zwischenzeitlich trafen Michael Thurk zum 1:1 (52./Foulelfmeter) sowie Conor Casey zum 2:1 (78.) - und dann nochmals kurz vor dem Schlußpfiff: Flanke Ellery Cairo, vier Mainzer Abwehrspieler kommen nicht an den Ball, statt dessen köpft wieder Pantelic (2:2, 89.). „Das war ein absolutes Weltklassetor, nicht zu verhindern“, sagte Klopp. Und das zweite Auswärtstor des Serben.

Thurk war wieder der Gewinner

Diskutiert wurde auch über andere Szenen. Etwa über den Elfmeter, den Nationalspieler Arne Friedrich an Michael Thurk verschuldet hatte. Irgendwie war der Berliner Manager Dieter Hoeneß der Meinung, daß man den Pfiff von Schiedsrichter Wolfgang Stark „vertreten kann“, andererseits: „Ich hätte den Strafstoß nicht gegeben.“ Thurk war's gleich: flach links unten, elftes Saisontor, Ausgleich, Jubel am Bruchweg.

Der gebürtige Frankfurter war wieder einmal einer der Gewinner im Mainzer Team an diesem frühlingshaften Nachmittag. Ebenso wie der Amerikaner Conor Casey, der nach seiner Einwechslung (57. für Zidan) zunächst mit vielen Ballgewinnen und später mit seinem dritten Bundesligator Entscheidendes leistete. „Heute hat die Mannschaft gesehen, was sie kann“, sagte der Mainzer Präsident Harald Strutz. Und das trotz einer personellen Mittelfeldbesetzung in Halbzeit zwei, die in dieser Kombination noch nicht einmal im Training zusammengespielt hatte: mit dem schwachen Niclas Weiland auf der linken Seite, Christof Babatz als Abräumer vor der Abwehr war kaum stärker, Otto Addo auf rechts lieferte immerhin ein solides Bundesligaspiel ab. In vorderer Reihe hatte Thurk kurz vor dem Ausgleich sogar das 3:1 auf dem Fuß - doch der Ball ging links am Tor vorbei.

Mainz 05 gegen den neuen Tabellenfünften Hertha BSC Berlin, das war ein abwechslungs-, tempo- und torreiches Bundesligaspiel, jederzeit spannend und überwiegend auf gehobenem Niveau. Und auch die Statistiker hatten genügend zu notieren. Der Freistoß von da Silva ans Lattenkreuz (24.) dürfte der 17. Mainzer Saisontreffer mit dem Auftreffpunkt Aluminium gewesen sein.

FSV Mainz 05 - Hertha BSC Berlin 2:2 (0:1)
Mainz: Wetklo - Abel (46. Niclas Weiland), Manuel Friedrich, Noveski, Rose - Demirtas, da Silva (46. Addo), Babatz - Thurk - Zidan (57. Casey), Auer. Trainer: Klopp
Berlin: Fiedler - Arne Friedrich, van Burik, Fathi - Chahed (79. Cairo), Schröder (68. Madlung) - Kovac, Bastürk, Gilberto - Marcelinho (73. Sverkos) - Pantelic. Trainer: Götz
Schiedsrichter: Stark (Ergolding)
Tore: 0:1 Pantelic (41.), 1:1 Thurk (52., Foulelfmeter), 2:1 Casey (78.), 2:2 Pantelic (89.)
Zuschauer: 20.300 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Thurk (5/4) - Bastürk (3), Arne Friedrich (3), Gilberto, Kovac (5/1)

Quelle: F.A.S. vom 26. März 2006
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