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Mainz 05 Stürmer auf Bewährung

21.01.2012 ·  Weil Mainz 05 die Offensivkräfte fehlen, ruhen die Hoffnungen auf Deniz Yilmaz und Adam Szalai - vorerst.

Von Uwe Martin, Mainz
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Es klingt beinahe wie ein Treppenwitz, dass ausgerechnet Deniz Yilmaz in den aktuellen Planspielen von Thomas Tuchel keine unwesentliche Rolle einnimmt. Jener 23 Jahre alte Mittelstürmer, der im vergangenen Sommer von den Amateuren des FC Bayern München zu Mainz 05 gewechselt war, anschließend aber wiederum nur im Reserveteam zum Einsatz gekommen war. Höhere Weihen blieben dem Deutschtürken auch in Mainz versagt. Seine individuelle Statistik aus der Bundesliga-Hinrunde 2011/2012 liest sich reichlich deprimierend: überall waagrechte Striche, keine Einsätze, folglich auch keine Vorlagen, Tore, irgendwelche Karten oder Platzverweise. Und als Yilmaz auch noch das Wintertrainingslager wegen einer Verletzung versäumte, stand fast schon fest: Dem gelingt auch bei Mainz 05 der Durchbruch nicht. Durchgefallen.

Seit vier Tagen ist der U-17-Europameister von 2005 jedoch ein tragendes Thema, seit dem 5:0-Testspielsieg gegen den VfL Bochum, als Yilmaz ein Tor erzielte und drei Vorlagen auf den Weg brachte. Jetzt schließt Tuchel selbstverständlich einen Verkauf aus: „Er hat sehr auffällig gespielt.“ Was bedeutet, dass der irgendwie schon Abgeschriebene beim Auswärtsspiel an diesem Sonntag (17.30 Uhr) in Leverkusen zu seinem ersten Bundesligaspiel im Trikot von Mainz 05 kommen könnte. „Ich gehe davon aus, dass er zur Verfügung steht“, sagt Tuchel. Viele Optionen hat der 38 Jahre alte Fußball-Lehrer ohnehin nicht bei einem aktuell auf 19 Profis dezimierten Kader. Warum also nicht Yilmaz testen auf der großen Bühne, wo doch der Schalker Leihspieler Mario Gavranovic immer noch unauffällig bleibt und der dreimalige Saisontorschütze Sami Allagui mit der tunesischen Nationalmannschaft beim Afrika-Cup weilt.

Modell Straßenkämpfer, unglaublicher Ehrgeiz, unkonventionelle Spielweise, hohe Laufstärke, Aggressivität

Und so muss Tuchel auf einmal detaillierte Einschätzungen abgeben zu Yilmaz, zuvor stand nur unausgesprochen die Frage im Raum, wann er an einen anderen Klub ausgeliehen wird. Das Hohelied auf den ehemaligen Kapitän der U-21-Nationalmannschaft liest sich so: Modell Straßenkämpfer, unglaublicher Ehrgeiz, unkonventionelle Spielweise, hohe Laufstärke, Aggressivität.

Die zweite Option von Mainz 05 in der Angriffsmitte heißt Adam Szalai. Auch der 24 Jahre alte Ungar steht vor seinem saisonalen Bundesligadebüt, der Nationalspieler fehlte ein Jahr aufgrund einer schweren Knieverletzung. Szalai feierte im Trainingslager gegen die zweite Mannschaft von RCD Mallorca sein Comeback, wie standfest er im Liga-Alltag ist, weiß allerdings niemand. „Adam ist sicherlich nicht unser Heilsbringer“, sagt Christian Heidel.

„Aber wir müssen sehen, was finanziell machbar ist und was Sinn macht.“

Wer dem Mainzer Manager genau zugehört hat in den Tagen vor dem Rückrundenauftakt des abstiegsbedrohten Mainzer Teams, dem vermittelte sich folgender Eindruck: Die beiden Januar-Spieltage - so lange wird Allagui auf jeden Fall fehlen - sind eine Art Bewährungszeit für die anderen 05-Stürmer. Aber sind Szalai und Yilmaz wirklich schon wettbewerbs- und vor allem konkurrenzfähig? Auf der Suche nach Torgefährlichkeit, die in der Hinrunde bei Mainz 05 nur allzu selten vorhanden war, ist zudem bedeutsam, wann Andreas Ivanschitz (Knieverletzung) ins Team zurückkehrt. Der offensive Mittelfeldspieler ist mit fünf Saisontreffern bester Mainzer Torschütze. Eines schließt Heidel jedoch definitiv aus: Petar Sliskovic, ausgeliehen an den Zweitligaklub FC St. Pauli und in Hamburg ziemlich im Abseits, wird nicht zurückgeholt. „Er muss sich dort durchsetzen“, sagt der Manager. Sliskovic steht bei Mainz 05 noch bis 30. Juni 2014 unter Vertrag.

Nur neun Mal haben alle Mainzer Angreifer in der Hinrunde getroffen, und obwohl sich mit Szalai und Yilmaz nun zwei weitere stürmische Profis ins Spiel gebracht haben, mag Heidel Neuverpflichtungen grundsätzlich nicht ausschließen. „Aber wir müssen sehen, was finanziell machbar ist und was Sinn macht.“

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